Mit außergewöhnlichem Engagement, kluger Förderstrategie und Tausenden Stunden Eigenleistung haben die Menschen in Firmenich-Obergartzem mit ihrem DODO-Treff einen neuen kulturellen Mittelpunkt geschaffen – Offizielle Eröffnung wird Anfang Juli gefeiert
Mechernich-Firmenich/Obergartzem – Warm fällt das Licht auf die Backsteinwand hinter der Theke, Gläser reihen sich ordentlich in den Regalen, in den obersten Fächern stehen Flaschen in allen Farben. In der Mitte der Zapfanlage prangt das DODO-Treff-Logo, fast so, als hätte es hier schon immer hingehört. Vor der Theke stehen dunkle Holzstühle, an den Tischen kleine Blumen, alles wirkt einladend und gleichzeitig ganz selbstverständlich.

Dass das so ist, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von viel Engagement, klaren Ideen und einer Gemeinschaft, die dieses Projekt von Anfang an getragen hat. „Es ist einfach einzigartig, was hier gewachsen ist“, sagt Hans-Josef Wolf, Vorsitzender des DODO Bürger- und Kulturvereins e.V.

Der Ursprung dieser Entwicklung liegt erst wenige Jahre zurück. Im August 2020 gründete sich der Verein aus der Mitte des Dorfes heraus. Hintergrund war eine spürbare Lücke im gesellschaftlichen Leben. Die letzte Gaststätte hatte geschlossen, Treffpunkte waren kaum noch vorhanden. „Wir hatten früher fünf Gaststätten im Dorf, und plötzlich gab es keine mehr“, erinnert sich Hajo Wolf. Die Idee entstand, einen neuen Ort zu schaffen, an dem Begegnung, Austausch und Kultur wieder möglich sind.

Dritte Orte NRW
Gemeinsam mit dem Vereinskartell Firmenich-Obergartzem entwickelte sich daraus schnell mehr als nur ein Treffpunkt. Als die Planungen für das neue Dorfgemeinschaftshaus konkret wurden, brachten sich die Engagierten intensiv ein. „Wir haben das Projekt von Anfang an gemeinsam mit der Stadt gedacht und geplant“, sagt Jens Breuer, Vorsitzender des Vereinskartells Firmenich-Obergartzem. Raumkonzept, Nutzung, Außenanlagen, alles wurde abgestimmt, immer mit dem Ziel, einen lebendigen Mittelpunkt für das Doppeldorf zu schaffen.

Der entscheidende Schlüssel zur Umsetzung lag in der Finanzierung. Die Verantwortlichen setzten konsequent auf Fördermittel und entwickelten ein bemerkenswertes Gespür für die richtigen Programme. „Es gibt sehr viele Fördertöpfe. Entscheidend ist, die passenden Programme zu finden und dann zielstrebig an den Anträgen und Formularen zu arbeiten“, beschreibt Hans-Josef Wolf. Eine kurze Formel hinter der doch viel Arbeit steckt. Wolf und seine Mitstreiter arbeiteten sich in die Förderkulissen ein, schauten, was passen könnte, und stellten Anträge – mit Erfolg.

Denn auf diesem Weg konnten durch die Ehrenamtlichen rund 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern eingeworben werden. Ein Großteil stammt aus dem Landesprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen „Dritte Orte NRW“, das gezielt Orte der Begegnung fördert. Unterstützt wurden die Vereine hierbei von der Beratungsfirma ProLoco. Ergänzt wurde dies durch weitere Förderprogramme sowie Eigenmittel des Vereinskartells. Insgesamt flossen so rund 1,5 Millionen Euro zusätzlich zur städtischen Investition in das Projekt.

Doch mindestens genauso beeindruckend wie die finanzielle Seite ist die Eigenleistung, die im Dorf erbracht wurde. Der eigentliche Startschuss für die intensive Bauphase fiel im Juli 2023. Von da an entwickelte sich die Baustelle zu einem Ort gemeinschaftlichen Arbeitens. „Wir haben über Monate hinweg jeden Abend und an den Wochenenden hier gearbeitet“, berichtet Jens Breuer. Viele Gewerke konnten in Eigenleistung umgesetzt werden, darunter Abdichtungsarbeiten, Innenausbau, Deckenarbeiten, technische Installationen und vorbereitende Bauarbeiten.

Kirmes im Rohbau
Besondere Meilensteine folgten in kurzer Zeit. Bereits im Jahr des Baubeginns konnte im September 2023 die erste Kirmes im Rohbau gefeiert werden, ein starkes Signal für den Fortschritt des Projekts und die Motivation der Beteiligten. Immer wieder zeigte sich dabei, wie eng die Dorfgemeinschaft zusammenarbeitet. Fachleute aus dem Ort brachten ihr Wissen ein, andere unterstützten dort, wo Hilfe gebraucht wurde. „Da haben wirklich alle mit angepackt, vom Fachmann bis zu denen, die einfach helfen wollten“, so Breuer.

Die Zahlen verdeutlichen den Umfang dieses Engagements. Rund 4.000 Stunden wurden allein im baulichen Bereich geleistet. Hinzu kommen etwa 1.560 bis 1.950 Stunden für Organisation, Koordination und Verwaltung sowie weitere geplante 300 bis 400 Stunden. „In Summe sprechen wir von rund 5.900 bis 6.350 Stunden Eigenleistung“, bilanziert Breuer. „Das ist schon eine enorme Leistung, die hier im Dorf mit Hilfe der Dorfbewohner und Dorfvereine zusammengekommen ist.“

Diese Eigenleistung entspricht nicht nur einem erheblichen finanziellen Gegenwert, sondern zeigt vor allem, wie stark das Projekt im Dorf verankert ist. „Ohne diesen Einsatz wäre der DODO-Treff in dieser Form nicht möglich gewesen“, betont Moritz Biertz, Geschäftsführer des Vereinskartells.

Parallel dazu wurde auch die Ausstattung früh mitgedacht. Bereits beim ersten provisorischen Treff wurde darauf geachtet, Inventar so zu wählen, dass es später weiterverwendet werden kann. „Wir haben von Anfang an so geplant, dass wir alles mitnehmen können“, erklärt Wolf. Dadurch konnten viele Elemente in den neuen Treff integriert und erweitert werden.

Vielfältiges Programm
Heute ist der DODO-Treff ein lebendiger Ort, der regelmäßig genutzt wird. Das Programm ist vielfältig und spricht unterschiedliche Generationen an. Konzerte, Schlagerpartys, eine Pop-up-Weinbar, Sitzungen, Travestieshows oder Auftritte regionaler Künstler wie Günter Hochgürtel und die Jungen Eifeländer Blasmusik gehören ebenso dazu wie traditionelle Veranstaltungen. Auch im Alltag ist der Treff fest verankert. Mittwochs und freitags öffnet er ab 18 Uhr als Begegnungsort, samstags und sonntags stehen meist Veranstaltungen auf dem Programm.

Mit dem Erfolg wuchs jedoch auch die Belastung für die Ehrenamtlichen. Der laufende Betrieb ließ sich nicht mehr allein stemmen. „Das war irgendwann nicht mehr zu leisten“, sagt Wolf. Deshalb wurde der nächste Schritt gegangen und der Betrieb professionalisiert.

Für das Jahr 2026 konnte eine Personalkostenförderung in Höhe von 30.000 Euro gesichert werden. Damit wurden zwei Hausmeisterstellen sowie ein zweiköpfiges Organisationsteam aufgebaut, das sich um Vermietung, Veranstaltungen und Abläufe kümmert. Ziel ist es, die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen und die Ehrenamtlichen zu entlasten.

Die Zusammenarbeit zwischen dem DODO Bürger- und Kulturverein und dem Vereinskartell bleibt dabei das Fundament des Projekts. Beide Seiten arbeiten eng zusammen und treiben die Entwicklung gemeinsam voran. Dazu gehört auch ein besonderer Meilenstein: Am 4. Juli ab 14 Uhr und 5. Juli ab 10.30 Uhr soll die offizielle Eröffnung mit einer zweitägigen Feier erfolgen. Auch wenn der Treff längst im Betrieb ist, wird dieses Wochenende noch einmal deutlich machen, welche Bedeutung dieses Projekt für das Dorf hat.

Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne. Denn auch wenn bereits unglaublich viel erreicht wurde, ist noch nicht alles abgeschlossen. Heute tragen beide Vereine gemeinsam Verantwortung für den Betrieb und den Erhalt des Gebäudes. Neben der notwendigen Inventarisierung fallen laufende Kosten für Pflege, Wartung, Instandhaltung und die allgemeine Unterhaltung des DODO-Areals an. Hinzu kommt: Mit der zunehmenden Nutzung und Weiterentwicklung des Projekts steigen auch die finanziellen Anforderungen.

Für die weitere Ausstattung werden daher weiterhin Mittel benötigt – etwa für Tische, Veranstaltungstechnik sowie Licht- und Tonanlagen. „Wir haben unglaublich viel erreicht, aber wir sind noch nicht am Ziel“, sagt Breuer. Deshalb bitten die Verantwortlichen Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Förderer herzlich um Unterstützung. Jeder Euro zählt und jede Spende hilft dabei, den neuen Dorfmittelpunkt langfristig zu erhalten, weiter auszustatten und als lebendigen Ort der Begegnung für die gesamte Dorfgemeinschaft und darüber hinaus zu sichern.

Die Spenden werden über das Vereinskartell Firmenich-Obergartzem entgegengenommen und fließen unmittelbar in den Erhalt, die Ausstattung sowie die laufende Unterhaltung des Projekts. Selbstverständlich können entsprechende Spendenquittungen ausgestellt werden. Gespendet werden kann einfach über www.dodo-treff.de/Spenden.
Der DODO-Treff ist damit nicht nur ein Ort für Firmenich und Obergartzem, sondern auch ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn bürgerschaftliches Engagement, Zusammenhalt und Fördermöglichkeiten zusammenkommen. Weitere Informationen gibt es unter: www.dodo-treff.de
pp/Agentur ProfiPress
06/26/2026
