Adenauer-Porträt des Mechernicher Künstlers Tom Krey wurde im Konrad-Adenauer-Museum in Rhöndorf feierlich an die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus übergeben
Mechernich/Rhöndorf – Einen passenderen Ort hätte es für dieses Bild kaum geben können: Im Konrad-Adenauer-Museum in Rhöndorf, dort, wo das Andenken an den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland lebendig gehalten wird, ist jetzt ein Gemälde des Mechernicher Künstlers Tom Krey angekommen. Sein Werk trägt den Titel „Konrad Adenauer – Europa muss geschaffen werden!“ und versteht sich als Hommage an Adenauer und zugleich als Mahnmal für die Einigkeit Europas.

Feierlich übergeben wurde das Gemälde Mitte Mai an die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus. Angekommen sei das Bild damit nach mehreren Ausstellungen nun „sozusagen zu Hause“, sagte Tom Krey bei der Übergabe. Er freue sich sehr, dass sein Werk nun an einem Ort zu sehen sei, an dem viele Menschen Konrad Adenauer nahekommen wollten, „um von unserem großen Staatsmann etwas zu sehen und vielleicht auch zu spüren“.
Angekauft wurde das Gemälde vom Konrad-Adenauer-Freundeskreis. Dessen Vorsitzender ist Konrad Adenauer, Notar aus Köln und Enkel des früheren Bundeskanzlers. Seine Nachfolge im Vorsitz übernimmt Ulrike Remde, Urenkelin Konrad Adenauers, die zugleich Mitglied im Kuratorium der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ist. Sie war bei der Übergabe ebenso dabei wie Dr. Sabine Schößler, Geschäftsführerin der Stiftung, Archivarin Melanie Eckert, Micha Kreitz, Direktor des Gymnasiums Am Turmhof Mechernich, sowie Tom Kreys Ehefrau Maggie und Tochter Marina.
Lebendig und mit Blick auf die Gegenwart
Dr. Sabine Schößler begrüßte die Gäste zu einem, wie sie sagte, „sehr besonderen Ereignis“. Die Stiftung habe die Aufgabe, das Andenken an Konrad Adenauer zu bewahren. Das geschehe aber nicht nur rückblickend, sondern immer auch lebendig und mit Blick auf Gegenwart und Zukunft. Gerade deshalb sei die Schenkung eines neuen Porträts für die Stiftung ein besonderes Zeichen.

Der Ort der Übergabe war bewusst gewählt. In der Ausstellung befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Adenauer-Zitat, das die deutsch-französische Freundschaft als Grundlage Europas beschreibt. Genau darin liegt auch eine Verbindung nach Mechernich. Denn Tom Krey hatte das Gemälde im Zusammenhang mit einem europäischen Bilderzyklus geschaffen, der anlässlich der jahrzehntelangen Städtepartnerschaft zwischen Mechernich und Nyons in der Provence entstanden war. Diese Partnerschaft feierte 2017 ihr 50-jähriges Bestehen.
GAT-Schulleiter Micha Kreitz hatte den Ankauf vermittelt. Gemeinsam mit Archivarin Melanie Eckert und Ulrike Remde wurde das Projekt schließlich erfolgreich zum Abschluss gebracht. Tom Krey bedankte sich bei allen Beteiligten, die den Ankauf ermöglicht hatten, ausdrücklich auch bei Micha Kreitz und Melanie Eckert für die Unterstützung im Vorfeld.

Dann wurde es feierlich: Gemeinsam zählten die Anwesenden herunter, bevor das Gemälde enthüllt wurde. Als das farbintensive Porträt sichtbar wurde, war die Begeisterung im Raum spürbar. „Oh, wie toll“, war zu hören, dann Applaus. Tom Krey sagte mit einem Schmunzeln, er glaube, dass Konrad Adenauer sein Porträt in Rhöndorf „besonders gut sehen kann von oben“ und hoffe, dass es ihm gefalle.
Europäische Idee als fortwährende Aufgabe
Im Anschluss verlas der Künstler seinen eigenen Text zum Werk. Das Porträt zeige Konrad Adenauer in einem Moment tiefer Konzentration. Der Titel „Europa muss geschaffen werden“ zitiere eine zentrale Überzeugung Adenauers und unterstreiche die Aktualität seiner Botschaft. Für ihn, so Krey, sei die Auseinandersetzung mit historischen Persönlichkeiten immer auch eine Suche nach Werten, die die heutige Gesellschaft zusammenhalten.
In Zeiten geopolitischer Umbrüche, so der Künstler weiter, gewinne die Vision der Gründerväter Europas neue Relevanz. Sein Porträt solle deshalb mehr sein als eine bloße Abbildung. Es solle ein Appell sein, die europäische Idee als fortwährende Aufgabe zu begreifen. Mit kräftigen Farben und dynamischer Pinselführung, die an Pop-Art erinnern, habe er ein Bild schaffen wollen, das für den Zusammenhalt des Kontinents stehe.

Auch die Farbwahl erläuterte Tom Krey: Gelb stehe für Optimismus und Licht, Rot für Dynamik, Energie, Durchsetzungswillen und Entschlossenheit, Blau für Ruhe, Sachlichkeit, Beständigkeit und Seriosität, Grün für Natur, Harmonie und Hoffnung – und zugleich als Verweis auf Adenauers bekannten grünen Daumen als Rosenzüchter. So kontrastiere der historische Ernst der Nachkriegszeit mit einer modernen, lebendigen Farbsprache.
Besonders eindrücklich war Kreys Werkzitat: Konrad Adenauer habe gewusst, „dass Europa kein Geschenk der Geschichte ist, sondern ein täglicher Kraftakt des Willens“. Mit seinem Porträt wolle er den Blick für das Fundament schärfen, auf dem wir stehen, und daran erinnern, dass die Schaffung Europas kein abgeschlossener Prozess sei, sondern gemeinsame Verantwortung für die Zukunft bleibe.
Schelmischer Moment mit gewisser Skepsis
Ulrike Remde dankte dem Künstler herzlich. Sie freue sich sehr, dass der Konrad-Adenauer-Freundeskreis das Gemälde der Stiftung schenken konnte und dass es nun an einem guten Platz sei. Viele Menschen könnten sich hier nun „ein Bild“ ihres Urgroßvaters machen. Tom Krey habe Konrad Adenauer sehr gut eingefangen, sagte sie, besonders in den Augen, mit einem schelmischen Moment und einer gewissen Skepsis.
Das Video der Übergabe ist zu sehen auf dem YouTube-Account des Künstlerkanals: www.youtube.com/@kunstlerkanal2204
Auch Dr. Sabine Schößler zeigte sich begeistert. Das Gemälde sei ein „wunderbares Geschenk“, das die Stiftung nun in ihre Sammlung aufnehmen dürfe und sicherlich immer wieder zeigen werde. Das Thema Europa bleibe ein Auftrag für die Zukunft. Mit dem Bild könne man daran erinnern und zugleich zeigen, wie stark der europäische Gedanke auch in der Region verwurzelt sei.

Nach der Übergabe führte Archivarin Melanie Eckert die Gäste noch durch Garten und Wohnhaus Adenauers. Dabei ging es unter anderem hinauf zum Pavillon, in dem Adenauer an seinen Memoiren arbeitete, in das Musikzimmer und in das großzügige Wohnzimmer. Auch Anekdoten fehlten nicht: Etwa die Frage, ob Adenauer schlecht verlieren konnte. Ganz sicher wisse man es nicht, sagte Eckert, aber ehrgeizig sei er wohl in allen Dingen gewesen.
So endete der Besuch in Rhöndorf nicht nur mit einem neuen Kunstwerk für die Sammlung der Stiftung, sondern auch mit einem besonderen Mechernicher Beitrag zur Erinnerung an Konrad Adenauer und zur europäischen Idee. Tom Krey hat seinem Porträt einen Titel gegeben, der heute kaum aktueller klingen könnte: „Europa muss geschaffen werden!“
Das Video der Übergabe ist zu sehen auf dem YouTube-Account des Künstlerkanals: www.youtube.com/@kunstlerkanal2204
pp/Agentur ProfiPress
06/03/2026
