Wonach suchen Sie

Ronald Larmann

06/19/2026

Eifeltor-Pläne und Biergarten-Debatte

Roland Barth stellt Zukunftskonzept für die Erlebniswelt Eifeltor vor – Bürgermeister bezeichnet Mühlenpark-Papier als Diskussionsgrundlage

Roland Barth stellt Zukunftskonzept für die Erlebniswelt Eifeltor vor – Bürgermeister bezeichnet Mühlenpark-Papier als Diskussionsgrundlage – Voll besetzter Ratssaal bei Debatte um den Biergarten

Mechernich – Gleich mehrere Zukunftsthemen rund um Freizeit, Tourismus und Naherholung beschäftigten den Rat der Stadt Mechernich in seiner jüngsten Sitzung. Im Mittelpunkt standen dabei die weitere Entwicklung der Erlebniswelt Eifeltor sowie ein von Bürgermeister Michael Fingel vorgestelltes Konzeptpapier für den Mühlenpark.

Zunächst stellte sich Roland Barth, neuer Betreiber der Erlebniswelt Eifeltor, den Ratsmitgliedern vor und berichtete über seine Pläne für das rund sieben Hektar große Gelände. Der Schaustellerunternehmer, dessen Familie seit Generationen im Freizeitgeschäft tätig ist, hatte das Eifeltor erst vor wenigen Monaten übernommen.

Unter dem Arbeitstitel „Magischer Berg“ möchte Roland Barth die Erlebniswelt Eifeltor zu einem Ort machen, an dem Familien mit kleineren Kindern die Natur genießen und gleichzeitig etwas erleben können. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur Profipress
Unter dem Arbeitstitel „Magischer Berg“ möchte Roland Barth die Erlebniswelt Eifeltor zu einem Ort machen, an dem Familien mit kleineren Kindern die Natur genießen und gleichzeitig etwas erleben können. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur Profipress

Barth schilderte, wie er Anfang des Jahres auf die Suche nach einem neuen Investor aufmerksam geworden war und das Potenzial des Areals erkannte. Besonders lobte er die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in den ersten Monaten. Dabei machte Barth deutlich, dass die Erlebniswelt Eifeltor bewusst nicht zu einem klassischen Freizeitpark mit großen Fahrgeschäften entwickelt werden soll. „Es wird kein Kirmesplatz werden“, sagte er im Rat.

Stattdessen wolle man die besonderen Stärken des Standortes nutzen: die Lage in der Natur, die Hanglage und die Nähe zur Eifel. „Unser Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Familien mit kleineren Kindern die Natur genießen und gleichzeitig etwas erleben können“, erklärte Barth. Große Fahrgeschäfte oder eine Konkurrenz zu bestehenden Freizeitparks seien ausdrücklich nicht vorgesehen.

Keine Expansion in den Mühlenpark

Geplant sind unter anderem zusätzliche Spiel- und Erlebnisflächen, ein begehbarer Streichelzoo, ein Wasserspielplatz sowie weitere familienfreundliche Angebote. Als thematische Klammer soll künftig die Welt der Fantasie und Maggie dienen. „Wir haben schon sämtliche Bücher über Sagen und Legenden der Eifel gekauft“, sagte Barth mit einem Augenzwinkern. Ziel sei es, unter dem Arbeitstitel „Magischer Berg“ ein Erlebnis zu schaffen, das Unterhaltung, Natur und die Besonderheiten der Region miteinander verbindet. Ein spezialisiertes Planungsbüro arbeitet derzeit an einem umfassenden Masterplan für das Gelände. Dieser soll nach Angaben Barths nach der Sommerpause vorgestellt werden.

Roland Barth erläuterte im Rat der Stadt Mechernich, wie er die Erlebniswelt Eifeltor Schritt für Schritt weiterentwickeln möchte. Ein Masterplan ist in Arbeit und soll nach der Sommerpause vorgestellt werden. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur Profipress
Roland Barth erläuterte im Rat der Stadt Mechernich, wie er die Erlebniswelt Eifeltor Schritt für Schritt weiterentwickeln möchte. Ein Masterplan ist in Arbeit und soll nach der Sommerpause vorgestellt werden. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur Profipress

Im Verlauf der Diskussion wurde Barth auch gefragt, ob er über die bisherigen Aktivitäten hinaus weitere Flächen oder Angebote im Mühlenpark übernehmen wolle. Diese Frage beantwortete er eindeutig. Bereits die Entwicklung des Eifeltors sei derzeit ein „doppelter Vollzeitjob“. Mit der Übernahme des Bistros im Mühlenpark und dem Betrieb der Minigolfanlage sei das Unternehmen ausgelastet.

„Wir setzen auf Qualität und nicht auf Quantität“, sagte Barth. Weitere Expansionen im Mühlenpark seien deshalb nicht vorgesehen. Der Fokus liege vollständig auf der Weiterentwicklung des Eifeltors. Für seine bisherigen Aktivitäten erhielt der Unternehmer sodann auch fraktionsübergreifend viel Zuspruch. Mehrere Ratsmitglieder würdigten die sichtbaren Veränderungen auf dem Gelände sowie die Investitionen in den Standort.

Konzeptpapier für den Mühlenpark

Im Anschluss diskutierte der Rat über die Entwicklung von Eifeltor und Mühlenpark. Hintergrund war ein Antrag der SPD/DIE LINKE/FDP-Fraktion, die um einen Sachstandsbericht und weitere Informationen zur Entwicklung des Gesamtareals gebeten hatten. Als Antwort darauf hatten Bürgermeister Michael Fingel und seine Verwaltung ein Konzeptpapier vorgelegt, das mögliche mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven für den Mühlenpark aufzeigt und die bisherigen Überlegungen transparent darstellen soll.

Für Diskussionen sorgte dabei insbesondere der Umstand, dass der bestehende Biergarten in den dargestellten Überlegungen nicht ausdrücklich berücksichtigt wird. Dies Biergarten-Betreiber Helmut Wagner dazu veranlasst, die Einwohnerfragestunde zu nutzen und seine Sichtweise darzulegen.

Der Biergarten im Mühlenpark war im Zuge der Diskussion über ein Entwicklungskonzept des Areals Thema im Rat. Eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts stand nicht an. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur Profipress
Der Biergarten im Mühlenpark war im Zuge der Diskussion über ein Entwicklungskonzept des Areals Thema im Rat. Eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts stand nicht an. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur Profipress

Bürgermeister Michael Fingel machte jedoch mehrfach deutlich, dass es sich bei dem Papier weder um eine konkrete Planung noch um eine Vorentscheidung handele. „Das ist keine Bauplanung. Das ist ein Ideenpapier“, sagte er. Das Konzept beschreibe mögliche Entwicklungsoptionen und solle als Grundlage für die weitere Diskussion dienen.

Fingel betonte zudem, dass bislang weder eine Entscheidung zur Zukunft des Biergartens noch eine Entscheidung über bestehende Pachtverhältnisse getroffen worden sei. Vielmehr gehe es zunächst darum, unterschiedliche Ideen und Perspektiven für die weitere Entwicklung des Mühlenparks zusammenzutragen.

Entsprechend groß war das Interesse an der Debatte. Der Ratssaal war während der Sitzung sehr gut gefüllt. Helmut Wagner hatte im Vorfeld der Sitzung seine Unterstützer mobilisiert und schilderte die Entwicklung seines Betriebs in den vergangenen Jahren. Seit mehr als zehn Jahren engagiere sich seine Familie im Mühlenpark. Dabei verwies er auf zahlreiche Herausforderungen wie Hochwasserereignisse, die Corona-Pandemie und weitere Rückschläge, die man bewältigt habe. Nach eigenen Angaben seien zudem erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Wiederaufbau geflossen.

Gesprächsbereitschaft und Nachfragen

Der Biergarten sei aus seiner Sicht kein Problemfall, sondern Teil einer erfolgreichen Entwicklung des Mühlenparks. Wagner verwies darauf, dass seine Familie den Betrieb seit mehr als zehn Jahren führe, nach eigenen Angaben fast 300.000 Euro investiert habe und der Biergarten jährlich rund 30.000 bis 50.000 Besucherinnen und Besucher anziehe. Diese Zahlen bekräftigte er auch auf Nachfragen aus der Politik. Er appellierte an alle, die bisherigen Leistungen und die Bedeutung des Standorts bei den weiteren Überlegungen zu berücksichtigen.

Unabhängig von der Ratssitzung hatte Wagner zuletzt einen Antrag auf Verlängerung des bestehenden Pachtvertrags gestellt. Die Verwaltung hatte daraufhin bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Diese Gespräche über die künftigen Rahmenbedingungen, die weitere Zusammenarbeit und mögliche Perspektiven sollen nun geführt werden. Ziel sei es, eine gute Lösung für den Standort insgesamt zu finden, betonte Bürgermeister Michael Fingel nach der Sitzung. Konkrete Beschlüsse zur Zukunft des Biergartens wurden in der Ratssitzung noch nicht gefasst.

Fest steht jedoch, dass sowohl die Erlebniswelt Eifeltor als auch der Mühlenpark künftig wichtige Bausteine für Freizeit, Naherholung und Tourismus in Mechernich bleiben sollen. Während Roland Barth seinen Masterplan für das Eifeltor fertigstellt, soll auch die Diskussion über die langfristige Entwicklung des Mühlenparks in den kommenden Monaten fortgesetzt werden.

pp/Agentur ProfiPress