Stadt investiert rund 1,54 Millionen Euro in Eicks, Glehn und an der Burg Zievel – Naturverträglich, sicher und schwerlasttauglich – Baustart in Eicks und Glehn ist am Montag, 3. August – Zieveler Brücke ist erst im Oktober dran
Mechernich-Eicks/-Glehn/-Satzvey – Der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vom Juli 2021 geht weiter: Die Stadt Mechernich lässt drei schwer beschädigte Brücken in Eicks, Glehn und im Bereich der Burg Zievel durch moderne Neubauten ersetzen. Insgesamt werden dafür rund 1,54 Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Wiederaufbauplan des Landes Nordrhein-Westfalen eingesetzt.
Den Anfang machen ab Montag, 3. August, die Brücken „In den Färbersgärten“ in Eicks und an der Frohnhofstraße in Glehn. Anfang Oktober soll der Neubau an der Brücke bei Burg Zievel nahe Satzvey beginnen.

Die Hochwasserkatastrophe hatte an zahlreichen Bach- und Gewässerquerungen im Stadtgebiet erhebliche Schäden hinterlassen. Bei eingehenden Untersuchungen wurden an den drei betroffenen Bauwerken unter anderem Risse, Ausbrüche und gravierende Schäden an der Bausubstanz festgestellt. Eine wirtschaftlich sinnvolle Reparatur war nicht mehr möglich.
Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro DÜPLAN beauftragt. Die Bauarbeiten übernimmt nach einem öffentlichen Vergabeverfahren die Firma Bruno Klein aus Wiesbaum.
Fertigteile verkürzen die Arbeiten
Bei allen drei Brücken kommen vorgefertigte Betonrahmen zum Einsatz. Die Bauteile werden unter geschützten Bedingungen in einer Halle hergestellt und ausgehärtet. Anschließend werden sie per Schwertransport zur jeweiligen Baustelle gebracht, dort mit einem Kran eingesetzt und dauerhaft miteinander verbunden.
Das Verfahren wurde bereits beim Neubau der Brücke an der Johann-Baptist-Straße in Roggendorf angewendet. Es ermöglicht eine weitgehend witterungsunabhängige Herstellung und soll sowohl die Bauzeit als auch die Eingriffe in die Gewässer möglichst gering halten.

Nach dem Einbau werden die Brücken abgedichtet, die Baugruben verfüllt und die Bachläufe wieder in ihre ursprünglichen Betten zurückgeführt. Auch Versorgungsleitungen müssen teils vorübergehend verlegt und nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut werden. In Eicks betrifft dies beispielsweise eine Trinkwassertransportleitung.
Drei Bauwerke, drei Gewässer
In Eicks wird der beschädigte Mauerwerksdurchlass am Mehlenbach durch ein rund zwölf Meter langes Stahlbeton-Rahmenprofil ersetzt. Die neue Brücke wird für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich rund 45 Arbeitstage. Die Kosten belaufen sich auf etwa 541.000 Euro.
In der Frohnhofstraße in Glehn ersetzt die Stadt das bisherige, schadhafte Betonrohr am Eichgraben durch ein größeres Betonrahmenprofil. Zusätzlich wird eine sogenannte Sohlgleite eingebaut, die die Fließgeschwindigkeit des Wassers reduzieren soll. Für diese Arbeiten sind rund 40 Arbeitstage und etwa 627.000 Euro eingeplant.
An der Burg Zievel wird über dem Kühlbach ebenfalls ein neues, für Schwerlastverkehr geeignetes Rahmenbauwerk errichtet. Der Baustart ist für Anfang Oktober vorgesehen, die Bauzeit beträgt voraussichtlich rund 45 Arbeitstage. Die Kosten liegen bei rund 368.000 Euro.
Freie Bahn für Bachbewohner
Neben der Verkehrssicherheit spielen bei den Neubauten auch ökologische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Die Brücken werden so gestaltet, dass Fische und andere Wasserlebewesen die Bauwerke ungehindert passieren können. Dazu wird in den Betonrahmen eine mindestens 20 Zentimeter starke Schicht aus natürlichem Sohlmaterial eingebracht. Auch die Übergänge vor und hinter den Brücken werden an die jeweiligen Bachläufe angepasst. So sollen Ausspülungen und Sandablagerungen möglichst vermieden werden.
Da die Arbeiten in offener Bauweise erfolgen und für die Anlieferung und Montage der Fertigteile Autokrane und Schwertransporte erforderlich sind, müssen die betroffenen Straßenabschnitte während der Bauzeit vollständig gesperrt werden.
Umleitungen werden jeweils vor Ort ausgeschildert. Die Stadt Mechernich bittet Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen.
pp/Agentur ProfiPress
07/30/2026

