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Henri Grüger

11/04/2026

Alte Bräuche hautnah erleben

Martinszug, „Advent für alle Sinne“ und mehr im Freilichtmuseum Kommern ab 6. November

Martinszug, „Advent für alle Sinne“ und mehr im Freilichtmuseum Kommern ab 6. November

Mechernich-Kommern – Laternen weisen den Weg, Sankt Martin teilt am Feuer seinen Mantel und später zieht der Duft von Bratäpfeln sowie gebrannten Mandeln durch die historischen Häuser: Im November lädt das LVR-Freilichtmuseum Kommern dazu ein, vertraute Bräuche zu erleben und manches neu zu entdecken.

Wer beim Martinszug mit einer Laterne nach alter Art dabei sein möchte, kann schon am Freitag, 6. November, selbst ans Werk gehen. Ab 11 Uhr gestalten Kinder gemeinsam mit ihren Eltern aus Futterrüben ihre eigenen leuchtenden Begleiter. Mitbringen müsse man dafür gute Laune, Kreativität und ein Küchenmesser. Die fertigen Laternen können anschließend zu Hause für herbstliche Stimmung sorgen – oder zwei Tage später beim Zug durch das Museum zum Einsatz kommen.

Im November erwartet Gäste im LVR-Freilichtmuseum Kommern viel Programm von St. Martin bis Weihnachtsmarkt. Archivbild: pp/Agentur ProfiPress
Im November erwartet Gäste im LVR-Freilichtmuseum Kommern viel Programm von St. Martin bis Weihnachtsmarkt. Archivbild: pp/Agentur ProfiPress

Am Sonntag, 8. November, begrüßt die Gäste nämlich Sankt Martin um 17 Uhr hoch zu Ross. Anschließend führt er den Zug durch die mit Stalllaternen beleuchteten Baugruppen und den Wald. Ein altes Traktorengespann mit Martinsgänsen und Gänselieseln gehört ebenso dazu wie Musikkapellen, die heute kaum noch bekannte Martinslieder spielen. Am großen Feuer folgt jener Moment, der die Geschichte vom heiligen Martin bis heute prägt: Er teilt seinen Mantel mit einem Bettler.

Besonders willkommen sind Gäste mit traditionellen (Rüben-)Laternen. Für den Museumseintritt gilt an diesem Sonntag eine besondere Regel: Beim „Zahl, was du willst“-Tag entscheiden die Besucherinnen und Besucher selbst, welchen Betrag ihnen der Aufenthalt wert ist…

Spinnstube und Weihnachtsmarkt

Wie aus notwendiger Arbeit ein geselliges Beisammensein wurde, zeigt die Spinnstube unter dem Motto „Spinnst Du?!“ ebenfalls am Wochenende des 7. und 8. November. Jeweils von 11 bis 15 Uhr geben die Hauswirtschafterinnen im Haus aus Altenburg in der Baugruppe Westerwald Einblicke in die winterliche Handarbeit des 19. Jahrhunderts. Sie spinnen, stricken und stopfen, erklären die Arbeitsschritte und beantworten Fragen. Früher kamen Frauen in den Wintermonaten zu solchen Arbeiten zusammen. Während Wolle zu Garn wurde und Löcher in der Kleidung verschwanden, blieb Zeit für Gespräche und Neuigkeiten aus dem Dorf.

Am ersten Adventswochenende wechselt das Museum schließlich von Martinslicht zu Weihnachtsduft. „Advent für alle Sinne“ heißt es am Samstag und Sonntag, 28. und 29. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Die historischen Häuser erzählen davon, wie sich bäuerliche Familien einst auf Weihnachten vorbereiteten.

Rund um den Tanzsaal aus Pingsdorf lädt derweil ein kleiner Adventsmarkt mit Spielzeug, Papeterie, Glaskunst und vielem mehr zum Stöbern ein. In den Stuben erklingt Weihnachtsmusik, in der Baugruppe Westerwald tritt ein Chor auf. Mitmachaktionen laden Kinder und Erwachsene dazu ein, selbst tätig zu werden. Schmied, Weber, Drechsler, Steinmetzin und weitere Handwerker zeigen ihre Fertigkeiten.

Und dann sind da noch die Düfte aus den historischen Küchen und Backöfen: Die Hauswirtschafterinnen bereiten Bratäpfel, gebrannte Mandeln und Eierpunsch zu. Wer sich Zeit nimmt, kann hier erleben, wie viel Vorfreude in alten Rezepten, gemeinsamer Arbeit und überlieferten Bräuchen steckt. Anmeldungen zum Rübenschnitzen und weitere Infos zu den Veranstaltungen gibt´s online unter www.kommern.lvr.de.

pp/Agentur ProfiPress