SV Concordia Weyer feierte 100 Jahre Rot und Blau mit Benefizspieltag, Open-Air-Konzert und Ehrungen – Über 500 Zuschauer beim Fußballfest, rund 850 Besucher bei Bläck Fööss, Wibbelstetz und Lückenfüllern am Weyerstein
Weyer – „Es war legendär! Was für ein Fest!!!“ Mehr Worte brauchte Björn Wassong am Tag danach eigentlich nicht mehr. Der Moderator des Open-Air-Abends brachte damit auf den Punkt, was viele Besucherinnen und Besucher wohl genauso empfanden: Der SV Concordia Weyer hat sein 100-jähriges Bestehen nicht einfach gefeiert. Der Verein hat dem Dorf, seinen Mitgliedern, Freunden und Gästen ein Jubiläumswochenende geschenkt, das noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

100 Jahre Rot und Blau wurde am Weyerstein mit Fußball, Musik, Gemeinschaft, viel ehrenamtlichem Einsatz und einigen ganz besonderen Gänsehautmomenten gefeiert. Bereits an Fronleichnam hatte der Sportpark am Weyerstein eine Kulisse erlebt, wie sie der altehrwürdige Platz wohl selten gesehen hatte. Mehr als 500 Besucher kamen zum Benefizspieltag, bei dem die Altinternationalen des 1. FC Köln gegen die Landrat-Ramers-Elf antraten. Der Erlös kommt der Hilfsgruppe Eifel zugute.
Beste Unterhaltung
Schon der Nachwuchs der JSG Mechernich/Feytal/Weyer hatte den Tag eröffnet und gezeigt, dass Fußballbegeisterung in der Region auch nach 100 Jahren Concordia-Geschichte lebendig bleibt. Später sorgten die FC-Altinternationalen beim 10:4 gegen die Auswahl um Landrat Markus Ramers für beste Unterhaltung.

Für den passenden Rahmen auf dem Platz sorgte Schiedsrichter Thomas Metzen, der die Partie gewohnt souverän leitete. Dass Ramers nach dem deutlichen Ergebnis mit einem Augenzwinkern anmerkte, vielleicht hätte die eine oder andere Entscheidung auch zugunsten seiner Mannschaft ausfallen dürfen, passte bestens zur entspannten Stimmung dieses besonderen Fußballtages.

Auch der Wettergott spielte mit. Die Prognosen hatten im Vorfeld Starkregen, Hagel und Windböen befürchten lassen. Doch die großen Unwetter blieben aus. Erst am Abend zog ein Schauer über den Sportplatz, als die Concordia gegen den SSV Rasch aus dem Frankenland nahe Nürnberg antrat. Die Stimmung trübte das nicht. In einem spannenden Spiel setzte sich die Heimelf mit 5:4 durch und durfte den Siegtreffer schließlich wieder bei trockenem Wetter bejubeln.

Für echtes Fanflair sorgten die Weyerer Ultras, die mit Fahnen, Gesängen und großem Einsatz die Südkurve in einen stimmungsvollen Block verwandelten. Dass neben dem Benefizspieltag gleichzeitig schon die große Festbühne für das Jubiläumswochenende vorbereitet wurde, merkte man der Organisation nicht an. Viele Helferinnen und Helfer hatten im Hintergrund dafür gesorgt, dass Verpflegung, Infrastruktur und Ablauf funktionierten.
Fantastischer Opener
Am Samstag folgte dann das musikalische Highlight des Jubiläumsjahres: das Open Air am Weyerstein. Rund 850 Besucherinnen und Besucher kamen, um die Lückenfüller, Wibbelstetz und als Headliner die Bläck Fööss zu erleben. Zu Beginn regnete es zwar, doch Schirme, wetterfeste Kleidung und gute Laune hielten stand. „Ihr wart ein absolut fantastischer Opener“, lobte Moderator Björn Wassong die Lückenfüller später. Die Band sang den Regen gewissermaßen weg: Als schließlich sogar ein wenig Sonne über dem Weyerstein hervorkam, war der Grundstein für einen fantastischen Abend gelegt.

Bevor die „Mutter aller kölschen Bands“ die Bühne betrat, wurde es auf dem Weyerstein noch einmal feierlich. Doris Mager, Vorsitzende des Fußballkreises Euskirchen, ehrte verdiente Vereinsmitglieder, die über Jahrzehnte hinweg Concordia Weyer geprägt haben.
Thomas Metzen erhielt die silberne Verdienstnadel des Fußballverbandes Mittelrhein. Bekannt wurde er weit über die Region hinaus als Schiedsrichter, unter anderem durch 32 Einsätze in der 2. Bundesliga. Im Herbst 2008 sorgte er im Spiel 1. FSV Mainz 05 gegen den FC St. Pauli für mediale Aufmerksamkeit, als er Florian Bruns und Miroslav Karhan gleichzeitig mit Gelb verwarnte. Seither trägt er augenzwinkernd den Spitznamen „Eifel-Django“. Geehrt wurde er in Weyer aber nicht für seine Schiedsrichterlaufbahn, sondern für sein ehrenamtliches Engagement bei der Concordia: Seit vielen Jahren ist er Beisitzer im Vorstand und im Orga-Team aktiv.

Eine besondere Würdigung gab es auch für Heinz Wassong. Von 1964 bis 1986 war er aktiver Spieler, von 1966 bis 1968 zweiter Kassierer und von 1972 bis 2013 erster Vorsitzender des Vereins. Außerdem war er von 2001 bis 2007 Kassenprüfer im Fußballkreis Euskirchen und ist seit 2013 weiterhin als Beisitzer im Vorstand aktiv. Die silberne und goldene Verdienstnadel sowie die silberne Ehrennadel hatte er bereits erhalten. Nun wurde ihm die goldene Ehrennadel des Fußballverbandes Mittelrhein verliehen.
DFB-Verdienstnadel für Peter Wassong
Auch Peter Wassong wurde für sein außergewöhnliches Wirken ausgezeichnet. Von 1960 bis 1964 spielte er in der Jugend, von 1964 bis 2001 bei den Senioren. Besonders beeindruckend: Von 1968 bis 2017 war er Geschäftsführer des SV Concordia Weyer, also fast 50 Jahre lang. Seit 2017 gehört er dem Vorstand als beratendes Mitglied an. Auch er hatte bereits hohe Auszeichnungen erhalten, darunter Verdienstnadel und Ehrennadel in Silber und Gold. In Weyer wurde ihm daher nun die DFB-Verdienstnadel verliehen.

Danach gehörte die Bühne den Bläck Fööss. Mit Klassikern wie „M’r losse d’r Dom en Kölle“, einem Medley bekannter Hits, „In unserem Veedel“ und „Bye, bye my love“ als Zugaben-Klassiker sorgten sie für kölsche Gänsehaut mitten in der Eifel. Für viele Besucher war es ein besonderer Moment, diese Band auf dem Weyerstein zu erleben. Anschließend übernahm Wibbelstetz mit Frontmann Günter Hochgürtel und sorgte für einen herrlichen Ausklang des Abends.

Vereinsvorsitzender Jürgen Wassong zeigte sich sichtlich zufrieden mit den Jubiläumsfeierlichkeiten. Ganz entspannt war er da aber noch nicht: „Richtig happy bin ich erst, wenn Montagmorgen ist und alles ist super gelaufen“, sagte er. Diese Erleichterung durfte sich am Ende einstellen. Das Wochenende verlief friedlich, stimmungsvoll und hervorragend organisiert.
Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer
Dass dies gelang, lag an vielen Händen. Jürgen Wassong dankte den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die rund um das Fest angepackt hatten. Die Feuerwehr Eiserfey regelte den Verkehr zu den Parkplätzen mit einer gut organisierten Einbahnstraßenregelung. Das Mechernicher DRK war unter Leitung von Sascha Suijkerland mit zehn Kräften vor Ort. Auch das Ordnungsamt der Stadt Mechernich begleitete die Veranstaltung mit vier Einsatzkräften und hatte bei den friedlich feiernden Gästen und der reibungslosen Organisation aber einen ruhigen Abend. So blieb sogar Zeit für ein Gruppenbild mit Bürgermeister Michael Fingel, der das Konzert gemeinsam mit seiner Frau Andrea besuchte und dem Verein zum 100. Geburtstag gratulierte.

Mit dem Festwochenende ist das Jubiläumsjahr aber noch nicht vorbei. Am 4. und 5. Juli folgt das Jugendsportfest, am 19. September steht eine Weinwanderung rund um Weyer mit dem eigens kreierten „1926er Festwein“ auf dem Programm. Am 6. und 7. November klingt das Jubiläumsjahr mit einem Kickerturnier und Quizabend im Bürgerhaus gemütlich aus. Weitere Infos unter: www.100jahreconcordia.de/





pp/Agentur ProfiPress
06/09/2026

