Sängerin und Vocalcoach Eva Becker unterstützt Sarah Engels beim Eurovision Song Contest in Wien – Den deutschen Beitrag performt sie mit geschlossenen Augen im Versteck – Gänsehautmomente hinter den Kulissen – „Sarah arbeitet ultrahart!“
Mechernich/Wien – Wenn Sarah Engels beim deutschen ESC-Auftritt am Samstagabend rückwärts aus über zwei Metern Höhe in die Arme von vier Tänzerinnen fällt, wird eine junge Frau aus Mechernich nur weniger Meter entfernt in einem abgedunkelten Séparée hinter den Kulissen stehen. – Und mit geschlossenen Augen mitsingen.
Eva Becker (38) ist Sarah Engels‘ Vocalcoach und beim ESC als „Backing“ dabei. Eine verantwortungsvolle Aufgabe. Was genau sie bedeutet und wie Eva Beckers Job vor und während der deutschen Liveperformance aussehen wird, hat uns die Künstlerin mit einem Bachelor of Music, die schon mit Stars wie Rea Garvey, Stefanie Heinzmann und Vanessa Mai auf der Bühne stand, bei einem kurzen Telefonat, live aus Wien, verraten.
Während Eva Becker sympathisch offen (und hörbar happy) Einblick in ihren Alltag als Mitglied der deutschen ESC-Entourage gibt, ist im Hintergrund ordentlich was los: Gelächter, Musikfetzen und Stimmengewirr. Kein Wunder. Wien gleicht in diesen Tagen wohl eher einem quietschbunten Fiebertraum als einer gemächlichen Walzermetropole. Und Eva Becker aus Mechernich, Songwriterin, Gesangstrainerin und Frontsängerin der Band Soul:ar, ist mittendrin. Was für ein Erlebnis! – Gerechnet hatte sie selbst damit am allerwenigsten. Erst vor zwei Monaten wurde die zweifache Mutter als Vocalcoach und fürs sogenannte „Backing“ angefragt. Dann ging plötzlich alles ziemlich flott …

Zweimal rheinisches „Fire“ für den ESC: „Ich habe Sarah erst vor kurzem kennengelernt“, erzählt Vocalcoach und Eva Becker aus Mechernich. Die Sängerin, die am Samstagabend für Deutschland beim ESC in Wien antritt, stammt aus Köln. Foto: Privat/Jasmin Dellmann/pp/Agentur ProfiPress
PP: „Eva, Du bist mit Sarah Engels und dem deutschen Team beim ESC in Wien am Start. Was ist Dein Job beim deutschen Beitrag am Samstagabend?
Eva Becker: „Mein Job ist im Prinzip der gleiche wie der von Sarah und den Ladies: Ich werde singen, Nur stehe ich dabei hinter der Bühne, in einer sogenannten ‚Blackbox‘. Das ist ein mit Vorhängen abgetrenntes Separée, in dem sich ein Bildschirm befindet, der das Bühnengeschehen live überträgt. – Allerdings mit einer minimalen Zeitverzögerung, was bei Backings, wo es genau auf jede Millisekunde ankommt, eher verwirrt als hilft. Wenn Sarah nach dem Intro zu singen beginnt, setzte auch ich an, mit geschlossenen Augen, damit ich auf den Punkt genau synchron mit ihr bin.“
PP: „Okay. Und was passiert vorher?“
Eva Becker: „Och, so einiges. Am Samstag wird es mindestens noch eine Probe geben, bevor es für Sarah und die Tänzerinnen in die Maske geht. Ich bin für den gesanglichen Part zuständig und da haben wir uns hier mittlerweile ziemlich gut eingegroovt. Ich kannte Sarah vorher ja gar nicht, wir haben das erste Mal hier in Wien zusammengearbeitet, aber das war alles kein Problem. Als Vocalcoach ist es meine Aufgabe, mich um Sarahs Stimme zu kümmern. Singen muss ich ihr natürlich nicht beibringen, das kann sie wahnsinnig gut alleine. Mir geht es um die Stimmhygiene, Sarah gibt ja tausend Interviews, hat jeden Tag ganz viele stressige Termine, immer alles unter Zeitdruck. Ihre Stimme ist also die ganze Zeit im Einsatz. Mein Job ist es, darauf zu achten, dass sie immer richtig aufgewärmt und danach auch wieder entspannt wird. Was in dieser pickepackevollen Woche oft gar nicht so einfach war …
PP: „Der Auftritt ist erst spät abends. Wo werdet Ihr Euch bis dahin aufhalten?“
Eva Becker: „Wir sind genau wie die anderen Delegationen in einer Turnhalle unweit der Wiener Stadthalle einquartiert. In dieser Turnhalle neben dem Veranstaltungsort können wir uns zurückziehen. Für jede Delegation wurde ein kleiner Bereich mit Stellwänden abgetrennt, der allerdings nach oben offen ist. Da drin ist es total wuselig, laut und ziemlich kunterbunt. Wir werden vor dem Auftritt dennoch versuchen, uns in den Fokus zu bringen, werden uns gemeinsam einsingen, tja – und dann geht es los …“
PP: „Was war Dein krassestes ESC-Erlebnis bis jetzt?“
Eva Becker: „Der Moment, als wir das erste Mal mit Publikum performen durften! Das hat der Sache noch mal einen ganz anderen Vibe gegeben, es war so krass! Musik macht halt einfach am meisten Sinn, wenn man sie gemeinsam erlebt und mit anderen Menschen teilt. Es war ein wahnsinniger Moment, von Sekunde eins an hatte ich Gänsehaut, obwohl ich ja dahinten so ganz allein in meinem kleinen Kämmerchen war. Aber ich habe das Publikum durchs Mikro gehört und dieses krass positive Feedback der ganzen Leute gespürt. Ich finde, das hat Sarah aber auch absolut verdient, sie arbeitet wirklich ultrahart und ist nicht ohne Grund da, wo sie jetzt ist. Ich bin super stolz auf sie! Aber natürlich auch darauf, selbst ein kleiner Teil dieses Ganzen hier zu sein.“
PP: „Letzte Frage: Hast Du ein musikalisches Vorbild als Sängerin?“
Eva Becker: „Oh ja! Die britische Sängerin Raye! Ganz früher waren es mal Christina Aguilera, Whitney Houston und Mariah Carey … Ich komme aus einer total musikalischen Familie und habe schon als kleines Mädchen in Kall auf unserem halbfertigen Speicher stundenlang deren Songs geträllert. Von Rayes Kraft bin ich total beeindruckt, die Frau hat einfach die einzigartige Gabe, Musik stilistisch so zu verpacken, dass jeder einzelne Song ein absolutes Unikat ist. Ich habe sie letztes Jahr in Amsterdam live gesehen und es war … wow, – mindblowing!“
PP: „Danke, dass Du Dir bei all dem Stress noch Zeit für unser Interview genommen hast, liebe Eva. Genauso einen unvergesslichen Mindblowing-Moment wünschen wir auch Dir, mit Sarah Engels und dem gesamten deutschen ESC-Team am Samstagabend! Let the ‚Fire‘ burn!“
pp/Agentur ProfiPress
05/15/2026

