Blick in die Nachbarschaft: „Regina Red“ und „Adelheid von Seidennaht“ begeisterten im ausverkauften Saal Gier in Kall – Nenas 99 Luftballons, Falkos Amadeus und eine spektakuläre Laser-Show zu Helene Fischers „Atemlos“
Kall/Mechernich – Die Herren Damen ließen bitten und verwandelten den Kaller Saal Gier mit einer spektakulären Travestieshow zeitweise in ein Tollhaus.

High-Heels, Nagellack, Glitzerfummel und jede Menge Schminke bestimmten das Bild, als „Regina Red“, alias René Berlin, und „Adelheid von Seidennaht“, alias Tom Ger, dem Publikum in der Mechernicher Nachbarschaft eine so frivole wie humoristische Show boten, die es in sich hatte. Gut drei Stunden lang waren hier Klamauk, Parodien und Musik angesagt.

Regina Red gastierte zum nunmehr fünften Mal beim „Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier“, und auch dieses Mal war die Show schon frühzeitig ausverkauft. Zum zweiten Mal hatte Rene Berlin, der bis vor einem Jahr noch den Namen René Schaffrath trug, seinen Show-Kollegen Tom Ger mit nach Kall gebracht.

Der ist übrigens ein Schwergewicht in der deutschen Travestie-Szene. Im bekannten Kölner Theater „Kulturschock“ tritt er als „Adelheid von Seidennaht“ sowie als „Edeltraud von Eigenart“ auf.

Und auch der in Hellenthal-Hecken wohnende René Berlin hat in seiner Rolle der „Regina Red“ den Olymp der Travestiekunst erklommen. Seit ein paar Monaten gehört er dem Künstler-Team der Dragqueen Olivia Jones in dessen „Olivias Showclub“ auf St. Pauli an.

47 fliegende Kostümwechsel
Knapp vier Stunden lang ließen die beiden Travestiekünstler mit Parodien und frivolen Sprüchen keine Langeweile aufkommen. In der Garderobe ging es hektisch zu, denn zwischen den insgesamt 25 Programm-Nummern waren Kleider- und Kostümwechsel angesagt.

So präsentierten sie sich dem Publikum im Verlauf des Abends in 47 verschiedenen Outfits.

Die Künstler überzeugten auch gesanglich, egal ob mit oder ohne Playback. Die meisten Lieder wurden jedoch live gesungen. Regina und Adelheit brachten Nenas „99 Luftballons“, Falkos „Rock me Amadeus“ oder Helene Fischers „Atemlos“ zu Gehör, wobei Red zu letzterem eine spektakuläre Tanz- und Lasershow im abgedunkelten Saal bot. Das Publikum, größtenteils im mittleren Alter, war aus dem Häuschen.

Und auch die Titanic, eine Zauberschau, die Frau in Leder oder die Reeperbahn waren Themen, denen sich Regina Red und Adelheid von Seidennaht widmeten.

Und natürlich zogen sie auch einige Männer nicht nur durch den Kakao, sondern auch ins Geschehen mit ein. Vor allem Red ging mit den Herren auf Tuchfühlung. Einmal setzte er sich auf den Schoß eines Gastes, dann küsste er die Glatze eines Besuchers, und einen anderen fütterte er mit einer Banane.

Es ging auf Mitternacht zu, als sich René Berlin und Tom Ger mit einigen Udo-Jürgens-Songs, und einem lang andauernden Schlagermedley als Zugabe, vom dankbaren Publikum verabschiedeten. Weil die Veranstaltung schon frühzeitig ausverkauft war und viele Kartenwünsche nicht erfüllt werden konnten, hat sich der Verein zur Erhaltung der Gaststätte Gier bei Regina Red erfolgreich um einen weiteren Termin bemüht.

Am Samstag, 12. September, heißt es nun im Kaller Saal Gier wieder: „Bühne frei für Regina Red“. Beim Kartenvorverkauf sollen die Regina-Fans, denen der Verein eine Absage erteilen musste, vorrangig berücksichtigt werden.
pp/Agentur ProfiPress
04/14/2026
