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Ronald Larmann

04/10/2026

Wenn Farbe zu Pixeln wird

 

6 min read

Besuch im Atelier des Mechernicher Künstlers, der mit seiner Ölpixel-Technik zwischen Impressionismus und digitaler Ästhetik eine eigene Bildsprache geschaffen hat – Tom Krey gestaltet die nächste Ausstellung in der Galerie im Rathaus – Vernissage am Freitag, 17. April, um 19 Uhr

Mechernich – Wer das Atelier von Tom Krey betritt, steht mitten in einer Welt aus Farbe, Struktur und Geschichte. Gleich zu Beginn begrüßt ein intensives Porträt von Pablo Picasso den Besucher. Nur wenige Schritte weiter zieht ein großformatiges Bergpanorama den Blick auf sich. Doch es ist nicht das Motiv allein, das fasziniert, es ist die Oberfläche: reliefartig, lebendig, fast leuchtend. Die Farbschichten wirken wie kleine Bausteine, die sich erst aus der Distanz zu einem Gesamtbild fügen. Es ist die von Krey entwickelte Ölpixel-Technik, die seine Werke unverwechselbar macht.

Genau diese besondere künstlerische Handschrift steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Texturen. Orte. Menschen.“, zu deren Vernissage am Freitag, 17. April, um 19 Uhr in die Galerie im Rathaus Mechernich eingeladen wird. Die Anfangsbuchstaben des Titels ergeben nicht zufällig „TOM“, sie sind ein persönliches Statement und zugleich eine Verdichtung seines künstlerischen Lebenswegs.

Zur Eröffnung begrüßt Bürgermeister Michael Fingel die Gäste. Die Einführung übernimmt Micha Kreitz, Direktor des Gymnasiums Am Turmhof. Für den musikalischen Rahmen sorgen Uli van Staa & Friends, die gemeinsam mit Sänger Dominik Probert auftreten werden.

Vom Fernsehtechniker zum Künstler

Tom Krey, 1947 geboren und in Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen, fand seinen Weg zur Kunst nicht auf direktem Wege. Zunächst erlernte er den Beruf des Fernsehtechnikers und baute sich in München eine eigene Existenz auf. Doch ein prägendes Erlebnis veränderte alles: In Paris, im Louvre, stand er vor den Werken der Impressionisten und traf eine Entscheidung, die sein Leben bestimmen sollte. „Jetzt lernst du malen.“

In seinem Mechernicher Atelier: Künstler Tom Krey zwischen einem Porträt von Picasso und Landschaften in seiner unverwechselbaren Ölpixel-Technik. Ab dem 17. April stellt er seine Werke in der Galerie im Rathaus Mechernich aus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
In seinem Mechernicher Atelier: Künstler Tom Krey zwischen einem Porträt von Picasso und Landschaften in seiner unverwechselbaren Ölpixel-Technik. Ab dem 17. April stellt er seine Werke in der Galerie im Rathaus Mechernich aus. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Was folgte, war ein konsequenter Aufbau: Ausbildung bei Künstlern in München, später ein mehrjähriges Studium an der Axel-Andersson-Akademie sowie zahlreiche Studienaufenthalte in Europa. Der endgültige Schritt kam Anfang der 1990er Jahre: Krey verkaufte sein Geschäft, zog mit seiner Familie nach Mechernich und widmete sich vollständig der Malerei. Eine mutige Entscheidung, die den Grundstein für sein heutiges Werk legte. Heute blickt er auf über 140 Ausstellungen im In- und Ausland zurück, darunter Präsentationen in mehreren europäischen Ländern und sogar im Vatikan.

Die Ölpixel-Technik

Sein künstlerisches Markenzeichen entwickelte Krey über Jahrzehnte hinweg: die Ölpixel-Technik. Dabei werden klassische Ölmalerei und moderne Bildsprache miteinander verbunden. Anstelle fließender Farbverläufe setzt Krey gezielt gesetzte, oft quadratische Farbsegmente, die   „Pixel“, auf die Leinwand. Diese verdichten sich zu einer strukturellen Komposition, die erst aus der Distanz vollständig erkennbar wird.

Die Wirkung ist doppelt faszinierend: Aus der Nähe zeigt sich eine reliefartige, haptische Oberfläche, aus der Ferne entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Ähnlich wie beim Pointillismus verschmelzen die einzelnen Farbpunkte optisch im Auge des Betrachters. Doch Krey geht darüber hinaus: Seine Technik verbindet die Lichtstudien der Impressionisten mit der digitalen Rasterästhetik unserer Zeit. Durch gezielt eingesetzte Komplementärfarben entsteht eine besondere Farbspannung, die die Bilder lebendig wirken lässt.

Zu seinem Werk gehört neben der Malerei auch eine markante skulpturale Arbeit im öffentlichen Raum: Die rund fünf Meter hohe Edelstahlskulptur „Meine Stadt“ vor dem Mechernicher Rathaus, 2017 aus etwa 400 Kilogramm V2A-Stahl gefertigt, zählt zu seinen Hauptwerken. Sie prägt das Stadtbild und ist für viele Menschen ein fester Bezugspunkt.

Drei Facetten seines Schaffens: Die Werke „Texturen“, „Ewiger Rhythmus“ und das Porträt „Nie mutlos werden – Ernest Hemingway“ stehen beispielhaft für die Vielfalt von Tom Krey und schmücken das Plakat zur Vernissage. Grafik: Stadt Mechernich/pp/Agentur ProfiPress
Drei Facetten seines Schaffens: Die Werke „Texturen“, „Ewiger Rhythmus“ und das Porträt „Nie mutlos werden – Ernest Hemingway“ stehen beispielhaft für die Vielfalt von Tom Krey und schmücken das Plakat zur Vernissage. Grafik: Stadt Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Zwischen Natur, Mensch und Interpretation

Inhaltlich bewegt sich Krey zwischen Landschaft und Porträt. Doch seine Werke sind keine Abbilder der Realität. „Ich will die Natur nicht kopieren, sondern interpretieren“, beschreibt er selbst seine Arbeit. Die Eindrücke sammelt er draußen, umgesetzt werden sie im Atelier. So entstehen Bilder, die nicht nur zeigen, was ist, sondern auch, was empfunden wird.

Neben seinen strukturierten Landschaften zeigt die Ausstellung auch ausdrucksstarke Porträts bedeutender Persönlichkeiten. Etwa Künstler, die ihn geprägt haben. Picasso, Van Gogh oder Monet erscheinen dabei nicht als klassische Darstellungen, sondern als emotionale Annäherungen.

Kuratorin Ela Rübenach, die Tom Krey seit vielen Jahren kennt und bereits gemeinsame Projekte – etwa in Bad Münstereifel – realisiert hat, beschreibt ihn als „sehr spannenden und vielseitigen Künstler“, der im Laufe der Zeit immer neue Facetten entwickelt habe. Entsprechend dürfen sich Besucher auf eine abwechslungsreiche Ausstellung freuen. „Ich zeige die Werke, die mir am Herzen liegen“, sagt Krey selbst.

Und wer die Ausstellung besucht, wird genau das erleben: Kunst, die nicht nur betrachtet, sondern entdeckt werden will. Vielleicht ist es am Ende wie im Atelier selbst: Der Besucher tritt ein, sieht zunächst Farbe, Struktur, scheinbar einzelne Fragmente und erst mit etwas Abstand entsteht das Ganze: Aus Texturen werden Orte und Menschen. Tom eben.

pp/Agentur ProfiPress

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