Mechernicher und Kommerner Frauen feierten Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen mit dem Gastland Nigeria – Euskirchener Krankenschwester Ikechi Alaike berichtete von ihrer Jugend und den Lebensbedingungen der Verwandten in der Heimat
Mechernich/Kommern – Unter dem Leitwort „Kommt, bringt eure Last!“ stand der Weltgebetstag der Frauen, der jetzt im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Mechernich gefeiert wurde. 50 Frauen aus den katholischen und evangelischen Gemeinden in Mechernich und Kommern kamen zusammen, um gemeinsam zu beten, zu singen und über die Lebenswirklichkeit von Frauen in Nigeria nachzudenken.

Organisiert und geleitet wurde das jährlich mit einem anderen Gastland stattfindende ökumenische Geschehen diesmal von Mariette Burggraff, Martina Ernst, Elisabeth Fischer, Sigrid Frentzen-Stöhr, Ute Gerber, Irmgard Jeske, Helga Klinkhammer, Sandra Kratz, Astrid Monter, Annette und Sonja Schulze Der Gottesdienst folgte der weltweit verwendeten Liturgie, die in diesem Jahr von christlichen Frauen aus Nigeria vorbereitet worden war.
In Gebeten, Texten und persönlichen Berichten wurde deutlich, welche schweren Lasten viele Menschen in der so genannten Dritten Welt tragen müssen. Ethnische Konflikte, eine ungleiche Verteilung der Gewinne aus den reichen Rohstoffvorkommen des Landes, ökologische Schäden durch Erdölförderung im Nigerdelta sowie die Folgen des Klimawandels stellen speziell Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, vor enorme Herausforderungen.
60 Prozent sind jünger als 25
Besonders betroffen ist die junge Generation: Rund 60 Prozent der mehr als 230 Millionen Einwohner sind jünger als 25 Jahre. Viele junge Nigerianer leiden unter Perspektivlosigkeit, Armut und einer hohen Gewalt- und Kriminalitätsrate – gleichzeitig zeigt gerade diese Generation großes kreatives Potenzial, etwa in der Medien- und IT-Branche.
Die Texte des Gottesdienstes machten deutlich, dass viele Frauen ihre Kraft aus Solidarität und Glauben schöpfen. „Wir mögen belastet sein, aber wir sind nicht gebrochen“, formulierten nigerianische Christinnen in einem der Gebete. Und weiter: „Wir vertrauen darauf, dass Gott uns eine neue Tür öffnen wird. Es ist nicht einfach, aber wir halten uns an unserem Glauben fest.“

Beim an den Gottesdienst anschließenden Nachtreffen berichtete Ikechi Alaike, eine aus Nigeria stammende Krankenschwester aus Euskirchen, von ihrer Jugend und den Lebensbedingungen der Verwandten in der Heimat. Besonders am Herzen liegt ihr die Verbesserung der Geburtshilfe in Nigeria, für die sie sich engagiert.
Die Kollekte des Gottesdienstes kommt – wie alle Weltgebetstags-Kollekten in Deutschland – internationalen Projekten zugute. In überschaubaren Förderbeträgen werden weltweit Initiativen unterstützt, die sich für politische Teilhabe, Berufsbildung, Erwerbsmöglichkeiten sowie Gesundheitsversorgung von Frauen und ihren Kindern einsetzen.
Eifeler Brunnenhilfe auch dabei
Begleitet wurde die Veranstaltung vom Eine-Welt-Shop der Eifeler Brunnenhilfe aus der katholischen Pfarrgemeinde Mechernich, der fair gehandelte Produkte anbot. Die Eifeler Brunnenhilfe Indien (EBI) entstand um das Jahr 2000 aus einem Arbeitskreis des damaligen Pfarrgemeinderates von St. Johannes Baptist in Mechernich. Der Kreis um den Geologe Dr. Franz Richter hat in rund 25 Jahren zehn Projektabschnitte für über 230.000 Euro Spendengelder in Entwicklungs- und Wasserversorgungsprojekte investiert.

Ein besonderes Zeichen setzten die Frauen bereits beim Einzug in den Gottesdienst: Bibel, Kreuz und Weltgebetstags-Kerze wurden in die Mitte der Kirche getragen und zu typischen Gegenständen, Musikinstrumenten, Büchern und Pflanzen, aus Nigeria gestellt. Dazu kamen Alltagsgegenstände wie Wasserkanne, Früchtekorb und Reisigbündel – Dinge, die viele Frauen in Nigeria traditionell auf dem Kopf tragen. Sie erinnerten daran, dass der Ruf Jesu, die eigenen Lasten zu ihm zu bringen, für viele Menschen auf der Welt eine sehr konkrete Bedeutung hat.
pp/Agentur ProfiPress
03/12/2026

