34 Leserinnen und Leser begeisterten Kinder mit verschiedensten Geschichten in der neuen Gemeinschaftsgrundschule Firmenich
Mechernich-Firmenich – Es war ein Vormittag, an dem Schule zum Abenteuer wurde. Mit fröhlichen, umherlaufenden Kindern, aber auch ganz gemütlich: mit Kissen, Decken und Kuscheltieren. So wurde das neue Gebäude beim Vorlesetag an der Gemeinschaftsgrundschule Firmenich direkt zur aufregenden Geschichtenlandschaft – entspannt, bunt und voller Fantasie.

„Diesmal waren 34 Leserinnen und Leser dabei“, berichtet Lehrerin Julia Lindner, die den Vorlesetag seit drei Jahren organisiert. Begonnen haben die Planungen bereits im November. In kleinen Gruppen von rund acht Kindern konnten die Schülerinnen und Schüler in faszinierende Bücherwelten eintauchen. „Es ist schön, wenn die Kinder die neue Schule auch auf diese Weise entdecken,“ erzählt Lindner. Dazu gab es sogar personalisierte Eintrittskarten als Erinnerung.
Der Landrat und das „Neinhorn“
Viele teils prominente Gesichter nahmen in den Klassenräumen Platz: der Euskirchener Landrat Markus Ramers und ehemalige Schul-Mitarbeiterinnen waren ebenso dabei wie der stellvertretende Bürgermeister Peter Kronenberg, Fachbereichsleiter Christoph Breuer, der den Bau der Schule maßgeblich geplant und begleitet hatte, Stadtratsmitglieder, Pfarrerin Susanne Salentin und Alt-Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Mit dabei war auch Alwine Klein, die den Vorlesetag früher organisiert hatte.

Besonderen Besuch hatte die Klasse eins im Kunstraum: Landrat Ramers, selbst ehemaliger Lehrer, nahm sich Zeit für die Kinder und las aus dem beliebten Buch „Das Neinhorn“ vor. Zwischen Kissen und Kuscheltieren saßen die Mädchen und Jungen dicht beieinander, hörten zu – und waren sofort mittendrin in der Geschichte um ein Wesen, das vor allem eines kann: „Nein“ sagen – und das eigentlich nur seine Ruhe will. Ramers hörte aber auch zu, lachte mit den Kindern und nahm sich Zeit für das, was im Alltag oft zu kurz kommt: ein paar persönliche Worte auf Augenhöhe.
„Ein Rucksack voller Glück“
Christoph Breuer von der Stadt Mechernich, den viele Kinder längst kennen, las aus „Ein Rucksack voller Glück“. Ein Buch über gute und schlechte Tage, über Frust, Neid, schlechte Laune – und darüber, wie man selbst etwas verändern kann. Bei sich und anderen. Der „Rucksack“ aus der Geschichte steht für das, was man im Leben mit sich herumträgt. Für die kleinen und großen Steine, die ihn schwer machen. Und für die Dinge, die ihn leichter werden lassen.

Dann durften die Kinder selbst aufschreiben, „was ihren Rucksack leicht oder schwer macht“ und ihre eigene Welt in Worte fassten. „Schwer wird der Rucksack, wenn man nicht nett ist“, sagte ein Kind. Ein anderes meinte: „Wenn man wütend ist“, das könne ja schließlich keinen Spaß machen. Auch „nicht gut gelaunt sein“ wurde genannt – und „große, schwere Steine“, die sinnbildlich für schlechte Tage standen.
Und was macht ihn leicht? Die Antworten waren so ehrlich wie herzerwärmend: Hörspiel hören. Fußball spielen. Lachen. Und natürlich: „Lesen!“, meinte ein Kind – und traf damit genau den Kern dieses Tages. Andere sagten: fröhlich sein, hilfsbereit sein, mitspielen lassen, nett sein. Ablenkung durch schöne Dinge. Und sogar Kochen wurde genannt.

Breuer machte schließlich deutlich, dass man nicht nur an seinem eigenen „Rucksack“ arbeiten könne, sondern auch daran, ihn für andere leichter zu machen – gerade in Familien mit Geschwistern, in Freundschaften, in der Klasse.
Heiliger Bimbam und Ritter ohne Helm
Während im einen Raum über Rucksäcke und Glück gesprochen wurde, las Stefan Münch, Hausmeister der Schule, in seinem gemütlichen Büro aus dem „Kika-Kinderwitzebuch“, das er, wie er verriet, „immer in der Schublade“ habe: „Für Tage, an denen ein Lachen guttut.“

Da wurde gefragt, wo das Essen steht („Im Kochbuch, Seite 37“), der „Schutzpatron der Glöckner“ präsentiert – der Heiliger Bimbam – oder es ging um Shampoo für trockene Haare. Auch eigene Witze hatten die Kinder drauf. Da ging es um einen Ritter ohne Kopfbedeckung namens Wilhelm, um schattige Plätzchen und (nicht) haltbare Milch auf dem Boden.
Schule läuft
In der Pause nutzten die Kinder die Zeit zum Austoben, während sich die Erwachsenen bei warmen Getränken und selbstgebackenem Kuchen unterhielten. Schulleiterin Alexandra Offermann berichtete stolz, dass die neue Schule schon überregional bekannt sei – sogar aus Köln gebe es Anfragen zu Möbeln und Konzepten. Hinzu kommen moderne Pädagogik und offene Arbeit in „Clustern“ (Jahrgangsstufen) für ein modernes Lernklima.

Und während sich die Großen austauschten, taten die Kleinen das, was Kinder tun, wenn sie glücklich sind: Sie rannten aufgeregt umher und lachten. Und vielleicht hat genau das – gepaart mit einer Prise Abenteuer – den einen oder anderen Rucksack tatsächlich ein kleines Stück leichter gemacht.
pp/Agentur ProfiPress
01/30/2026

