Winterwiedereinbruch hinterlässt auch im Stadtgebiet Mechernich seine Spuren
Mechernich – Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Stollen und Schächten des Mechernicher Bleibergbaus jemals geregnet oder geschneit haben könnte, tendiert gegen Null. Umso mehr sind jene aus Bronze gegossenen Knappen den Unbilden der Witterung ausgesetzt, die seit 1994 den Bergmannsbrunnen auf dem Mechernicher Brunnenplatz zwischen Post und Sparkasse zieren.
Schneefall hatte ihnen am Donnerstagmorgen kleine Schneekappen auf ihre Bergmannshelme gesetzt. Die Temperaturen sanken unter den Gefrierpunkt, stellenweise waren Straßen und Gehwege nur mit Vorsicht zu betreten. Es herrscht eben das, was die Menschen nicht nur am Bleiberg früher mit „Winter“ bezeichneten.

Der Bergmannsbrunnen nach einem Entwurf von Georg Stoffels ist seit 1994 ein markantes Stadtdenkmal im Zentrum der ehemaligen Bergbaustadt. Er erinnert an die jahrhundertelange Tradition des Eisenerz- und vor allem Bleierz-Abbaus und der Verhüttung in der Region, die bis in die keltische und römische Zeit zurückreicht und Mechernichs wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung prägte.
Symbol der Wirtschaftskraft
Seit seiner Errichtung dient der Brunnen nicht nur als öffentliches Kunstwerk, sondern auch als zentraler Treffpunkt der Stadt. Er ist Namensgeber und Herzstück des Mechernicher Brunnenfestes, das im Anschluss an die Brunnen-Einweihung 1994 begonnen wurde und sich zu einer festen Tradition mit zahlreichen Besuchern entwickelt hat.
Die Brunnenfigur selbst symbolisiert den Bergmann als Vertreter eines prägenden Wirtschaftszweigs, der über Generationen das Leben vieler Mechernicher Familien berührte. In der kunstvollen Darstellung spiegelt sich die Verbundenheit der Stadt mit ihrer industriellen Vergangenheit. An diesem Wintertag jedoch ist die sommers sprudelnde Wasserskulptur still: der erste Schnee des jungen Jahres liegt auf den bronzenen Figuren, auf Schultern, Hüten und Kanten.
pp/Agentur ProfiPress
01/29/2026

