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Henri Grüger

01/26/2026

Hilfe, Herzen und Hoffnung

Bundeswehrdepot West und Hilfsgruppe Eifel wollen Partnerschaft wiederaufleben lassen – Spende über 2.000 Euro übergeben

8 min read

Bundeswehrdepot West und Hilfsgruppe Eifel wollen Partnerschaft wiederaufleben lassen – Spende über 2.000 Euro übergeben – Inklusion, Engagement und Gemeinschaft

Mechernich – Als Standortältester Oberstleutnant Jochen Schnabel sowie Kompaniefeldwebel Markus Johnen vom Bundeswehrdepot West der Hilfsgruppe Eifel in Mechernich 2.000 Euro überreichten, ging es um mehr als Geld. Es war Vertrauen und eine Beziehung, die beide Seiten „wiederaufleben lassen“ wollen: die Zusammenarbeit zwischen dem Standort und den Menschen, die seit Jahrzehnten dort helfen, wo grausame Schicksale von Kindern ganze Familien aus der Bahn werfen.

Beeindruckende 2.000 Euro für krebskranke Kinder überreichten der Standortälteste Oberstleutnant Jochen Schnabel (2. v. r.) und Kompaniefeldwebel Markus Johnen (2. v. l.) an den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel (r.) und seinen Kollegen Achim Liedtke (l.). Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Beeindruckende 2.000 Euro für krebskranke Kinder überreichten der Standortälteste Oberstleutnant Jochen Schnabel (2. v. r.) und Kompaniefeldwebel Markus Johnen (2. v. l.) an den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel, Willi Greuel (r.) und seinen Kollegen Achim Liedtke (l.). Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Den symbolischen Scheck nahmen der Vorsitzende Willi Greuel aus Mechernich-Lückerath und Mitglied Achim Liedtke entgegen. Die Summe stammt aus einem „aufgerundeten Überschuss“ einer Adventskalender-Aktion in verschiedenen Bundeswehr-Standorten des Depots, die weit über die Eifel hinausreichte. Das Ergebnis: beeindruckende 2.000 Euro für krebskranke Kinder.

Von Kindern, für Kinder

Der Ausgangspunkt: Adventskalender, die nicht aus dem Handel kamen, sondern aus einer Idee von Johnen und der Fantasie eines Kindes. Das Weihnachts-Motiv – liebevoll gemalt von Helly – gewann einen Malwettbewerb unter den Kindern der Soldatinnen und Soldaten und den zivilen Beschäftigten der vier Standorte, denen Schnabel vorsteht: Mechernich, Königswinter, Straelen an der holländischen Grenze und Diepholz in Niedersachsen. Hinter den Türchen: lukrative Preise. Viele Interessenten zahlten hierfür nicht nur den Mindestpreis von drei Euro pro Kalender, sondern teils deutlich mehr; sogar von Teileinheiten des Depots aus England kamen noch Beiträge dazu.

Sogar in Australien finden sich auf dem DKMS-Globus Herzen, die für gerettete Menschenleben dank Stammzellspenden durch die Hilfsgruppe stehen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Sogar in Australien finden sich auf dem DKMS-Globus Herzen, die für gerettete Menschenleben dank Stammzellspenden durch die Hilfsgruppe stehen. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Oberstleutnant Jochen Schnabel erzählt, warum er die Aktion bewusst mit einer Spende verknüpft hat: Weil er die Dimension dieser schlimmen Krankheit kennt, weil er als Vater weiß, was es heißt, Verantwortung für Kinder zu tragen – und weil die Hilfsgruppe Eifel aus Kall für ihn eine Adresse ist, die nicht nur „regional“, sondern längst „weltweit“ wirkt. „Wenn man in der Eifel einmal das Vertrauen der Menschen hat, kann man Berge versetzen“, betonte Willi Greuel im Gespräch. Dieser gute Name habe Jochen Schnabel erst auf die Idee gebracht, das Ganze zu unterstützen. Denn dieses Vertrauen, so macht er deutlich, habe sich die Hilfsgruppe „über Jahrzehnte erarbeitet“.

Greuel sprach von einer „sensationellen“ Unterstützung aus der Region. Fast zehn Millionen Euro habe die Hilfsgruppe in den Jahren für Projekte gesammelt, das Hauptthema sei der Kampf gegen Leukämie – aber längst gehört auch viel mehr dazu: zum Beispiel Unterstützung von betroffenen Familien durch konkrete Anschaffungen, die Lebensqualität schaffen.

Alonka

Willi Greuel sprach an diesem Tag im Büro des Standortältesten offen darüber, wie alles begann – vor 33 Jahren, in einer Situation, die viele aus dem Dorfleben kennen: „An der Theke“, sagt er, sei die Idee entstanden. Und aus einer Diskussion darüber, wofür eine Spendensammlung eigentlich verwendet werden solle, erwuchs ein Prinzip, das bis heute trägt: Wenn für ein Projekt gesammelt wird, fließt jeder Cent genau dorthin. Möglich sei das durch eine überschaubare Gruppe von rund 30 Aktiven und den Rückhalt von etwa 200 Mitgliedern.

Ganz still wurde es, als Greuel die Gründungsgeschichte der Hilfsgruppe Eifel erzählte. Kinder aus den besonders belasteten Regionen rund um den Katastrophenreaktor Tschernobyl sollten zur Erholung in die Eifel kommen. Achtmal habe man Gruppen betreut: mit viel Einsatz, Organisation – und medizinischer Begleitung. Auch ein Heim für betroffene Kinder im damaligen Weißrussland baute der Verein aus eigenen Mitteln und mit der Hilfe von ehemaligen Kohle-Kumpeln aus dem Ruhrgebiet, das heute anders genutzt wird.

Genau erklärte Greuel den Herren, was die Kinderkrebshilfe weltweit so macht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Genau erklärte Greuel den Herren, was die Kinderkrebshilfe weltweit so macht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Unter den betroffenen Kindern war damals auch Alonka. Bei Untersuchungen fiel auf, dass sich bei dem Mädchen eine schwere Erkrankung anbahnte – Leukämie. Es folgten Jahre des Kämpfens und der Hoffnung. Schließlich wurde ein Spender gefunden – sogar über internationale Strukturen – wie in einem Kinofilm. Es war ein amerikanischer Topmanager, dem in einem kurzen Zeitfenster auf dem Flughafen-Rollfeld Stammzellen entnommen wurden. Alonka wurde transplantiert, sie schien es zu schaffen. Doch in der Nachsorge, während Bauarbeiten auf der Station, setzte sich ein Lungenpilz fest. Trotz eines gigantischen finanziellen Kraftakts – Greuel nannte rund 700.000 Mark Behandlungskosten – starb das Mädchen. Mit gerade einmal 14 Jahren.

Als er davon sprach, stockte seine Stimme. Tränen standen ihm in den Augen. Es war der Moment, in dem klar wurde: Die Hilfsgruppe ist nicht aus einem Image-Gedanken entstanden, sondern aus echten Schicksalen, Gefühlen und Erlebnissen.

Herzen der Hoffnung

Plötzlich holte Willi Greuel etwas Ungewöhnliches hervor: einen Globus mit vielen roten Herzen darauf. Stolz präsentiert er ihn „zum ersten Mal öffentlich“. Darauf sind Fälle markiert, in denen durch DKMS-Typisierungen der Hilfsgruppe (Stammzellen) und Spenden Menschen eine zweite Chance im Leben bekamen. Einträge in ganz Europa, Kanada, Amerika und bis nach Australien: 367 passende Spenderinnen und Spender seien in 35 Ländern gefunden worden. Insgesamt habe der Verein rund 25.000 Menschen in die weltweite Datei aufgenommen. Nicht selten kam es dabei zu tiefen Freundschaften zwischen Spendern und Empfängern.

Die Hilfsgruppe Eifel und der Bundeswehrstandort Mechernich: eine Verbundenheit, die bald in verschiedenen gemeinsamen Aktionen „wiederaufleben“ soll. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die Hilfsgruppe Eifel und der Bundeswehrstandort Mechernich: eine Verbundenheit, die bald in verschiedenen gemeinsamen Aktionen „wiederaufleben“ soll. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Dass an diesem Tag nicht nur Geld übergeben, sondern auch Werte sichtbar wurden, zeigt gelebte Inklusion. Oberstleutnant Jochen Schnabel schildert, wie im Depot Menschen mit Beeinträchtigungen eingebunden werden. Es geht um Tätigkeiten im Lager, um Unterstützung bei Inventuren, um Ausbildung – bis hin zu IHK-Abschlüssen und festen Dienstposten. Dazu sei er beispielsweise mit den Nord-Eifel-Werkstätten im Gespräch.

Für Schnabel eine Win-Win-Situation: Menschen erhalten Teilhabe und Perspektiven – und das Depot profitiert ganz praktisch im Alltag. Greuel war begeistert und verwies auch auf die Entlastungen für Familien. Immer wieder schwang in diesem Gespräch die gleiche Sehnsucht mit: mehr gemeinsam tun – wie früher. Greuel erinnert an Veranstaltungen, an Hilfe beim Aufbau, an große Abende, an die zahlreichen so arbeitsintensiven wie legendären „Oldie-Nächte“. Durch Corona sei vieles eingeschlafen. Umso wichtiger sei es, den Kontakt zwischen Bundeswehr und Hilfsgruppe jetzt wieder zu stärken.

Helly hatte den Motivwettbewerb für den Adventskalender gewonnen, der Familien viel Freude und der Hilfsgruppe viele Spenden gebracht hatte. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Helly hatte den Motivwettbewerb für den Adventskalender gewonnen, der Familien viel Freude und der Hilfsgruppe viele Spenden gebracht hatte. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Oberstleutnant Schnabel war begeistert: Er wolle diese wichtige Zusammenarbeit „wiederaufleben lassen“ und sprach von Unterstützung mit möglicher „Manpower“, wenn bei Veranstaltungen helfende Hände gebraucht werden. Er kündigt an, das Thema in die Runden der am Standort ansässigen Dienststellen zu tragen, und signalisiert: man könne gemeinsam wieder mehr unterstützen. Und über allem steht dieser Globus auf dem Tisch: als stiller Zeuge dafür, dass Hilfe und Menschlichkeit aus Mechernich nicht an Grenzen endet – sondern manchmal genau dort beginnt, wo jemand anders keine Hoffnung mehr hatte.

pp/Agentur ProfiPress

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