Technische Hilfeleistung stand im Fokus einer Übung der Löschgruppe Weiler am Berge mit Unterstützung aus Obergartzem
Mechernich-Weiler am Berge – Ein Auto war aus unbekannter Ursache allein verunglückt. Im Innern des auf dem Dach liegenden Pkw befand sich noch der Fahrer, als die Löschgruppe Weiler am Berge (Löschzug 3) eintraf. Der Mann war ansprechbar, konnte sich aber selbst nicht aus dem Autowrack befreien.
Das war die Ausgangslage einer Übung im zur Stadt Mechernich gehörenden Höhenort zur Technischen Hilfeleistung (TH), einer der Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr neben Brandbekämpfung, Menschenrettung, Gefahrenabwehr bei ABC-Einsätzen, Hilfeleistung bei Unwettern und Naturereignissen, Absicherung und Ausleuchtung von Einsatzstellen, Katastrophenschutz, vorbeugendem Brandschutz, Brandsicherheitswachen und Unterstützung anderer Behörden (Amtshilfe).

Ziel der Technischen Hilfsleistungsübung war es, Abläufe zu festigen und die Zusammenarbeit innerhalb des Löschzuges weiter zu stärken. Zur Unterstützung rückten Tim Keldenich und Dominik Obliers von der Löschgruppe Obergartzem mit dem „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ (HLF) nach Weiler am Berge aus. Sie leisteten Unterstützung, weil die Löschgruppe Weiler über keinen eigenen hydraulischen Rettungssatz verfügt.
Rettung und Betreuung
Zu den trainierten Übungsaufgaben zählte nicht nur die technische Seite, also Befreiung der eingeschlossenen Person, sondern auch deren menschliche und notfalls medizinische Betreuung. Das Unfallfahrzeug musste gegen Umkippen gesichert, die Einsatzstelle ausgeleuchtet, auslaufende Betriebsmittel aufgefangen und Brandschutz gewährleistet werden.
Mit dem so genannten „Stab-Fast-System“ wurde das umgekippte Fahrzeug stabilisiert. „Parallel dazu erfolgten Verkehrsabsicherung und der Aufbau eines doppelten Brandschutzes“, schreibt Dominik Obliers für den Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Mechernich dem „Bürgerbrief“.

Dieses Verfahren dient dazu, verunfallte Fahrzeuge schnell und sicher gegen Umkippen oder Wegrollen zu stabilisieren, insbesondere wenn sie auf der Seite oder dem Dach liegen. Es besteht aus teleskopierbaren Stützen („Stabsystemen“). Sie werden am Fahrzeug befestigt und am Boden abgestützt.
Das Fahrzeug wird dadurch fixiert und bleibt während der Rettung stabil. Bei der Rettung eingeklemmter oder eingeschlossener Personen darf sich ein Fahrzeug nicht bewegen, da jede Lageveränderung lebensgefährlich sein kann. Das Stab-Fast-System sorgt für diese notwendige Sicherheit.
Übungsleiter René Dederichs
Im weiteren Verlauf kamen Schere und Spreizer zum Einsatz, Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren durch die teils zerbrochene Autoverglasung wurden ergriffen. Alle Einsatzkräfte nutzten die Gelegenheit, den sicheren Umgang mit den Geräten zu üben. Die Ausbilder gaben dabei wertvolle Hinweise für den Einsatz im Ernstfall.
Dominik Obliers: „Nachdem Frontscheibe und Dach des Fahrzeugs abgetrennt waren, konnte der Fahrer schonend befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden. Anschließend wurde das Unfallfahrzeug wieder auf die Räder gestellt, um weitere Übungsmaßnahmen sicher fortsetzen zu können.“
Die Übung habe die enge Zusammenarbeit der Einheiten im Löschzug 3 mit den Löschgruppen Obergartzem, Satzvey, Wachendorf und Weiler am Berge verdeutlicht, so die Wehr. Bei technischen Hilfeleistungen werde die autobahnnahe Löschgruppe Weiler am Berge regelmäßig durch diese Einheiten oder durch Kräfte aus dem benachbarten Stadtgebiet Bad Münstereifel unterstützt.
Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit. Besonderer Dank galt Übungsleiter René Dederichs (LG Weiler am Berge), der Autowerkstatt Dederichs aus Euskirchen für das Bereitstellen eines Übungsfahrzeugs sowie den unterstützenden Kameraden aus Obergartzem.
pp/Agentur ProfiPress
01/15/2026
