Leinen los: kostenloses Jubiläumskonzert für die Hilfsgruppe Eifel am 18. Juli auf dem Weilerswister Schützenplatz
Weilerswist/Mechernich - Wenn in der Gegend Lieder von Wind und Wellen erklingen, von Fernweh, fernen Häfen und der Sehnsucht nach dem Meer, ist der Shantychor „Blaue Jungs“ Weilerswist 1996 e.V. nicht weit. Dann geht es um Gemeinschaft, Freundschaften und um die Freude daran, Menschen mit Musik zusammenzubringen.
Das lebt der Shantychor nun schon seit 30 Jahren – und dieses besondere Jubiläum, unter der Schirmherrschaft des Euskirchener Landrats Markus Ramers, soll gemeinsam mit vielen Freunden und Gästen mit einem Wohltätigkeitskonzert am Samstag, 18. Juli, von 17 bis 20 Uhr (Einlass 16 Uhr) im Schützenzelt auf dem Weilerswister Schützenplatz gefeiert werden.
Für Getränke und „maritime Schmakerl“ sei gesorgt, der Eintritt ist frei. Über eine Spende würden sich die „Blauen Jungs“ allerdings freuen. Denn der Reinerlös kommt der Kaller „Hilfsgruppe Eifel“ unter Leitung des Lückerathers Willi Greuel zugute, die wichtige Hilfe für krebskranke Kinder leistet.
Ein bescheidener Anfang
Begonnen hat alles im Jahr 1996. Auf einem verregneten Feuerwehrfest entstand bei einigen Mitgliedern der örtlichen Karnevalsgesellschaft Blau-Gold die Idee, einen Shantychor zu gründen. Aus dieser spontanen Eingebung wurde schnell mehr. Elf Männer trafen sich wenig später in der Bahnhofsgaststätte Weilerswist, um gemeinsam Seemannslieder zu lernen.

Dabei hatten die Gründungsmitglieder ein ganz besonderes Ziel vor Augen: Sie wollten auf dem berühmten Segelschiff Alexander von Humboldt anheuern und das Leben an Bord kennenlernen. Tatsächlich wurde dieser Traum bereits im darauffolgenden Jahr Wirklichkeit.
Mit dabei war schon damals Gründungsmitglied Günter Niedermeier, der bis heute als ältester aktiver Sänger (92 Jahre) zum Chor gehört. Als Touristen gingen die „Blauen Jungs“ jedoch nicht an Bord: Sie mussten wie die Stammbesatzung Wache schieben und kräftig mit anpacken – vom Segelsetzen bis zum Deckschrubben. Spätestens danach durfte sich jeder mit Recht als echter Seebär fühlen. Die Alex nahm die „Blauen Jungs“ mit auf einen Törn durch die Nordsee – ein Erlebnis, das sich tief in die Erinnerung des Chors eingeprägt hat.
„Aus Kameraden werden Freunde“
Aus der kleinen Gründungscrew entwickelte sich im Laufe der Jahre eine eingeschworene Gemeinschaft. Zahlreiche Auftritte führten die Sänger weit über die Grenzen Weilerswist's hinaus. Ob bei Schützenfesten, Feuerwehrfesten, Weihnachtsmärkten, Jubiläen, Benefizveranstaltungen oder in Seniorenheimen – die „Blauen Jungs“ sorgten überall für maritime Stimmung und luden ihr Publikum zum Mitsingen ein. Mitglied Günter Rosenke: „Bis zum heutigen Tag prägt diese Verbundenheit mit unserer Heimat unverändert das Wirken des Shantychors, wenngleich wir natürlich, wie es sich für echte Seeleute gehört, immer wieder auf große Fahrt gehen und Abenteuer suchen.“
Und so gab es viele besondere Erlebnisse und Höhepunkte: anlässlich des fünfjährigen Bestehens eine erneute Fahrt auf der Alexander von Humboldt zur Kieler Woche, Besuche bei der Marinekameradschaft Euskirchen, spontane Konzerte auf Reisen, ob auf dem Ijsselmeer, dem Rursee, der Mosel, der Spree oder in Maastricht. Ein Konzert in Weilerswist zum zehnjährigen Jubiläum, ein Auftritt in Belgien oder auch musikalische Besuche in den hohen Häusern der Politik - im Deutschen Bundestag und im Landtag Nordrhein-Westfalen - waren weitere herausragende Erfahrungen, die tief im Bewusstsein des Shantychors verankert bleiben werden. Doch mindestens genauso wichtig waren die vielen gemeinsamen Stunden abseits der Bühne – bei Sommerfesten, Ausflügen oder dem traditionellen Matjes-Essen.

„Aus Kameraden werden Freunde“ – dieser Satz beschreibt wohl am besten, was den Chor seit drei Jahrzehnten ausmacht. Viele Sänger gehören den „Blauen Jungs“ bereits seit vielen Jahren an. Gleichzeitig ist die Mannschaft immer wieder gewachsen und hat neue Mitglieder aufgenommen. Heute zählt der Chor 30 aktive Sänger, die nicht nur aus Weilerswist, sondern aus der gesamten Region kommen. Seit 2013 steht René Bertram als musikalischer Leiter am Ruder: „Im letzten Jahrzehnt haben wir unser Repertoire behutsam erweitert und weiterentwickelt.“ Dabei betont Bertram: „Mir war aber wichtig, dass wir die Wurzeln der Shantymusik nicht aus den Augen verlieren!“
Feiern und „danke“ sagen
Im Frühjahr stellte der Chor zudem die Weichen für die Zukunft und ließ sich als gemeinnütziger Verein eintragen. Das Jubiläumskonzert soll deshalb nicht nur ein Rückblick auf 30 bewegte Jahre sein. Vor allem möchten die „Blauen Jungs“ gemeinsam mit ihrem Publikum feiern und Danke sagen – „für die Unterstützung, die Treue und die vielen Begegnungen, die den Chor über all die Jahre begleitet haben“.
Rosenke: „Wer Lust auf einen Abend mit unserer Gastsängerin Kristina Linden hat, volle maritime Klänge und unterhaltsame Geschichten hören möchte, ist herzlich eingeladen mit an Bord zu kommen!“ Die Moderation hat der Mechernicher Journalist und Autor Manfred Lang übernommen: „Mit ihm wird unseren Gästen ein Kapitel Geschichte und Kultur der `Blauen Jungs´ im Zeitraffertempo präsentiert.“
Denn eines hat sich seit jenem regnerischen Tag im Jahr 1996 nicht geändert: „Die Freude am gemeinsamen Singen und daran, Menschen mit Musik zu begeistern. Schiff Ahoi!“
pp/Agentur ProfiPress
07/09/2026
