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Ronald Larmann

05/28/2026

25 Jahre Mode mit Menschlichkeit

Der soziale Kleiderladen des DRK-Kreisverbands Euskirchen feiert Jubiläum und plant einen besonderen Sommer-Abverkauf


Der soziale Kleiderladen des DRK-Kreisverbands Euskirchen feiert Jubiläum und plant einen besonderen Sommer-Abverkauf – Ehrenamtliches Engagement, gute Spenden und gelebte Gemeinschaft an der Münstereifeler Straße in Euskirchen

Euskirchen – Zwischen Kleiderständern, Kristallgläsern, Sommerjacken und schicken Schuhen wird gelacht, beraten und manchmal auch einfach nur zugehört. Wer den sozialen Kleiderladen des DRK-Kreisverbands Euskirchen an der Münstereifeler Straße betritt, merkt schnell: Hier geht es um weit mehr als günstige Kleidung. Seit inzwischen 25 Jahren ist der Laden ein Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen, Nationen und Lebenslagen.

„Wir haben hier eigentlich alles“, sagt die stellvertretende DRK-Kreisvorsitzende Edeltraud Engelen. Lampen, Hausrat, Kleidung, Schmuck, Dekoartikel. „Und viele kleine Dinge für die Seele“, ergänzt Tamara Pütz, die als Vollzeitkraft den Laden mit Unterstützung von sieben Ehrenamtlerinnen schmeißt. Ursprünglich sei der Laden einmal als klassischer sozialer Kleiderladen gegründet worden. Doch längst ist daraus viel mehr geworden: ein nachhaltiger Treffpunkt mit sozialem Charakter und gelebter Gemeinschaft.

Gute Laune, gutes Team: Tamara Pütz (l.) und Edeltraud Engelen wollen zum 25-jährigen Bestehen des sozialen DRK-Kleiderladens an der Münstereifeler Straße in Euskirchen einen Jubiläumsabverkauf starten, um Platz für neue Ware zu schaffen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Gute Laune, gutes Team: Tamara Pütz (l.) und Edeltraud Engelen wollen zum 25-jährigen Bestehen des sozialen DRK-Kleiderladens an der Münstereifeler Straße in Euskirchen einen Jubiläumsabverkauf starten, um Platz für neue Ware zu schaffen. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

„Hier darf jeder einkaufen“, betont Pütz. „Es geht nicht nur um soziale Unterstützung, sondern auch um Nachhaltigkeit. Viele Menschen möchten bewusster konsumieren oder einfach den Geldbeutel schonen.“ Damit das funktioniert, braucht es vor allem eines: gute Spenden. „Die Kleidung sollte sauber und direkt tragbar sein, also Sachen, die man auch selbst noch kaufen würde“, erklärt Pütz. Derzeit bittet das Team darum, Spenden vorher telefonisch anzumelden. Weil so viel gespendet werde, habe man die Annahme zeitweise auf zwei große Säcke pro Person begrenzen müssen.

Sortieren, kontrollieren, verkaufen

Im Hintergrund läuft dabei ein ausgeklügeltes System: Die Spenden werden zunächst vorsortiert, kontrolliert und anschließend noch einmal im Licht geprüft, bevor sie in den Verkaufsraum gelangen. Lange bleiben viele Stücke dort ohnehin nicht. „Der Andrang ist groß und das ist auch gut so“, sagt Edeltraud Engelen.

Dabei achtet das Team bewusst auf Fairness. Damit nicht morgens schon alles weggekauft wird, wandern viele Waren nur nach und nach aus dem Lager in den Laden. „Auch die Leute, die arbeiten oder erst mittags kommen können, sollen noch etwas Schönes finden“, erklärt Tamara Pütz.

Seit 25 Jahren ist der DRK-Kleiderladen an der Münstereifeler Straße, Ecke Gottfried-Kinkel-Straße beheimatet. Dort gibt es nicht nur günstige Kleidung, sondern auch immer ein offenes Ohr. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Seit 25 Jahren ist der DRK-Kleiderladen an der Münstereifeler Straße, Ecke Gottfried-Kinkel-Straße beheimatet. Dort gibt es nicht nur günstige Kleidung, sondern auch immer ein offenes Ohr. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Die Preise bleiben bewusst niedrig. T-Shirts gibt es ab wenigen Euro, Hosen oder Pullover ebenfalls günstig, je nach Zustand und Marke. „Aber wir machen keinen Unterschied zwischen den Menschen“, betont Pütz. „Hier bekommt niemand Sonderpreise und es wird auch nicht gehandelt.“

Zum 25-jährigen Bestehen plant das Team nun besondere Aktionen. „Wir starten einen Jubiläumsabverkauf, um in den kommenden Wochen Platz zu schaffen für neue Ware“, verrät Pütz. Die ohnehin günstigen Preise werden durch Rabatte noch attraktiver. „25 Prozent würde doch gut zum Jubiläum passen“, sagt Edeltraud Engelen mit einem Lächeln.

Denn gegründet wurde der Laden vor rund einem Vierteljahrhundert auf Initiative des DRK-Kreisverbands. Anfangs befand sich der Standort noch auf der anderen Straßenseite der Gottfried-Kinkel-Straße, schnell zog der Laden in die heutigen Räume um, wo einst eine Bäckerei beheimatet war.

Kleiner Seelsorgeort

Über die Jahre sind dort unzählige Geschichten zusammengekommen. Manche davon bewegen das Team bis heute. „Manchmal bekommt man richtig Gänsehaut“, erzählt Pütz. So habe eine Dame einmal ein Bild gespendet, das ihr Großvater nach dem Krieg von jemanden gegen Essen eingetauscht hatte. „Hier kommt einfach jede Epoche zusammen.“

Und genau das macht den sozialen Kleiderladen bis heute besonders: Zwischen Kleiderbügeln und Kaffeegesprächen entsteht ein Ort, an dem Menschen verweilen. „Manchmal ist das hier auch ein kleiner Seelsorgeort“, sagt Pütz. „Es wird viel erzählt, viel gelacht.“ Dass der Laden nach 25 Jahren noch immer so lebendig ist, liegt vor allem an den Menschen, die regelmäßig spenden. „Ohne diese Unterstützung gäbe es den Laden gar nicht“, sagt Edeltraud Engelen dankbar.

Geöffnet ist der soziale Kleiderladen des DRK-Kreisverbands Euskirchen montags bis donnerstags von 9.30 Uhr bis 12 Uhr und 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr, freitags von 9.30 Uhr bis 14 Uhr. Spenden sollten möglichst vorab telefonisch unter Telefon (02251) 625 485 angekündigt werden.

pp/Agentur ProfiPress