In Mechernich feierten zwei Dutzend Sternsinger und ihre Begleiterinnen vom Familienmesskreis mit der Pfarre St. Johannes Baptist den Abschluss des diesjährigen Dreikönigssingens zugunsten ausgebeuteter Kinder auf der ganzen Welt
Mechernich – Mit Engagement, eindrucksvollen Botschaften und Herzblut haben die Sternsinger der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Mechernich zum Jahreswechsel 2025/26 wieder ein starkes Zeichen für Solidarität und Nächstenliebe gesetzt. Zwar sind die Sternsinger diese Woche weiter unterwegs, sodass die endgültige Spendensumme derzeit noch nicht feststeht.
Aber die bisherigen Erfahrungen stimmen bereits zuversichtlich. Im vergangenen Jahr wurden im zum Bistum Aachen gehörenden Teil der Stadt Mechernich mehr als 22.000 Euro für Kinder in der sogenannten Dritten Welt gesammelt, davon allein über 4.000 Euro in der Kerngemeinde Mechernich. Auch in diesem Jahr hoffen die Verantwortlichen auf ein ähnlich starkes Ergebnis.

Zum Dankgottesdienst am 4. Januar kamen zwei Dutzend Sternsinger sowie mehrere Begleiterinnen des Familienmesskreises Mechernich, der die Aktion auch diesmal federführend betreut hat, allen voran Claudia Simon, Agnes Peters, Ramona Averbeck und Sandra Ottersbach. Der Gottesdienst wurde inhaltlich von den Sternsingern selbst gestaltet und von Pfarrer Stephen Rayappan Packiam, der aus Indien stammt, gemeinsam mit Lektor Georg Schürmann aus Roggendorf geleitet.
Besonders eindrucksvoll war die Eröffnung des Gottesdienstes: In einem szenischen Zwiegespräch erzählten zwei Kinder aus Bangladesch, Mo und Tazima, von ihrem Alltag in Fabriken – eingesetzt in der Verpackung von Süßwaren, die sie sich selbst nicht leisten könnten, oder bei der Herstellung von Aluminiumtöpfen.
Fabrik statt Schule
Der Schulbesuch blieb ihnen verwehrt, da ihre Eltern krank waren und auf Medikamente angewiesen. Erst durch das Eingreifen einer europäischen Hilfsorganisation – der Sternsinger – wendete sich ihr Schicksal: Mit besserer medizinischer Versorgung konnten die Eltern wieder arbeiten, die Kinder durften zurück in die Schule.
Pfarrer Stephen richtete bewegende Worte an die jungen Königinnen und Könige: „Ihr seid unsere Hoffnungsträger. Kinder erheben ihre Stimmen gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Armut – gerade jetzt in der Weihnachtszeit, in der wir ein Kind feiern, das die ganze Welt verändert hat.“

Die Sternsinger hätten ihre Stimmen erhoben und seien gegen Ausbeutung aufgestanden. „Die ganze Welt könnt ihr nicht verändern, aber das Leben dieser Kinder in Bangladesch – und ihr bringt Segen in die Häuser und zu den Menschen, die ihr besucht.“
Die Mechernicher Sternsinger bringen und brachten den Menschen, die sich vorher im Pfarrbüro angemeldet hatten, den traditionellen Dreikönigssegen „20*C + M + B + 26“ zu ihren Häusern und Wohnungen. Das bedeutet lateinisch abgekürzt „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“).
Gleichzeitig bildet das Signum die Initialen der drei Weisen aus dem Morgenland ab, die den neugeborenen Messias laut Bibel und frommer Legenden nach seiner Geburt aufsuchen und ihm mit Gold, Weihrauch und Myrre huldigen. Dabei werden Caspar, Melchior und Balthasar auf ihrem langen Weg aus dem orientalischen „Morgenland“, also dem ferneren Osten, von einem Kometen geführt, einem am Firmament wandernden Stern.
50 Millionen allein für Indien
Die Sternsingerin Lena Schmitz zitierte aus dem Buch des Propheten Jesaja: „Schreit so laut ihr könnt, tretet ein gegen Ungerechtigkeit, dann seid ihr meine Kinder, auf die ich höre, wenn sie mich rufen.“ Genau das hätten die Sternsinger getan, so Pfarrer Sterphen.
Der Geistliche dankte den Mädchen und Jungen in Mechernich sowie allen Sternsingern in Deutschland ausdrücklich persönlich für ihren Einsatz. Seit 1968 seien – umgerechnet – mehr als 50 Millionen Euro für Hilfsprojekte in Indien zusammengekommen. „Das ist katholischer Glaube“, betonte Stephen. „Wir sind nie gegen jemanden, sondern immer für die Menschen da.“
Das genaue Sammelergebnis der Sternsinger-Aktion 2025/26 in Mechernich wird voraussichtlich Ende der Woche bekanntgegeben.
pp/Agentur ProfiPress
01/06/2026

