Zwischen Fortschritt und Zumutung: Warum die Gebrüder Kreuser Mechernich bis heute prägen – Teil drei und vier der Serie aus Peter Lorenz Könens „Informationsblättern zur Eifeler Bergbaugeschichte“
Mechernich – Mechernich wäre ohne die Gebrüder Wilhelm, Carl, Hilarius und Werner Kreuser ein anderer Ort geworden – vermutlich kleiner, ärmer, langsamer gewachsen. Doch mit dem industriellen Aufstieg, den sie im 19. Jahrhundert maßgeblich vorantrieben, kamen nicht nur Wohlstand und Infrastruktur, sondern auch soziale Härten, gesundheitliche Risiken und Abhängigkeiten, die das Leben ganzer Generationen prägten.
Die Familiengruft der Kreusers auf dem Mechernicher Friedhof – sichtbares, heute kaum beachtetes Zeugnis einer Unternehmerfamilie, die die Entwicklung der Stadt und der Region entscheidend prägte. Als die Gebr. Kreuser am 2. März 1858 der Mechernicher Kirchengemeinde ein Grundstück für den Neubau einer größeren Pfarrkirche sowie 9300 Taler für den Bau der Kirche anboten, stellten sie einige Bedingungen wie unter Punkt 2: „Einen für unsere Familie auf dem Kirchhofe anständigen Beerdigungsplan als unser Eigentum“. Die Familiengruft wurde gestaltet von dem Aachener Künstler G. Götting. Zwei der vier Gebrüder fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Der älteste, Johann Wilhelm Kreuser, wurde dort beigesetzt, ebenso 1870 seine Frau Maria Katharina, geb. Mauel. Der zweitälteste Bruder Carl Kreuser sen. wurde 1893 auf dem neuen Friedhof in Bonn beigesetzt. Sein Sohn Emil Kreuser löste die Familiengrabstätte auf dem neuen Friedhof in Bonn in 1903 auf und seit diesem Jahr ruht auch die Familie Carl Kreuser sen. in der Familiengruft. Es stellt sich die Frage wo die jüngeren Brüder ihre letzte Ruhestätte fanden. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Das Erbe der Kreusers ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern eingeschrieben in Straßenverläufe, Gebäude, Bevölkerungszahlen – und in das kollektive Gedächtnis Mechernichs.
Totalansicht auf Mechernich mit neuer Pfarrkirche im Vorder- und den Schornsteinen der Magdalenen-Bleihütte im Hintergrund. Mit dem industriellen Aufstieg, den die Gebrüder Kreuser im 19. Jahrhundert maßgeblich vorantrieben, kamen nicht nur Wohlstand und Infrastruktur an den Bleiberg, sondern auch soziale Härten, gesundheitliche Risiken und Abhängigkeiten, die das Leben ganzer Generationen prägten. Repro: Stadtarchiv/pp/Agentur ProfiPress
Die vier aus Glehn stammenden Brüder waren Unternehmer ihrer Zeit: risikobereit, strategisch denkend, machtbewusst. Sie waren zugleich Teil eines Systems, das wirtschaftlichen Fortschritt über den Schutz von Mensch und Umwelt stellte. Als die Kreuser-Brüder in den frühen 1850er Jahren das Mechernicher Bleibergwerk übernahmen, waren sie keine Unbekannten im Gewerbe. Ihr Großvater Johannes Theodor Kreuser war Bleihändler, ihr Vater Johann Joseph Kreuser Landwirt und zugleich an einer Schmelzhütte beteiligt.
1882 errichtet, bot die Schlaf- und Speiseanstalt (links) auswärtigen Bergleuten Unterkunft und Verpflegung – ein Instrument zur Bindung dringend benötigter Arbeitskräfte. Rechts hinter den Arbeiterreihenhäusern der Bergstraße, das frühere Krankenhaus von Mechernich, an dessen Stelle sich heute das Seniorenheim „Kreuserstift“ befindet. Das frühere Krankenhaus wurde am 21. August 1971 niedergelegt. Repro: Stadtarchiv/pp/Agentur ProfiPress
„Komplette Neulinge im Bleigeschäft waren die Brüder also nicht“, schreibt der Mechernicher Regionalhistoriker Peter Lorenz Könen. Dennoch bleibe eine Frage zentral: Woher stammte das Kapital für den Kauf des gesamten Bergwerkskomplexes? Die berühmten 600.000 Taler, mit denen die Kreusers dem Grafen Julius zu Lippe-Bisterfeld die Gruben und Erzbetriebe abkauften, seien „nach heutigem Maßstab mehrere Millionen Euro gewesen – und dennoch eher ein Dumpingpreis“, so der Regionalhistoriker.
Die frühere Schlaf- und Speiseanstalt an der Friedrich-Wilhelm-Straße, in der später die Casinos der Bundeswehr und heute Flüchtlinge untergebracht sind. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Könen weist darauf hin, dass es neben den vier Brüdern weitere Geldgeber gegeben haben müsse, etwa den Gerbereibesitzer Mathias Krings aus Wesseling, „über den bis heute kaum gesprochen wird“.
Ausschnitte aus der Preußischen Generalstabskarte von 1846 und von 1893: Im Jahr 1845 bestand der Ort aus einer Dorfstraße, wo im Norden, im Bereich der Alten Kirche kleinere Gassen und Straßen über Jahrhunderte entstanden waren. Im Süden endete die Dorfstraße in der Straße „In der Hardt“. Mechernich zählte 1850 ganze 647 Einwohner. 1885 war die Einwohnerzahl auf 4042 geklettert. Repros: Peter-Lorenz Könen/pp/Agentur ProfiPress
Graf Julius zu Lippe-Bisterfeld hatte schon 1845 einen Käufer für sein Bergwerk gesucht. Der erwähnte Gerbereibesitzer Math. Krings aus Wesseling war der erste, der das gesamte Bergwerk kaufen wollte, aber ein Jahr später platzte sein finanzieller Hintergrund.
Eines der wenigen erhaltenen Gebäude aus der Hochphase des Mechernicher Bergbaus: die vierklassige Volksschule „im Sand“ von 1891, heute unter anderem Sitz der „Kleinen Offenen Tür“ von Kirche und Stadt für Kinder und Jugendliche sowie der Mechernicher „Tafel“. Der Anbau links entstand 1931. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Er tat sich dann mit den Gebrüdern Kreuser zusammen und war Teilhaber bis zur Gründung des Mechernicher Bergwerks-Actien-Vereins. Er wurde von Kreusers ausbezahlt, die ihrerseits bei der Bank Oppenheim viel Geld aufgenommen haben.
Die 1972 für eine vernünftige Zuwegung zum Gymnasium und später für einen Schulbusbahnhof (heute „Nyonsplatz“) abgerissene Kreuservilla in der Turmhofstraße (links; Quelle: Repro, Ausschnitt aus RW 0229 37856 1932). Das rechte Bild zeigt das Comptoir oder Verwaltungsgebäude in der Hardt, das als Verwaltungsgebäude des Mechernicher Bergwerks-Actienvereins diente. Es wurde fälschlicherweise als „Villa Kreuser“ in die Liste der städtischen Baudenkmäler eingetragen. Foto und Repro: Peter-Lorenz Könen/pp/Agentur ProfiPress
Ein Dorf wächst explosionsartig
Mit der Gründung des Mechernicher Bergwerks-Actien-Vereins (MBAV) begann eine Phase tiefgreifender Veränderungen. Die Ausweitung des Tagebaus, vor allem im Bachrevier, zog Arbeitskräfte aus weiten Teilen der Region an. „Das Wachstum Mechernichs ist ohne den Bergbau nicht zu erklären“, hält Könen fest.
Letzte Ruhestätte von Johann Hilarius Kreuser († 1888) in Bonn. „Er war ein Lebemann“, schreibt Regionalhistoriker Peter Lorenz Könen in seinen Bergbaukundlichen Informationsblättern, und wechselte häufig die Wohnorte. Von seinem Geburtsort Glehn wechselte er nach Bonn, Brühl-Vochem, Bonn, Baden-Baden und Bonn, wo er 1874 eine Grabstätte auf dem alten Friedhof kaufte. Im Dezember desselben Jahres verstarb seine Frau Josephine, geb. Jochims. Ihr folgte 1888 Johann Hilarius Kreuser. Der jüngste der Gebrüder, Matthias Werner Kreuser, war ein ruheloser Kaufmann. Vom Geburtsort Glehn verzog er nach Kommern, Köln, Braunschweig, Sachsenhausen, Blankenburg und Erbach am Rhein. 1884 verstarb er in Erbach im Rheingau und wurde dort beigesetzt. Foto: Peter-Lorenz Könen/pp/Agentur ProfiPress
Die Zahlen sprechen für sich: von 647 Einwohnern im Jahr 1850 auf 1976 im Jahr 1864, schließlich 4042 im Jahr 1885. Könen vergleicht diese Entwicklung mit einer Goldgräberstadt: „Innerhalb weniger Jahrzehnte entstand zwischen Bergwerk und Alter Kirche etwas, wofür andere Orte Jahrhunderte brauchten.“
Bauern, Hüttenbesitzer, Glücksritter und Spekulanten, wohl auch Ausbeuter, aber für Mechernich auch wichtige Gründerväter waren die aus Glehn stammenden Kreuser-Brüder (v.l.) Hilarius, Werner, Wilhelm und Karl. Repro: Archiv Peter-Lorenz Könen/Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Dieses Wachstum verlangte nach Wohnraum und Struktur. Ab 1860 ließ der MBAV erste Arbeiterhäuser errichten, neue Straßenzüge entstanden. Man betrieb am Bleiberg erstmals eine planmäßige Ortsentwicklung. Gleichzeitig blieben alte, gewachsene Wegbezeichnungen bestehen – ein sichtbares Zeichen dafür, wie sich alte Dorfstrukturen und neue Industrieordnung überlagerten.
Das frühere Kreuserstift um 1912, heute Teil des Kreiskrankenhauses Mechernich parallel zur Bahnstrecke Köln-Trier-Saarbrücken. Repro: Stadtarchiv Mechernich/pp/Agentur ProfiPress
1882 folgte der Bau der Schlaf- und Speiseanstalt an der heutigen Friedrich-Wilhelm-Straße, in der später die Casinos der Bundeswehr und heute Flüchtlinge untergebracht sind. Ihr Zweck war ursprünglich eindeutig: „Neue, von weit herkommende Arbeiter sollten sich in der neuen temporären Heimat Mechernich wohlfühlen – und womöglich bleiben“, schreibt Peter Lorenz Könen. Es sei eine funktionale Einrichtung gewesen, weniger aus sozialer Fürsorge, sondern vielmehr aus dem Wunsch und Bedarf nach stabiler Belegschaft.
Besitzanteilsscheine, so genannte „Kuxen“, der nachgeborenen Familienangehörigen Julie, Karl und Emmy Kreuser. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Kirche, Schule, Gemeinde im Sog
Besonders deutlich wird der Einfluss der Kreusers auf das öffentliche Leben in den Verträgen zwischen Gewerkschaft und Gemeinde. Bereits 1858 verpflichtete sich die Gesellschaft, Kosten für Kirchen- und Schulbau sowie für die Armenpflege zu übernehmen, sofern diese durch den Zuzug der Arbeiter stiegen.
Historiker Peter-Lorenz Könen zieht ein nüchternes Fazit: Ohne die Gebrüder Kreuser wäre Mechernich kaum über den Status eines unbedeutenden Dorfes hinausgewachsen. Doch die heutige Stadt tue sich noch immer schwer, ihre Urväter angemessen zu verorten – jenseits von Heldenverehrung oder pauschaler Verurteilung. Die Geschichte der Kreuser-Brüder sei mit den Teilen drei und vier in einer Serie seiner „Bergbaukundlichen Informationsblätter“ nicht abgeschlossen, sondern Teil einer bis heute offenen Debatte um Erinnerung, Verantwortung und historische Einordnung. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
In den Statuten des MBAV wurde dies später festgeschrieben. Könen zitiert aus dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Aachen: Die Gesellschaft habe „für den durch die Arbeiter selbst nicht gedeckten erhöhten Kostenbetrag aufzukommen“.
Eines der ersten Arbeiterhäuser in der Weierstraße von 1860. 1871 bis etwa 1888 folgte der Bau der Bergstraße und ihrer Arbeiterwohnungen. 1882 entstanden in der Friedrich-Wilhelm-Straße Wohnhäuser für die Beamten des Mechernicher Bergwerks-Actienvereins (MBAV). Foto: Peter-Lorenz Könen/pp/Agentur ProfiPress
Zwischen 1876 und 1891 entstanden so Gemeindehaus, mehrere Schulen und Erweiterungsbauten. „Diese Bauwerke zeigen, dass Industrialisierung nicht nur Arbeitsplätze schuf, sondern tief in das Gemeinwesen eingriff“, so Könen.
Nicht alle Erinnerungsstücke an die Mechernicher Bergbaugeschichte sind maßstabsgerecht: Einweihung des Kreisverkehrs mit Darstellungen der nach den Kreuser-Brüdern benannten Hüttenschornsteine „Kurzer Carl“ und „Langer Emil“ durch die freiwillige Renter-Arbeitskolonne „Spatenstich“. Links der damalige Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, rechts der frühere Euskirchener Landrat Günter Rosenke. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Während Arbeiterhäuser funktional und dicht gedrängt waren, entstand nahe dem Turmhof die Kreuservilla – Wohnsitz der Generaldirektoren des MBAV. Sie markierte Distanz und Hierarchie. Könen beschreibt sie als „sichtbares Zeichen wirtschaftlicher und sozialer Macht“. Dass die Villa 1972 abgerissen wurde, um Zugang zum Gymnasium und später einen Schulbusbahnhof zu schaffen, den heutigen „Nyonsplatz“, wertet er als Verlust eines wichtigen baulichen Zeitzeugnisses.
Jedes Jahr am Jahrestag der letzten Schicht auf Spandau gibt es geführte „Silvesterwanderungen“ vom Mechernicher Bergbaumuseum unter anderem zum Sockel des in den 50er Jahren von Grenzschutz-Pionieren gesprengten „Langen Emil“. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Dem Fortschritt stand eine Arbeitswelt gegenüber, die extreme Opfer forderte. Könen verweist auf Berichte über Tagebau und Untertagearbeit, die „den Bedingungen der Strafanstalt »Spandau« bei Berlin nahegekommen sein müssen“. Der im Volksmund gebräuchliche Name des Bergwerks – „Op (Auf) Spandau“ – sei nicht zufällig entstanden.
Die Mechernicher Kirchenkrippe zeigt seit Jahren auch von Sakristan Marco Sistig und Gebäudemanager Mario Fuß geschaffene Bergbaurelikte. Hier ließ Krippenarchitekt Pfarrer Erik Pühringer Caspar, Melchior und Balthasar im Schatten von Malakowturm, „Langem Emil“ und „Kurzem Carl“ vorbeiziehen. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Besonders eindrücklich ist für den Sohn des ebenfalls bereits als Heimatforscher tätigen Anton Könen das bekannte Gemälde des Tagebaus Virginia: Arbeiter, die Erz Stufe um Stufe nach oben schaufeln, während ein Mann den Takt vorgibt. „Das wirkt wie auf einer römischen Sklavengaleere“, zitiert er zeitgenössische Beobachter. Zwischen 1853 und 1866 seien mindestens 86 tödliche Unglücke belegt – eine Zahl, die das Risiko des Alltags verdeutlicht.
1858 bauten die vier Gebrüder Kreuser direkt neben dem Turmhof in der damaligen Dorf- und späteren Turmhofstraße diese repräsentative Villa für 15.725 Taler 1 Silbergroschen. Das Gebäude diente dem jeweiligen Generaldirektor des MBAV als Wohnsitz. Der erste Bewohner war Mathias-Werner Kreuser, der Jüngste der vier Gebrüder. Von 1861 bis 1893 bewohnte Generaldirektor Bergmeister a.D. Friedrich Wilhelm Hupertz die Kreuservilla. Ihm folgte der Generaldirektor Bergrat a.D. Emil Kreuser bis 1918. Nach Ende des 2. Weltkrieges fanden vier Familien dort eine Wohnung. 1964 dienten zwei Räume als provisorische Klassenräume des neuen Gymnasiums sowie ein Raum für die evangelische Volksschule. Die Kreuser-Villa wurde im Juni 1972 abgerissen. Repro: Stadtarchiv/pp/Agentur ProfiPress
Konsum, Lohn und Abhängigkeit
Ein ambivalentes Kapitel ist das Konsum-System. Bergleute konnten Waren in den bergwerkseigenen Läden erwerben, die Kosten wurden direkt vom Lohn abgezogen. „Ein früher Vorläufer des bargeldlosen Zahlungsverkehrs“, schreibt Pelo Könen, „der vielen die Übersicht über ihre finanziellen Verhältnisse nahm.“ Besonders Werner Kreuser, der jüngste Bruder und erste Generaldirektor, gilt als treibende Kraft dieses Systems. „Mancher hielt ihn für zu gerissen“, notiert Könen – auch innerhalb der eigenen Familie.
Die Heiratsurkunde von Johann Hilarius Kreuser und Maria Josepha Jochims. Repro: Peter-Lorenz Koenen/pp/Agentur ProfiPress
Heute ist die Erinnerung an die Kreusers in Mechernich eher bruchstückhaft. Die Familiengruft auf dem Friedhof an der Alten Kirche, Grabstätten auch in Bonn und im Rheingau, keine Straßennamen, die auf die Gebrüder hinweisen, – mehr sei kaum geblieben. Könen spricht von einem erstaunlichen Befund: „Eigenartig ist, dass es kaum Hinweise auf die Urväter des modernen Mechernich gibt.“ Nur eine Straße ist nach Bergrat a.D. Emil Kreuser aus der zweiten Generation benannt.
Der Regionalhistoriker fällt kein eindeutiges Urteil, sondern ein differenziertes. Die Kreusers hätten „epochal viel geleistet“, aber ihr Wirken stehe zugleich für eine Zeit, „in der menschliche Kosten billigend in Kauf genommen wurden“. Vier Namen, ein Ort, viele Fragen – ihr Erbe zwinge Mechernich, das Zeitalter seiner Industrialisierung nicht nur als Fortschritt, sondern auch als Zumutung zu begreifen.
Die ehemaligen Hallen der Schreinerei Gebrüder Jakobs, nach dem Krieg die Blechwarenfabrik, im Volksmund „Tösjesfabrik“, in der Emil-Kreuser-Straße. Am Standort der früheren Blechwarenherstellung befindet sich heute das städtebauliche Wohnprojekt „Emil 34“. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Historiker Peter-Lorenz Könen zieht daraus ein nüchternes Fazit: Ohne die Gebrüder Kreuser wäre Mechernich kaum über den Status eines unbedeutenden Dorfes hinausgewachsen. Doch die heutige Stadt tue sich noch immer schwer, ihre Urväter angemessen zu verorten – jenseits von Heldenverehrung oder pauschaler Verurteilung. Die Geschichte der Kreuser-Brüder sei mit den Teilen drei und vier in einer Serie seiner „Bergbaukundlichen Informationsblätter“ nicht abgeschlossen, sondern Teil einer bis heute offenen Debatte um Erinnerung, Verantwortung und historische Einordnung.
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