Ausverkauftes Dreikönigskonzert der „Mainzer Musici“ in Mechernich begeisterte zugunsten der Schwerst- und Langzeitpflege der Communio in Christo
Mechernich/Mainz – Draußen winterliche Kälte, drinnen ein bis auf den letzten Platz gefüllter Ratssaal, musikalische Exzellenz und eine warme Atmosphäre: Mit ihrem traditionellen Dreikönigskonzert haben die „Mainzer Musici“ auch in diesem Jahr ein musikalisches Ausrufezeichen im Mechernicher Rathaus gesetzt. Der Benefizabend zugunsten der Schwerst- und Langzeitpflege des Sozialwerks Communio in Christo e.V. verband höchste künstlerische Qualität mit einem tiefen sozialen Anliegen – und das erneut vor ausverkauftem Haus.

„Viel Werbung braucht es eigentlich nicht mehr“, sagte Sozialwerk-Geschäftsführer Norbert Arnold. Über die Jahre habe sich eine treue Zuhörerschaft entwickelt, die das besondere Format schätze, das in der Region einzigartig ist. Dass ein solch anspruchsvolles klassisches Konzert regelmäßig in Mechernich und nicht in der Kölner Philharmonie stattfinde, sei alles andere als selbstverständlich. Umso größer sei die Dankbarkeit gegenüber den Musikerinnen und Musikern, die eigens aus Mainz anreisten – am selben Tag hin und spät in der Nacht wieder zurück. „Das ist ein enormer Aufwand, der vollständig ehrenamtlich geschieht“, betonte Arnold.
„War lange ein Wunsch“
Musikalisch spannten die „Mainzer Musici“ unter der Leitung von Professor Benjamin Bergmann einen feinsinnigen Bogen von barocker Festlichkeit bis zur innigen Romantik. Den Auftakt bildete Arcangelo Corellis Concerto grosso op. 6, Nr. 8 „Fatto per la notte di Natale“. Das Werk, einst für die Weihnachtszeit komponiert, erzählte musikalisch vom Weg aus der Dunkelheit ins Licht – von der Pastorale der Hirten bis zur freudigen Verkündigung. Passend zum Dreikönigstag schloss sich hier bereits ein thematischer Kreis.

Dieser setzte sich fort mit drei Arien aus Mozarts Singspiel „Il re pastore“ (Der Hirtenkönig), das der erst 18-jährige Komponist für den Salzburger Fürsterzbischof anlässlich eines hohen Besuchs geschrieben hatte. Solistin des Abends war die koreanische Koloratursopranistin Jeeho Park, deren klare, leuchtende Stimme das Publikum sichtlich berührte. Park, ausgebildet an der Seoul National University und inzwischen Mitglied des Jungen Ensembles am Staatstheater Mainz, überzeugte mit technischer Präzision ebenso wie mit großer Ausdruckskraft. Auch Emanuel Reichert-Lübbert glänzte mit einem fast sphärischen Violinen-Solo, dass das Publikum mit seiner exakten tonalen Bandbreite schnell in den Bann zog.

Professor Bergmann erläuterte dabei einen besonderen musikalischen Zusammenhang: Eine der Arien greife bereits jenes Thema auf, das Mozart später zum Hauptmotiv seines dritten Violinkonzerts weiterentwickelte. „Solche inneren Verbindungen einmal im Konzert erlebbar zu machen, war mir schon lange ein Wunsch“, sagte Bergmann – der in Mechernich erstmals Realität wurde.
Töne, die die Welt bedeuten
Unterstützt wird das Konzert seit Jahren von Medizinprofessor Dr. Paul-Georg Knapstein, der sich mit großem persönlichem Engagement für die Benefizreihe einsetzt. Sponsoren sind unter anderem der „Rotary Club Mainz Churmeyntz“, der die Busfahrt des Ensembles finanziert, sowie die Kreissparkasse Euskirchen. Der Erlös des Abends kommt der Schwerst- und Langzeitpflege der Communio zugute – einem Bereich, in dem Menschen betreut werden, die im gesellschaftlichen Alltag oft kaum sichtbar sind.

„Solche Abende sind ein starkes Zeichen der Wertschätzung – für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Arbeit unserer Mitarbeitenden“, sagte Einrichtungsleiterin Sonja Plönnes, die unter anderem neben Norbert Arnold und Communio-Generalsuperior Jaison Thazhathil in der ersten Reihe Platz nahm. Gerade für Menschen in der Schwerstpflege bedeute es viel zu spüren, dass „etwas für sie gemacht wird“ und dass ihre Lebensrealität öffentlich wahrgenommen werde.

Ein emotionaler Höhepunkt folgte nach einer „fetzigen Zugabe“ zum Abschluss: Mit Brahms’ „Guten Abend, gute Nacht“ verabschiedeten sich Ensemble und Sopranistin von einem sichtlich gerührten Publikum. Der innige Gesang ließ den Abend leise und würdevoll ausklingen.

Dass Perfektion und Begeisterung das Markenzeichen der „Mainzer Musici“ sind, war an diesem Abend einmal mehr spürbar. Doch es war nicht allein die musikalische Exzellenz, die das Dreikönigskonzert so besonders machte. Es war die spürbare Verbundenheit zwischen Künstlern, Veranstaltern und Publikum – und die Gewissheit, dass Musik hier mehr ist als Kunst: nämlich ein Mittel, Lebensqualität zu schenken und Brücken zu bauen.


pp/Agentur ProfiPress
01/13/2026

