Kostenlose Konzertreihe „Mechernich.live“ startet am 16. Oktober mit „Männer von Flake“ und „Kontrast“ im Johanneshaus – Team beriet sich mit Bürgermeister Michael Fingel und Manuela Holtmeier – Nachwuchsbands gesucht
Mechernich – Der erste Akkord ist noch nicht gespielt, doch die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren: Rainer Peters, Rolf Becker und Lothar Lubitz, die gemeinsam mit Heinz Berger das Kernteam hinter „Mechernich.live“ bilden, kamen jetzt ins Rathaus, um Bürgermeister Michael Fingel und seine persönliche Referentin Manuela Holtmeier ausführlich über die neue Konzertreihe zu informieren. Gemeinsam wurde beraten, wie die sieben geplanten Clubkonzerte möglichst gut organisiert werden können – und welche Perspektiven sich daraus für die musikalische Kultur in Mechernich entwickeln könnten.

„Kurzum: Sie laufen bei mir offene Türen ein“, machte Bürgermeister Fingel deutlich. Musikalische Angebote seien in Mechernich zwar vorhanden, insgesamt aber noch ausbaufähig. „Der Wunsch danach ist groß. Mechernich soll ein Ort werden, an dem man gerne Zeit verbringt und an dem unterschiedliche Geschmäcker bedient werden – in der Freizeit genauso wie in der Kultur.“
Der Auftakt
Da kommt „Mechernich.live“ ins Spiel: Von Oktober dieses Jahres bis April 2027 soll jeweils am dritten Freitag eines Monats Livemusik im Johanneshaus (An der Kirche 4) neben der Pfarrkirche St. Johannes Baptist geboten werden. Die Premiere steigt am Freitag, 16. Oktober, ab 19 Uhr mit den „Männern von Flake“, die Hits aus 50 Jahren Rockgeschichte auf die Bühne bringen. Zuvor gehört das Rampenlicht dem musikalischen Nachwuchs: Als Vorband tritt „Kontrast“, die Rockband-AG des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof, auf.
Das Orga-Team dahinter bringt nicht nur ein gemeinsames Faible für Livemusik, sondern auch reichlich Erfahrung aus eigenen Bands, Veranstaltungen wie „Rock am Rathaus“ sowie aus der Licht- und Bühnentechnik mit. So spielt Bassist Rainer Peters unter anderem bei der Band „Rockwood“, die wie die „Männer von Flake“ schon öfter bei Rock am Rathaus aufgetreten sind.
Sieben Bands in sieben Monaten
Das Programm für die erste Saison steht bereits. Nach den „Männern von Flake“ sollen „Rostfrei“ mit Rock und Blues, die ZZ-Top-Tribute-Band „Double Down“, „Rock on Wood“ mit akustischer Musik, „Von Stülp Revival“ mit Liedern aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, „Two of a kind“ mit Soul, Pop und Funk sowie die „Old Schoolband“ mit Classic Rock folgen.
Langfristig soll das musikalische Spektrum noch breiter werden. Denkbar seien beispielsweise auch eine „Classic Night“ oder andere Formate, die über Rockmusik hinausgehen. „Uns geht es um Vielfalt“, betonten die Organisatoren. Gleichzeitig sollen möglichst viele Bands und Nachwuchstalente aus Mechernich und der näheren Umgebung eine Chance erhalten.

Bewerben können sich ausdrücklich auch junge Musikerinnen und Musiker sowie Gruppen, die bislang kaum oder noch gar keine Bühnenerfahrung gesammelt haben. Der überschaubare Rahmen des Johanneshauses biete ihnen eine gute Gelegenheit, erste Erfahrungen vor Publikum zu sammeln.
Ein klassisches Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Stattdessen geht bei jedem Konzert der Hut herum. Was darin landet, erhalten die auftretenden Künstlerinnen und Künstler. Davon getrennt ist der Getränkeverkauf: Dessen Erlös soll jeweils einer Hilfsorganisation oder sozialen Initiative aus Mechernich zugutekommen. Bei der Premiere wird für die Mechernicher Tafel gesammelt. Danach soll der gute Zweck von Veranstaltung zu Veranstaltung wechseln und jeweils rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Rückenwind aus dem Rathaus
Finanzielle Zuschüsse kann die Stadt angesichts des eingeschlagenen Konsolidierungskurses derzeit nicht zusagen. Dafür stellte Bürgermeister Fingel praktische Unterstützung in Aussicht. Dazu zählen unter anderem die städtische Pressearbeit und Social-Media-Kanäle sowie die Weitergabe von Infos an die Ortsbürgermeisterinnen und -meister in allen 44 Ortschaften.
Plakate und Flyer könnten zudem dort platziert werden, wo ohnehin viele Menschen aus dem Stadtgebiet zusammenkommen – etwa in Freizeiteinrichtungen, Geschäften oder im Rathaus. Auch bei Genehmigungsfragen, Transporten oder dem Auf- und Abbau könne die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten und vorhandenen Kapazitäten helfen. „Wir können solche Veranstaltungen nicht selbst organisieren“, so Fingel: „Aber wir begleiten sie gerne, schaffen Möglichkeiten und bringen das ein, was wir als Stadt leisten können.“

Bei dem Gespräch im Rathaus ging es auch um praktische Fragen. Das Johanneshaus bietet eine passende Infrastruktur mit Bühne, Theke und kurzen Wegen, verfügt aber nur über eine begrenzte Kapazität. Rund 150 Gäste könnten dort Platz finden. Da keine Eintrittskarten ausgegeben werden, empfiehlt das Team besonders zur Premiere rechtzeitiges Kommen.
Ein klarer Ablauf soll für den Fall festgelegt werden, dass mehr Menschen kommen, als eingelassen werden können. Auch Parkmöglichkeiten, Verkehrsaufkommen und die Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft wurden angesprochen.
Zukunftsmusik
Zunächst bleibt das Johanneshaus bis April der feste Standort. So könne das Team Abläufe einspielen, technische Ausrüstung vor Ort nutzen und der neuen Reihe einen Wiedererkennungswert geben. Wird „Mechernich.live“ gut angenommen, soll es im darauffolgenden Herbst fortgesetzt werden.
Für spätere Jahre brachte Michael Fingel zudem die Idee ins Spiel, einzelne Konzerte an besonderen Orten im Stadtgebiet stattfinden zu lassen. Je nach Musikrichtung könnten beispielsweise der Ratssaal, historische Räumlichkeiten oder das Bergbaumuseum eine außergewöhnliche Atmosphäre bieten. Eine klassische Musiknacht brauche schließlich ein anderes Ambiente als ein Rockkonzert.
Auch die von Fingel angestrebte Freilichtbühne im Kommerner Mühlenpark könnte langfristig neue Möglichkeiten eröffnen. Dort seien Parkplätze, Strom, Toiletten und ausreichend Platz vorhanden, ohne dass sich unmittelbar Wohnhäuser anschließen. Entscheidend sei für ihn jedoch, dass aus einzelnen Veranstaltungen ein verlässliches kulturelles Angebot werde: „Mir ist wichtig, dass Beständigkeit hineinkommt. Nicht nur ein einmaliges Highlight, sondern Termine, auf die sich die Menschen regelmäßig freuen können.“
Ob „Mechernich.live“ tatsächlich zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders wird, entscheidet nun das Publikum. Das Orga-Team ist jedenfalls startklar: „Wir probieren es aus und freuen uns über jeden, der mit uns Spaß an Livemusik hat.“ Der Eintritt ist frei, der Hut geht für die Musikerinnen und Musiker herum. Der Erlös aus dem Getränkeverkauf ist für soziale Zwecke bestimmt. Nachwuchsbands und mögliche Sponsoren können sich unter www.mechernich.live informieren.
pp/Agentur ProfiPress
09/08/2026

