Ministerium genehmigt Antrag der Stadt Mechernich für neuen Autobahnanschluss Satzvey – Erster Beigeordneter Thomas Hambach berichtete im Planungsausschuss über den Sachstand – Stadt übernimmt Verfahren, Kosten dafür tragen Bund und Land
Mechernich – Drei Autobahnanschlüsse gibt es im Stadtgebiet Mechernich bereits: Wißkirchen im Norden mit direkter Nähe zu Firmenich/Obergartzem, Mechernich selbst als zentrale Anbindung sowie Nettersheim, das das südliche Stadtgebiet mit erschließt. Nun rückt ein vierter Anschluss ein Stück näher: Satzvey.
Im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss berichtete der Erste Beigeordnete Thomas Hambach über den aktuellen Sachstand. Die Stadt Mechernich hatte bei der Autobahn GmbH einen Antrag auf Errichtung einer neuen Anschlussstelle an der A1 im Bereich Satzvey gestellt. So lautete der Auftrag der Politik, der seinerzeit einstimmig gefasst worden war.

„Unser Antrag war sehr erfolgreich“, sagte Hambach im Ausschuss. Denn das Bundesverkehrsministerium hatte das Vorhaben Ende 2025 grundsätzlich genehmigt. Das Konzept passe genau zu den verkehrspolitischen Zielen: Innenstädte und Ortslagen entlasten, den Umstieg vom Auto auf die Schiene erleichtern und die vorhandene P&R-Anlage sowie den Bahnhaltepunkt sinnvoll einbinden.
Jetzt gehe es darum, die nächsten Schritte einzuleiten. Nach Angaben der Verwaltung soll eine Planungsvereinbarung zwischen der Stadt Mechernich, Straßen.NRW und der Autobahn GmbH geschlossen werden. Die Stadt will das Verfahren betreuen und das Baurecht schaffen. An den Gesamtkosten der geplanten Autobahnanbindung ist die Kommune nach derzeitigem Stand nicht beteiligt, diese werden zwischen Bund und Land aufgeteilt.
Planung zügig voranbringen
Hambach machte deutlich, dass die Verwaltung hier aktiv gestalten wolle: „Wir sind nicht kostenbeteiligt, allerdings planungsrechtschaffend.“ Man wolle zügig vorankommen und der Autobahn GmbH die Möglichkeit geben, das Projekt umzusetzen. Eine konkrete Aussage zum Zeitpunkt der Realisierung sei derzeit aber noch nicht möglich.
Kritische Nachfragen kamen von SPD-Sprecher Daniel Decker. Er warnte davor, nur die neue Auf- und Abfahrt zu betrachten. Es müsse auch geklärt werden, welche Auswirkungen der Anschluss auf die umliegenden Orte wie Antweiler und auf die Verkehrsströme insgesamt habe. Außerdem löse der Autobahnanschluss aus der Sicht der SPD nicht automatisch die Verkehrsprobleme in Satzvey selbst. Dort sei weiterhin eine Ortsumgehung notwendig.

Hambach entgegnete, das eine schließe das andere nicht aus. Der Rat habe den Antrag für den Autobahnanschluss einstimmig beschlossen. Parallel habe die Stadt auch die Ortsumgehung Satzvey zur Fortschreibung des Landesstraßenbedarfsplans angemeldet. Ob diese dort aufgenommen werde, sei noch offen. Es gebe aber Hinweise, dass das Thema weiter auf dem Tableau stehe.
Unterstützung kam von Björn Wassong, Fraktionsvorsitzender der CDU. Er lobte den Einsatz von Stadt, Verwaltung und Politik für den neuen Anschluss: „Wir finden das großartig.“ Die CDU habe sich mit ihren Abgeordneten immer wieder für dieses Projekt starkgemacht. Der Anschluss sei vielleicht nicht der letzte Schritt, könne aber die Verkehrssituation rund um Satzvey spürbar verbessern.
Damit ist der neue Autobahnanschluss noch nicht gebaut, aber er ist deutlich näher gerückt. Die Stadt Mechernich will nun das Planverfahren auf den Weg bringen. Die Verwaltung kündigte an, über die weiteren Schritte regelmäßig zu berichten.
pp/Agentur ProfiPress
05/07/2026
