Bürgermeister Michael Fingel besichtigt Kanalarbeiten an der Feytalstraße – Für Abwasserkanal sollen neun Tonnen schwere Rohre mit einem Durchmesser von 1,6 Metern verlegt werden – Auch Strom- und Wasserleitungen werden erneuert
Mechernich – „Hier müssen auf filigrane Weise etliche Tonnen bewegt werden“, fasste Mechernichs Bürgermeister Michael Fingel zusammen, in welchen Dimensionen sich gerade die Kanalarbeiten an der Feytalstraße bewegen. In das Kanalbauwerk wurde eigens ein Bagger herabgelassen, um dort zunächst eine Umleitung für die bestehenden Abwasserkanäle zu schaffen, damit schließlich der Hauptkanal saniert werden kann. Dazu sollen Kanalrohre mit einem Durchmesser von 1,6 Metern unterhalb der Feytalstraße verlegt werden. In einem Zug werden dann auch Strom- und Wasserleitungen erneuert.

„Es ist die größte Baumaßnahme, die wir derzeit im Stadtgebiet haben – auch was die Planungen angeht“, erklärt Mario Dittmann, Fachbereichsleiter Technische Betriebe der Stadt Mechernich. Rund zwei Jahre habe man bereits in die Planung und Vorbereitung gesteckt, die Baumaßnahme selbst soll jetzt noch drei Jahre in Anspruch nehmen. In den Osterferien fiel der Startschuss für die erste Bauphase, jetzt machte sich Bürgermeister Fingel gemeinsam mit Mario Dittmann und Christina Zdralek (Mitarbeiterin Technische Betriebe) vor Ort einen Eindruck von der Kanalsanierung.
Künftig ein großer Hauptkanal
Unter der Feytalstraße laufen derzeit mehrere Abwasserleitungen aus Mechernich und den umliegenden Ortschaften Bergheim, Roggendorf, Denrath und Weißenbrunnen zusammen. „Das ist historisch so gewachsen“, weiß Mario Dittmann. Damit diese in Zukunft über einen großen Hauptkanal abfließen können, müssen zunächst Umleitungen geschaffen werden, damit die Bauarbeiter trockenen Fußes am neuen Kanal arbeiten können.

Der künftige Hauptkanal soll einen Durchmesser von 1,6 Metern haben. „Da kann ich praktisch drinstehen“, lacht Christina Zdralek, die stellvertretend für ihren Teamleiter Andreas König bei der Baustellenbegehung dabei ist. Auf der rund 700 Meter langen Baustrecke der Feytalstraße sollen 166 dieser Rohre verbaut werden, jedes davon etwa neun Tonnen schwer. „Das sind 90 LKW-Ladungen allein für die Rohre“, fasst Marcel Maniecki Bauleiter der Firma Backes, zusammen.

Damit die großen Bauteile überhaupt bewegt werden können, steht ein 50 Tonnen schwerer Kettenbagger auf dem früheren Parkplatz vor der Grundschule. Da Bürgermeister Michael Fingel sich bereits angeboten hat, der Firma Backes bei den Baggerarbeiten zu helfen, darf er den Bagger einmal ausprobieren – und hat sichtlich Spaß dabei. Anschließend steigt er zu den Bauarbeitern hinunter in den rund fünf Meter tiefen Schacht und lässt sich zwischen feuchten Wänden von den Stemmarbeiten mit Bagger und Presslufthammer berichten.
Verkehrsführung vorbereitet
Die Abwasserkanäle unter der Feytalstraße stammen etwa aus den 1960er Jahren. Aufgrund des Alters war eine Erneuerung bereits mehrfach von den Aufsichts- und Genehmigungsbehörden gefordert worden. Für die Stadt ist es „eine Rechnung mit vielen Variablen“, so Mario Dittmann, denn bei der notwendigen Vollsperrung der Straße muss der Schülerverkehr aufrechterhalten und auch der Zugang zu Gewerbebetrieben und Tennisplätzen muss weiterhin ermöglicht werden.

„Um die Verkehrsführung vorzubereiten haben wir unter anderem zehn neue Bushaltestellen an der Turmhofstraße und an der Heinrich-Heidenthal-Straße gebaut“, erzählt der Bauleiter. Baken und Bauzäune sichern den Schulweg ab, Hinweisschilder informieren über den Stand der Baumaßnahme und entsprechende Umleitungen. Der Lidl hat eine alternative Zufahrt über die L61 bekommen.
Betreten verboten!
Die Verantwortlichen sprechen ein Lob für alle Beteiligten aus: „Es läuft alles sehr ruhig. Die Fragen und Klagen der betroffenen Anwohner halten sich sehr in Grenzen“, betont Mario Dittmann. Dennoch wolle man noch einmal darauf hinweisen, dass das Betreten der Baustelle über die Absperrungen hinweg verboten sei. Christina Zdralek: „Wenn der Kanalschacht nach oben offen ist und demnächst der riesige Kettenbagger über die Baustelle fährt, ist das unbefugte Betreten tatsächlich lebensgefährlich.“

Wer sich über den aktuellen Stand der Baumaßnahme informieren möchte, kann dies über die eigens eingerichtete Seite der Stadt Mechernich tun: https://www.mechernich.de/aktuelle-strassensperrungen/feytalstrasse

pp/Agentur ProfiPress
04/30/2026
