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Manfred Lang

11/03/2026

Ihr Ja gilt Gott und den Menschen

Drei Schwestern aus Kerala legten in der Mechernicher Gründungskapelle der Communio in Christo ihre Gelübde ab – Ihr Einsatz reicht von der Betreuung Demenzkranker bis zur täglichen Mahlzeit für 150 Bedürftige

Drei Schwestern aus Kerala legten in der Mechernicher Gründungskapelle der Communio in Christo ihre Gelübde ab – Ihr Einsatz reicht von der Betreuung Demenzkranker bis zur täglichen Mahlzeit für 150 Bedürftige

Mechernich – Zehn ältere und demente Menschen haben bei Schwester Mini Joseph (55) im „Santhidhan“-Haus („Frieden schenken“) ein Zuhause gefunden. Bis zu 150 Bedürftige erhalten täglich eine Mahlzeit in der Armenküche „Anjappam“ („Fünf Brote“) des Kapuzinerpaters Bobby Jose Kattikad OFMCap, in der die Schwestern Philomena Antony Karimpil (67) und Silvy Augustine Elinjely (45) arbeiten.

Schwester Silvy Augustine Elinjely bei ihrer Profess in der Mechernicher Gründungskapelle: Diakon Manfred Lang nahm stellvertretend für Generalsuperior Father Jaison Thazhathil die Versprechen entgegen. Die Ordensregel in ihrer Muttersprache Malayalam begleitet sie auf ihrem weiteren Weg. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Schwester Silvy Augustine Elinjely bei ihrer Profess in der Mechernicher Gründungskapelle: Diakon Manfred Lang nahm stellvertretend für Generalsuperior Father Jaison Thazhathil die Versprechen entgegen. Die Ordensregel in ihrer Muttersprache Malayalam begleitet sie auf ihrem weiteren Weg. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Die drei 1971, 1958 und 1980 geborenen Ordensfrauen aus dem südindischen Kerala haben am Dienstagabend in der Gründungskapelle des Ordo Communionis in Christo in Mechernich ihre Gelübde abgelegt. Ihr Ja zu Gott verbindet sich mit einem Dienst an Menschen, die Hilfe brauchen.

„Am Anfang jeder Berufung steht Gottes Liebe“: Diakon Manfred Lang erinnerte in seiner Profess-Predigt daran, dass Gottes Entscheidung für den Menschen dessen eigener Entscheidung vorausgeht. Für die drei Schwestern sei das Zusage und Entlastung zugleich: Ihre Hingabe werde von einer Liebe getragen, die auch dann Bestand habe, wenn die eigene Begeisterung nachlasse und die Kraft an Grenzen stoße. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
„Am Anfang jeder Berufung steht Gottes Liebe“: Diakon Manfred Lang erinnerte in seiner Profess-Predigt daran, dass Gottes Entscheidung für den Menschen dessen eigener Entscheidung vorausgeht. Für die drei Schwestern sei das Zusage und Entlastung zugleich: Ihre Hingabe werde von einer Liebe getragen, die auch dann Bestand habe, wenn die eigene Begeisterung nachlasse und die Kraft an Grenzen stoße. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Ihr Ja zu Gott wird im Dienst am Menschen konkret: Schwester Philomena Antony Karimpil, Pater Rudolf Ammann, Schwester Silvy Augustine Elinjely und Schwester Mini Joseph (v.l.) nach der Profess in der Gründungskapelle der Communio in Christo in Mechernich. Die drei Frauen aus Kerala kümmern sich in Indien um ältere und demenzkranke Menschen sowie um die Versorgung Bedürftiger mit täglichen Mahlzeiten. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Ihr Ja zu Gott wird im Dienst am Menschen konkret: Schwester Philomena Antony Karimpil, Pater Rudolf Ammann, Schwester Silvy Augustine Elinjely und Schwester Mini Joseph (v.l.) nach der Profess in der Gründungskapelle der Communio in Christo in Mechernich. Die drei Frauen aus Kerala kümmern sich in Indien um ältere und demenzkranke Menschen sowie um die Versorgung Bedürftiger mit täglichen Mahlzeiten. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Der stellvertretende Generalsuperior, Diakon Manfred Lang, nahm die Gelübde der drei Schwestern im Namen des zurzeit in Indien weilenden Oberen Jaison Thazhathil entgegen. Pater Rudolf Ammann, der Spiritual der Kommunität im Mechernicher Mutterhaus, segnete die Ordensinsignien, Kreuze und Ringe. Pfarrer Dr. Shaji Thomas Manikulam konzelebrierte bei der Heiligen Messe, Lang assistierte als Diakon. Pascal Lucke gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Die Schwestern Liya Tom und Lidwina fungierten als Lektorinnen und Liturgin. 

„Gott macht sich Freunde“

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“: Dieses Jesuswort aus dem Johannesevangelium stand im Mittelpunkt der Predigt. Die als Votivmesse von der Liebe gefeierte Eucharistie verband Berufung und tätige Nächstenliebe. Die Gelübde sollten im Alltag Frucht bringen – ganz im Sinne der Communio-Gründerin, Mutter Marie Therese, und ihres Leitworts: „Die Liebe zum Nächsten ist Leben in Gott.“

Gemeinsam glauben, dienen und feiern: Die Schwestern Silvy Augustine, Mini Joseph, Philomena Antony und Theresia (stehend v.l.) mit Helene und Maria (sitzend v.l.) beim Beisammensein im Refektorium. Das Abendessen für die Gäste hatten die drei Schwestern aus Indien selbst zubereitet. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Gemeinsam glauben, dienen und feiern: Die Schwestern Silvy Augustine, Mini Joseph, Philomena Antony und Theresia (stehend v.l.) mit Helene und Maria (sitzend v.l.) beim Beisammensein im Refektorium. Das Abendessen für die Gäste hatten die drei Schwestern aus Indien selbst zubereitet. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Im Zentrum ihres Versprechens steht die „äußerste Nächstenliebe“: die Verpflichtung, sich Menschen in ihrer Not zuzuwenden und ihnen mit Achtung und tätiger Hilfe zu begegnen. Hinzu kommen ehelose Keuschheit, Demut und Gehorsam als konkrete Formen der Nachfolge Jesu.

Ehelosigkeit bedeute dabei die vorbehaltlose Bindung an Christus und Verfügbarkeit für den Dienst am Menschen, so Lang, Gehorsam das Hören auf Gottes Willen und die Bereitschaft, sich in die Gemeinschaft einzufügen. Den evangelischen Rat der Armut verwirklicht die Communio als Demut, d.h. im Verzicht auf Selbstüberhöhung und im schlichten, solidarischen Dienst. „Das Gelübde der Nächstenliebe gibt allen anderen Versprechen Richtung und Maß“, so der Diakon.

Zeichen einer verbindlichen Lebensentscheidung: Kreuze und Ringe lagen zur Segnung durch Pater Rudolf Ammann bereit, daneben die Ordensregel der Communio in Christo in Malayalam. Sie verbindet die Schwestern über Kontinente hinweg mit dem geistlichen Erbe Mutter Marie Thereses und dem Auftrag zur tätigen Nächstenliebe. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Zeichen einer verbindlichen Lebensentscheidung: Kreuze und Ringe lagen zur Segnung durch Pater Rudolf Ammann bereit, daneben die Ordensregel der Communio in Christo in Malayalam. Sie verbindet die Schwestern über Kontinente hinweg mit dem geistlichen Erbe Mutter Marie Thereses und dem Auftrag zur tätigen Nächstenliebe. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Wie konkret das im Leben der drei Schwestern aussieht, schilderte Lang anschließend im Refektorium. Seine Informationen stammten von Schwester Lidwina und Generalsuperior Father Jaison Thazhathil, der die Frauen als Mentor auf ihrem langjährigen geistlichen Weg zur Profess begleitet hatte. Er bezeichnete sie als „wertvolle Menschen“, die in Indien ihren wertvollen Dienst an anderen Menschen tun und damit Communio mit Christus nicht mit großen Worten, sondern mit Taten vorlebten.

Schwester Lidwina übernahm beim Profess-Gottesdienst in der Mechernicher Gründungskapelle des Ordo Communionis in Christo die liturgischen Vorbereitungen und zusammen mit der indischen Samaritan-Schwester Liya Tom den Lektorendienst. Sie hatte die drei Schwestern auf ihrem Weg in die Communio in Christo begleitet. Im Hintergrund Spiritual Pater Rudolf Ammann Isch und Pfarrer Dr. Shaji Thomas Manikulam, der sich seinerseits auf die Aufnahme in die Communio in Christo vorbereitet. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Schwester Lidwina übernahm beim Profess-Gottesdienst in der Mechernicher Gründungskapelle des Ordo Communionis in Christo die liturgischen Vorbereitungen und zusammen mit der indischen Samaritan-Schwester Liya Tom den Lektorendienst. Sie hatte die drei Schwestern auf ihrem Weg in die Communio in Christo begleitet. Im Hintergrund Spiritual Pater Rudolf Ammann Isch und Pfarrer Dr. Shaji Thomas Manikulam, der sich seinerseits auf die Aufnahme in die Communio in Christo vorbereitet. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Die 55jährige Schwester Mini Joseph eröffnete aus eigener Initiative ein Haus für ältere Menschen, vor allem für Menschen mit Demenz, das inzwischen zehn Bewohner zählt. „Wirtschaftliche Gewissheit hat die Schwester dabei häufig nicht“, konstatierte Diakon Manfred Lang: „Oft weiß sie nicht, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Sie vertraut auf Gottes Vorsehung und setzt ihre Arbeit fort.“

„Fünf Brote“ für alle Religionen

Die Schwestern Philomena, die im Dezember 68 wird, und die 45jährige Silvy wirken in der Initiative „Fünf Brote“ mit, die der bekannte indische Franziskanermönch und Prediger Bobby Jose Kattikad OFMCap ins Leben gerufen hat. Die zugehörige Armenküche versorgt täglich 100 bis 150 Menschen mit vegetarischen Mahlzeiten. Jeder gibt, was er kann. Gekocht werden ausschließlich vegetarische Mahlzeiten für Bedürftige aller in Indien vertretenen Religionen.

Am Tag vor ihrer Profess besuchten die drei Schwestern aus Kerala gemeinsam mit Schwester Lidwina (2. v. l.) und dem Mechernicher Diakon Manfred Lang die Kirche St. Lambertus in Holzheim, in der Communio-Gründerin Mutter Marie Therese am 1. September 1977 ihre allererste Unio aus der Taufe gehoben hatte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Am Tag vor ihrer Profess besuchten die drei Schwestern aus Kerala gemeinsam mit Schwester Lidwina (2. v. l.) und dem Mechernicher Diakon Manfred Lang die Kirche St. Lambertus in Holzheim, in der Communio-Gründerin Mutter Marie Therese am 1. September 1977 ihre allererste Unio aus der Taufe gehoben hatte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Auch für die Gäste ihrer Profess hatten die drei Schwestern selbst gekocht. Das Abendessen fand großen Anklang und gab Gelegenheit zu Begegnungen in einer ungezwungenen, zugleich dankbaren und andächtigen Atmosphäre. Im Namen der Schwestern dankte Mini Joseph allen, die zur Vorbereitung der Profess beigetragen und sie geistlich begleitet hatten – besonders den Schwestern der Kommunität und Generalsuperior Jaison Thazhathil.

Die drei neuen Communio-Schwestern nach ihrer Profess in der Gründungskapelle an der Mechernicher Bruchgasse inmitten der Kommunität. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress
Die drei neuen Communio-Schwestern nach ihrer Profess in der Gründungskapelle an der Mechernicher Bruchgasse inmitten der Kommunität. Foto: Father Subin, Jacob Chalil/CIC/pp/Agentur ProfiPress

Wenige Tage nach der Profess verließen die Schwestern Deutschland wieder und kehrten an ihre Einsatzorte auf dem Subkontinent zurück. Von den 250 Communio-Mitgliedern insgesamt, die sich durch Gelübde an die mit Mutterhaus in Mechernich ansässige geistliche Gemeinschaft gebunden haben, lebten die wenigsten in Kommunitäten, so der stellvertretende Generalsuperior Manfred Lang: „Die meisten leben und wirken an den Plätzen über den ganzen Erdball verteilt, an den sie Gott und das eigene Leben gestellt und berufen hat. Dort tun wir unseren Dienst mit und an den Menschen in Familien, an unseren Arbeitsplätzen und in unseren vertrauten sozialen Kontexten.“

Dort kehren nun auch die Schwestern Mini Joseph, Philomena Antony Karimpil und Silvy Augustine Elinjely an ihre Wirkungsstätten zurück. Der Kontakt zum Mutterhaus und Generalsuperior Father Jaison Thazhathil soll aber nicht mehr abreißen, hieß es von dem Oberen, der sich in Trivandrum/Kerala aufhält.

pp/Agentur ProfiPress