14 Soldatinnen und Soldaten wurden am Bundeswehr-Standort Mechernich in Rekordzeit zu Kaufleuten für Speditions- und Logistikdienstleistungen ausgebildet – Zivil-Militärische Zusammenarbeit hat Zukunft
Mechernich – Ein feierlicher Moment voller Stolz erfüllte den Ratssaal des Mechernicher Rathauses, als 14 Soldatinnen und Soldaten, die ihre Ausbildung am örtlichen Bundeswehr-Standort absolviert hatten, über den Dächern der Stadt ihre Zeugnisse als Kaufleute für Speditions- und Logistikdienstleistungen entgegennahmen. Nach 21 intensiven Monaten endete damit ein bedeutender Abschnitt – während zugleich ein neuer beginnt. Sie gehören zu einer abgesetzten Fachgruppe des Systemzentrum 23. Ihr Mutterhaus liegt in Wunstorf.


Zur Zeugnisübergabe hatten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Militär, Verwaltung und Wirtschaft versammelt. Bürgermeister Michael Fingel würdigte ebenso wie Hauptmann Nils Klotz, Stabsfeldwebel Matthias Hilden, Lisa Scheffler vom Karrierecenter der Bundeswehr, Dezernat Berufsförderungsdienst, Marco Mencke von der Rhein-Erft-Akademie und Dennis Kotzias von der IHK Bonn-Rhein-Sieg die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen. Dabei wurde speziell die Bedeutung der zivil-militärischen Zusammenarbeit immer wieder hervorgehoben, die Stadt und Bundeswehr in Zukunft noch enger verbinden soll.
Engagement, Disziplin, Durchhaltevermögen
Besonders geehrt wurde Gerard Devigne, der den Ausbildungsdurchgang als Jahrgangsbester abschloss. Wie die anderen auch hatte er viel Engagement, Disziplin und Durchhaltevermögen in den vergangenen eineinhalb Jahren in seine Zukunft investiert. Unter den 14 Absolventen befand sich mit Helena Bauer, Stabsunteroffizier, auch eine Frau. Gemeinsam mit elf Kameraden nahm sie ihr Zeugnis persönlich im Ratssaal entgegen, zwei fehlten aus dienstlichen Gründen.


Die Ausbildung war ein anspruchsvolles Modell: Während reguläre Lehrgänge in diesem Berufsfeld meist 36 Monate dauern, absolvierten die Soldatinnen und Soldaten den Stoff in nur 21 Monaten – parallel zu ihrem militärischen Dienst. Alters- und Erfahrungsunterschiede prägten die Gruppe: Vom Anfang-Zwanziger bis zum 35-jährigen Familienvater war alles vertreten.

Hauptmann Nils Klotz sprach von einer besonderen Dynamik, die teils an eine „kleine Klassenfahrt“ erinnerte, bei der Lernen, Sport und gemeinsame Unternehmungen ebenso ihren Platz hatten wie Disziplin und Struktur. So entstanden aus Kameradschaft nicht selten sogar Freundschaften. „Ihr habt euch durch den Lehrstoff gearbeitet, Prüfungen bestanden und gleichzeitig euren Dienst erfüllt“, betonte Klotz. Die abgeschlossene Ausbildung bilde nun zwei Fundamente: eines für die militärische Laufbahn und eines für die persönliche Zukunft – auch über die Bundeswehr hinaus.
Zeichen der Zusammenarbeit
Bürgermeister Michael Fingel unterstrich in seiner Ansprache die enge Verbindung zwischen Stadt und Bundeswehr: „Der heutige Tag ist nicht nur ein Abschluss, sondern zugleich ein Aufbruch. Sie haben sich eine solide fachliche Grundlage erarbeitet, auf der Sie Ihre berufliche Zukunft weiter aufbauen können.“ Der Bundeswehrstandort sei seit Jahren ein fester Bestandteil der Stadtgesellschaft. Die Ausbildung junger Menschen zeige dabei beispielhaft, wie gut zivil-militärische Kooperation funktionieren könne.

Auch Marco Mencke von der Rhein-Erft-Akademie, die als Bildungsträger agierte, würdigte die Leistung der Gruppe. Gerade im Erwachsenenalter und unter zusätzlichen privaten Verpflichtungen sei ein derart komprimierter Lehrgang eine besondere Herausforderung. „Sie können wirklich stolz auf sich sein“, sagte er. Die Durchfallquote sei bei verkürzten Ausbildungen üblicherweise deutlich höher – umso bemerkenswerter sei das geschlossene Bestehen des Jahrgangs.


Auch Dennis Kotzias von der IHK Bonn-Rhein-Sieg sprach von einem hochwertigen kaufmännischen Abschluss mit hervorragenden Zukunftsperspektiven – sowohl innerhalb der Bundeswehr als auch in der zivilen Wirtschaft. Logistik sei eine Schlüsselbranche, qualifizierte Fachkräfte seien gefragter denn je. Stabsfeldwebel Matthias Hilden, der seinen ersten Lehrgang als Verantwortlicher begleitet hatte, sprach offen über die Herausforderungen des Alltags. Ausbildung, Dienst und Privatleben unter einen Hut zu bringen, sei nicht immer leicht. Umso größer sei sein Stolz auf die Gruppe: „Ihr habt das hervorragend gemacht.“
Bereit für die Zukunft
Lisa Scheffler vom Karrierecenter der Bundeswehr, Dezernat Berufsförderungsdienst sprach den Absolventinnen und Absolventen Mut zu, Gewohntes zu hinterfragen und Veränderungen als Chance zu begreifen. Gerade in Logistik und Bundeswehr seien Flexibilität, Neugierde und Eigenverantwortung entscheidend. Der Appell: Prozesse aktiv verbessern und Verantwortung übernehmen. Denn: „`Das haben wir schon immer so gemacht´ gibt es nicht!“

Am Ende des Vormittags standen vor allem persönliche Glückwünsche, Handschläge und ein gemeinsamer Empfang. Zwischen belegten Brötchen vom Bildungsträger, Sekt und Gesprächen wurde deutlich: Diese 21 Monate haben nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Gemeinschaft und sogar Freundschaften geschaffen. Mit ihren Zeugnissen in den Händen war den frisch ausgebildeten Kaufleuten ein Lächeln ins Gesicht geschrieben – voller Stolz auf das Erreichte und mit Zuversicht für den Weg, der nun vor ihnen liegt.
pp/Agentur ProfiPress
02/03/2026

