Mehr als hundert Fahrräder und Zubehör verkauft – Erlös für Fahrt zum Weltjugendtag 2027 in Seoul – Tradition seit 2007, 2027 wird das „20-Jährige“ begangen
Mechernich – Drei volle Tage Einsatz, lange Schlangen bei der Annahme und am Ende ein vierstelliger Erlös: Der Rädermarkt der Weltjugendtaggruppe des Pastoralen Raums St. Barbara Mechernich war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Vergangenen Sonntag bot das Johanneshaus an der Mechernicher Kirche den passenden Rahmen für das traditionsreiche Projekt, mit dem sich die Jugendlichen ihre Teilnahme am Weltjugendtag 2027 in Seoul (Südkorea) mitfinanzieren.

Ein Dutzend junger Menschen im Alter zwischen 15 und 28 Jahren engagierte sich unter der Leitung von Rebekka Narres für den guten Zweck. Ziel ist es, die Reisekosten für den Weltjugendtag im kommenden Jahr sowie für die „Woche der Begegnung“ in einer anderen Region Südkoreas zu erwirtschaften – unter anderem durch Arbeiten für Privatleute und Institutionen sowie gemeinnützige Aktionen wie den Rädermarkt.
Bereits am Freitag begann die Annahme der Ware – und sorgte für großen Andrang. „Es entstanden lange Schlangen, aber alle hatten Verständnis. Wir hatten alle Hände voll zu tun“, berichtet das Organisationsteam. Die meisten der weit über hundert angebotenen Fahrräder wurden auf Kommissionsbasis abgegeben.

Meist waren es Privatleute, die nicht mehr benötigte Räder aus dem eigenen Bestand anboten. Sie konnten einen Mindest- und einen Wunschpreis angeben, zu dem die Jugendlichen ihre Räder anbieten sollten. Insgesamt standen am Sonntag nach der Messe um 10.45 Uhr rund 200 Artikel zum Verkauf – darunter E-Bikes, Laufräder, Fahrradanhänger, Dachträger, Helme und Bobby-Cars.
Von fünf bis 1440 Euro
Die Preisspanne war groß: Spitzenreiter im Angebot war ein E-Bike für 1.440 Euro, während einfache Räder bereits ab fünf Euro zu haben waren. „Viele Käufer zahlen freiwillig den vollen Preis, weil es für einen guten Zweck ist“, so Rebekka Narres zum Mechernicher „Bürgerbrief“. Besonders Studierende profitierten vom Angebot: „Eine Supersache für Studenten, die befürchten müssen, dass ihnen das an der Uni oder in der Stadt abgestellte Fahrrad geklaut wird – dann haben sie nicht so viel investiert.“

Unterstützung erhielt die Jugendgruppe Mechernich unter anderem von der Fahrradwerkstatt Zülpich, dem ehrenamtlichen Fahrradservice der evangelischen Kirche für Bedürftige und Geflüchtete unter der Leitung von Theo Trösser, die alleine acht generalüberholte Räder zur Verfügung stellte.
Neben modernen Modellen wechselte beim Rädermarkt 2026 auch ein Oldtimer aus den 1950er-Jahren den Besitzer. Anbieter und Käufer kamen aus dem gesamten Kreis Euskirchen, aus dem benachbarten Kreis Düren und sogar aus dem deutschsprachigen Belgien. Der erste Rädermarkt war im Sommer 2007 veranstaltet worden, und zwar zugunsten der Premierenreise der Mechernicher Jugendgruppe zum Weltjugendtag nach Sydney.

Erstmals seit der Corona-Pandemie wurde am Sonntag auch wieder eine Cafeteria eingerichtet – mit selbstgebackenen Kuchen, Waffeln und Printen, die Pfarrer Erik Pühringer aus Aachen mitgebracht hatte. „Das Café ist sehr gut angekommen. Einige Leute haben sich zufällig bei den Rädern getroffen und konnten später bei Getränken und Kuchen über alte Zeiten erzählen“, berichtet das Team.
Dank und Süßigkeiten
Selbst ältere Damen aus der Sonntagsmesse hätten sich für den „angenehmen jungen Trubel“ interessiert und sich ausdrücklich bei Rebekka Narres und ihren jungen Mitstreitern Simon, Andreas und Daniel Schmitz, Angelina Götze, Julia und Anna Rohloff, Finn Thomasberger, Sofia Zender, Luis Kampshoff, Lauren Küppers, Noelia, Kristina Kämmerer und Lena Ingenillem bedankt. Es gab auch Süßigkeiten als Geschenke an die jungen Christen.
Erstmals wurden neben Rädern und Radzubehör auch selbstgebastelte Grußkarten für verschiedene Anlässe (Kommunion, Hochzeit, Taufe, Geburtstag, Trauer) verkauft. Susanne Blens, eine Messdienermutter und Imkerin, bot selbstgeschleuderten Honig zugunsten der Misereor-Solibrot-Aktion an. „Einen Euro pro Glas überweisen wir an Misereor und können so nicht nur uns, sondern auch anderen helfen“, so die Jugendlichen.

Nach drei intensiven Tagen zeigte sich das Team „k.o.“, aber zufrieden: „Vor allem für die Gruppendynamik haben die gemeinsamen Arbeitstage sehr viel gebracht. Wir wissen jetzt voneinander, wer wann an seine Grenzen kommt und wie man sich gegenseitig motivieren kann“, so die Gruppenleiterin. Konflikte würden nicht vermieden, sondern gemeinsam gelöst – auch das sei ein wichtiger Lernprozess.
Insgesamt wurden weit über hundert Artikel verkauft, mehr als die Hälfte der Kommissionsware fand neue Besitzer. „Obwohl der Gesamterlös vierstellig ist, kommen wir pro Person bei weitem nicht auf einen Stundenlohn von zehn Euro“, merkt das Team realistisch an – und zeigt damit, dass der Einsatz trotzdem stark motiviert ist.
Der Umsatz bildet nun ein solides Fundament für die Reise nach Südkorea. Eins steht für die Gruppe bereits fest: „Nächstes Jahr wollen wir wieder einen Rädermarkt veranstalten.“ Geplant sind zudem eine Backaktion zu Ostern sowie möglicherweise Verkaufsstände auf Trödelmärkten im Sommer. Für offizielle Anlässe und die große Fahrt nach Seoul hofft die Gruppe außerdem auf einen Sponsor für neue T-Shirts.
pp/Agentur ProfiPress
03/04/2026

