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Manfred Lang

02/04/2026

„Freude, schöner Götterfunken“

Mutmachgottesdienst mit Chor und Band „Rainer Wahnsinn“ in der Pfarrkirche St. Rochus Strempt nahm die Freude als Geschenk in den Blick

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Mutmachgottesdienst mit Chor und Band „Rainer Wahnsinn“ in der Pfarrkirche St. Rochus Strempt nahm die Freude als Geschenk in den Blick – Manni Lang: „Keine aufgesetzte Fröhlichkeit, stiller Jubel über die einfachen Dinge, die nichts kosten, aber wertvoll sind“

Mechernich-Strempt – Die Freude stand im Mittelpunkt des Mutmach-Gottesdienstes am Sonntag in der nahezu vollbesetzten Pfarrkirche St. Rochus in Strempt. Der Pastorale Raum Mechernich hatte erneut zu einem Gottesdienst eingeladen, der nicht vertrösten, sondern stärken wollte – und der diesmal ganz von der Frage getragen war, was Freude heute bedeuten kann.

Grund zur Freude hatten die Besucher des siebten Mutmachgottesdienstes im Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich, den Band und Chor „Rainer Wahsinn“ gemeinsam mit Diakon Manni Langt auf die Beine stellten. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Grund zur Freude hatten die Besucher des siebten Mutmachgottesdienstes im Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich, den Band und Chor „Rainer Wahsinn“ gemeinsam mit Diakon Manni Langt auf die Beine stellten. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Musikalisch eröffnet wurde der Gottesdienst mit einem starken Zeichen: Gemeinsam mit der Gemeinde intonierten Chor und Band „Rainer Wahnsinn“ – benannt in Anlehnung an den Bandleader und früheren Kirchenmusiker Rainer Pütz – die „Ode an die Freude“ aus Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie. Der berühmte „Song of Joy“ wurde so gleich zu Beginn zur gemeinsamen Erfahrung: getragen, verbindend, kraftvoll.

Nach der Einführung durch Diakon Manfred Lang nahm der Chor die Leitidee auf und vertiefte sie mit dem Gospel „Joyful, Joyful, We Adore Thee“ – einer Textfassung, die Beethovens musikalischem Motiv eine klare Richtung gibt. Freude, so wurde deutlich, ist nicht das flüchtige Jagen nach Spaß oder Zerstreuung, sondern eine Bewegung auf Gott hin. Sie ist nichts, was Menschen sich selbst abverlangen müssten, sondern etwas, das ihnen geschenkt wird.

Kraft für Alltag und zu Hause

„Ich freue mich, weil ich gehalten bin, weil ich geliebt bin, weil ich bleiben darf“ – dieser Grundton zog sich durch den gesamten Gottesdienst. Mit dieser Freude im Herzen, so der Wunsch des Gottesdienstleiters, sollten die Menschen feiern und Kraft mit nach Hause nehmen.

Im Tagesgebet brachte Diakon Lang die Frage nach dem Heiligen in einer fragilen Welt zur Sprache: „Was ist uns heilig, wenn alles kippt und wankt und die Nachrichten von Fake News und Propaganda durchdrungen sind?“

„Rainer Wahnsinn“ spann mit seiner Musik den roten Faden: Von links die Instrumentalisten Frank Weiermann, Stephan Milz, Rainer Pütz und Günter Rau, weiter links das Gesangsensemble mit  Silke Flimm, Jenny Pütz, Susanne Schorn, Laura Dostert, Stephi Quednau, Marietta Schneider, Julia Burmeister, Elisabeth Pilnei, Melanie Schäfer und Eggi Offenhäußer. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
„Rainer Wahnsinn“ spann mit seiner Musik den roten Faden: Von links die Instrumentalisten Frank Weiermann, Stephan Milz, Rainer Pütz und Günter Rau, weiter links das Gesangsensemble mit  Silke Flimm, Jenny Pütz, Susanne Schorn, Laura Dostert, Stephi Quednau, Marietta Schneider, Julia Burmeister, Elisabeth Pilnei, Melanie Schäfer und Eggi Offenhäußer. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Seine Antwort war eine leise Litanei der einfachen Dinge: „Brot und Butter, Eucharistie und Gebet, Atem schöpfen und ausruhen, Schulterklopfen und Umarmen, Zuwinken und Zuzwinkern, Trauer und Trost, Glücksmomente, in denen die Zeit nicht vergeht.“

Es folgte die Bitte, Gott möge die Freude an dem schenken, „was man für Geld überhaupt nicht kaufen kann“: Augenblicke, Blicke, ein Lächeln, eine Berührung – eine Ahnung von Ewigkeit. Literarisch und biblisch vertieft wurde das Thema in den Lesungen.

Manfred Lang rezitierte die berühmte Szene aus Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“, in der der Fuchs vom „Zähmen“ spricht – vom Sich-Vertraut-Machen als Voraussetzung von Liebe, Freude und auch von Trauer. Georg Schürmann trug eine Perikope aus dem Johannes-Evangelium vor, aus den Abschiedsreden Jesu: „Bleibt in meiner Liebe… Damit Eure Freude vollkommen wird“

„Grundloser Grund zur Freude“

 In der Symbolpredigt griff Lang zu einem starken Bild: Als „Goldwäscher am Jordan“ suchte er im Sand – und fand statt Edelmetall glitzernde Glasperlen. Diese verteilte er an die Gottesdienstbesucher mit der Einladung, sie zu Hause an einem Ort aufzubewahren, den man mehrmals täglich sieht. Eine Erinnerung daran, dass der Mensch von Gott geliebt und angenommen ist – und dass Freude keinen äußeren Anlass braucht. Keine aufgesetzte Fröhlichkeit, keine Pflicht zur guten Laune, sondern ein „grundloser Grund zur Freude“.

Anstelle klassischer Fürbitten trugen die Lektorinnen und Lektoren Marita Wetzel, Ursula Koch, Helmut Mehren und Georg Schürmann biblische Texte aus dem Alten und Neuen Testament vor, die die Vielfalt der Freude zum Klingen brachten. Chor und Band begleiteten den Gottesdienst mit Liedern wie „Jesus, remember me“ und „Meine Hoffnung und meine Freude“.

Agnes Peters, Monika Lünebach und Claudia Simon vom Familienmesskreis der Pfarrei St. Johannes Baptist Mechernich hatten eine liebevoll vorbereitete Agape organisiert. Bei Glühwein, kalten Getränken und belegten Broten wurde weitergeredet, gelacht, zugehört. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Agnes Peters, Monika Lünebach und Claudia Simon vom Familienmesskreis der Pfarrei St. Johannes Baptist Mechernich hatten eine liebevoll vorbereitete Agape organisiert. Bei Glühwein, kalten Getränken und belegten Broten wurde weitergeredet, gelacht, zugehört. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zum Abschluss erklang „You’ll never walk alone“, ehe die Gemeinde mit dem unverwüstlichen „Kutt joot heim“ der „Bläck Fööss“ von Rainer Pütz‘ Ensemble verabschiedet wurden, zu dem diesmal Silke Flimm, Jenny Pütz, Susanne Schorn, Laura Dostert, Stephi Quednau, Marietta Schneider, Julia Burmeister, Elisabeth Pilnei, Melanie Schäfer, Eggi Offenhäußer, Günther Rau, Stephan Milz und Frank Weiermann gehörten.

Im Anschluss an den Gottesdienst war noch lange nicht Schluss. Agnes Peters, Monika Lünebach und Claudia Simon vom Familienmesskreis der Pfarrei St. Johannes Baptist Mechernich hatten eine liebevoll vorbereitete Agape organisiert. Bei Glühwein, kalten Getränken und belegten Broten wurde weitergeredet, gelacht, zugehört – ganz im Sinne dessen, was der Gottesdienst zuvor ins Wort und in die Musik gefasst hatte: Freude, die geteilt wird, wächst.

pp/Agentur ProfiPress

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