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Manfred Lang

01/13/2026

„Fott met dämm ahle Brassel?“

Karnevalsverein Vussem fahndete beim traditionellen Mundartgottesdienst nach Dingen, die den Menschen heilig sind

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Karnevalsverein Vussem fahndete beim traditionellen Mundartgottesdienst nach Dingen, die den Menschen heilig sind

Mechernich – „Soll der janze ahle Brassel fott?“ fragten sich der Karnevalsverein Vussem und seine Gäste bei der Mundartmesse in der Pfarrkirche St. Margaretha. Die ehemalige Lehrerin Anneliese Klinkhammer hatte den von Pfarrer Felix Dörpinghaus zelebrierten Gottesdienst thematisch vorbereitet und gemeinsam mit Dutzenden von Kindern und Erwachsenen gestaltet. Die Predigt hielt der Diakon und Kolumnist Manni Lang.

Nach der Ordensverleihung (v.l.): Gottesdienstgestalterin Anneliese Klinkhammer, Messdiener Alex Wielspütz, Karnevalsvereinssprecher Michael Kreuser, Pfarrer Felix Dörpinghaus, Diakon Manfred Lang, Karnevalsvereinsvorsitzender Wolfgang Schneider, Nadine Bertram, Prinz Stefan I. (Schmitz), Joline Schumann, Resel Feyen und Erik Arndt. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress
Nach der Ordensverleihung (v.l.): Gottesdienstgestalterin Anneliese Klinkhammer, Messdiener Alex Wielspütz, Karnevalsvereinssprecher Michael Kreuser, Pfarrer Felix Dörpinghaus, Diakon Manfred Lang, Karnevalsvereinsvorsitzender Wolfgang Schneider, Nadine Bertram, Prinz Stefan I. (Schmitz), Joline Schumann, Resel Feyen und Erik Arndt. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress

Der seit vielen Jahren bewährte Mundart-Gottesdienst, zu dem stets auch befreundete Karnevalsgesellschaften unter anderem aus Mechernich, Weyer und Schwerfen kommen, endete diesmal nicht mit Schlusssegen und Ordensverleihung, sondern mit einer fulminanten 3-D-Lasershow des neuen Prinzen Stefan I. (Schmitz), der üblicherweise als Tontechnikfreak und am DJ-Pult für Stimmung unter den Gästen des 1977 gegründeten Karnevalsvereins Vussem sorgt.

Proppenvoll war das Kirchenschiff von St. Margaretha in Vussem am Samstag bei der seit vielen Jahren bewährten Mundartmesse, zu der auch befreundete Karnevalsgesellschaften unter anderem aus Mechernich, Weyer und Schwerfen kommen. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress
Proppenvoll war das Kirchenschiff von St. Margaretha in Vussem am Samstag bei der seit vielen Jahren bewährten Mundartmesse, zu der auch befreundete Karnevalsgesellschaften unter anderem aus Mechernich, Weyer und Schwerfen kommen. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress

Thematisch warf Gottesdienstvorbereiterin Anneliese Klinkhammer die Frage auf: „Watt öss oss ejentlich noch hellisch?“ Auf dem Hausspeicher („Spichel“) ließ sie ihre Mitlektorin Rita Schmitz, die Mutter des Prinzen, auf alle möglichen alten Utensilien stoßen, die den Vorfahren heilig waren, aber mittlerweile nicht mehr gebraucht werden, egal ob Heiligenfiguren, Kreuze oder „Fitschbonnemaschien“…

Kirche hat „Heiliges“ nicht gepachtet

Andererseits habe die Kirche „heilige Dinge“ nicht für sich gepachtet. Gleichwohl hätten „Traditieune“ es durchaus verdient, hinterfragt zu werden, statt von vorneherein abgelehnt. Andererseits solle jeder Mensch für sich herausfinden, was ihn wütend macht und aufbegehren lässt beispielsweise gegen Ungerechtigkeiten und Unterdrückung in der Welt. Auch das sei ein Schlüssel herauszufinden, was tief in einem drin als „Heiligtum = Wert“ steckt.

Der Gottesdienst zu Karneval endete diesmal nicht mit Schlusssegen und Ordensverleihung, sondern mit einer fulminanten 3-D-Lasershow des neuen Prinzen Stefan Schmitz, der üblicherweise als Tontechniker und DJ für Stimmung unter den Gästen des 1977 gegründeten Karnevalsvereins Vussem sorgt. Foto: Erik Arndt /pp/Agentur ProfiPress
Der Gottesdienst zu Karneval endete diesmal nicht mit Schlusssegen und Ordensverleihung, sondern mit einer fulminanten 3-D-Lasershow des neuen Prinzen Stefan Schmitz, der üblicherweise als Tontechniker und DJ für Stimmung unter den Gästen des 1977 gegründeten Karnevalsvereins Vussem sorgt. Foto: Erik Arndt /pp/Agentur ProfiPress

Als Evangelium diente die Perikope, in der Jesus seine engsten Freundinnen und Freunde fragt, ob auch sie sich von ihm abwenden wollen, nachdem ihn seine Zuhörer verlassen haben. Aber Simon Petrus antwortet in der Platt-Übersetzung: „Häer, waar solle mir dann john?“ Wohin sollen wir uns denn wenden, wenn nicht zu Gott?

Manni Lang betätigte sich am Festtag der „Taufe des Herrn“ predigender Weise als Goldwäscher am Jordan – und fischte tatsächlich für die Gottesdienstbesucher je einen Halbedelstein aus dem Ufersediment: „En Wack für jede; een, die ömm entsprech, mött Ecke unn Kante, unn die ömm hellisch senn sollt“, resümierte der Diakon: Es sei besser ein Stein im Flussbett des Jordan zu sein, als etwas anderes, „watt de Baach eraff driev: Knöppele, Jallejestrecke, Drecksäck, Fuhlhööf…“

„Stets frei parken vor der Kirche“, versprachen die Vussemer Jecken Pfarrer Felix Dörpinghaus (l.) und Diakon Manfred Lang, die sich hier mit vertauschten Parkplatzschildern nach der Messe in der Sakristei dem Fotografen stellten. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress
„Stets frei parken vor der Kirche“, versprachen die Vussemer Jecken Pfarrer Felix Dörpinghaus (l.) und Diakon Manfred Lang, die sich hier mit vertauschten Parkplatzschildern nach der Messe in der Sakristei dem Fotografen stellten. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress

Am Ende gab es Orden von Prinz Stephan I., Michael Kreuser, der Ralf Schumann vertrat, und Nadine Bertram für Pfarrer Felix Dörpinghaus, Diakon Manni Lang, Organist Erik Arndt, Sakristan Marco Sistig, Messdiener Alex Wielspütz und Resel Feyen und ihre Flötengruppe, die den Gottesdienst musikalisch gestaltete.

Prinz Stefan bei der Ordensverleihung an die Musiker Erik Arndt und Resel Feyen, im Hintergrund Joline Schumann. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress
Prinz Stefan bei der Ordensverleihung an die Musiker Erik Arndt und Resel Feyen, im Hintergrund Joline Schumann. Foto: Marco Sistig/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

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