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Henri Grüger

10/26/2026

Erinnerung, die Frieden bewahren soll

Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Mechernich hat begonnen – Bundeswehr, Stadt und Ehrenamt bis Mitte November gemeinsam im Einsatz

Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Mechernich hat begonnen – Bundeswehr, Stadt und Ehrenamt bis Mitte November gemeinsam im Einsatz

Mechernich – Diesmal ausnahmsweise auf dem Rathausvorplatz haben Vertreterinnen und Vertreter von Stadtverwaltung, Kreis, Bundeswehr und Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Auftakt zur diesjährigen Haus- und Straßensammlung gegeben. Bis Mitte November werden Soldatinnen und Soldaten sowie ehrenamtliche Sammlerinnen und Sammler in und um Mechernich unterwegs sein. Rund 20 Soldatinnen und Soldaten beteiligten sich schon zum Auftakt; gesammelt wurde in Zweiergruppen.

„Gemeinsam für den Frieden“ versammelten sich zum Auftakt der diesjährigen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Mechernich Soldatinnen und Soldaten des Bundeswehrstandortes, (v. r.) Volksbund-Regionalgeschäftsführer Rheinland Jasper Stephan-Beneker, Standesbeamtin Britta Walter, Bürgermeister Michael Fingel (4. v. l.) und Landrat Markus Ramers (7. v. l.) vor dem Rathaus. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
„Gemeinsam für den Frieden“ versammelten sich zum Auftakt der diesjährigen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Mechernich Soldatinnen und Soldaten des Bundeswehrstandortes, (v. r.) Volksbund-Regionalgeschäftsführer Rheinland Jasper Stephan-Beneker, Standesbeamtin Britta Walter, Bürgermeister Michael Fingel (4. v. l.) und Landrat Markus Ramers (7. v. l.) vor dem Rathaus. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Der Volksbund leistet großartige Arbeit“, betonte Bürgermeister Michael Fingel vor Ort. Die Aufgabe gehe weit über die Pflege von Kriegsgräbern hinaus: Noch immer würden Kriegstote geborgen und bestattet, Angehörige betreut und Schicksale aufgeklärt. Das könne Hinterbliebenen helfen, Frieden zu finden. Auch angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine verdiene diese Arbeit besondere Wertschätzung. Fingel dankte den ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammlern und hofft auf ein gutes Ergebnis.

Wichtige Bildungsarbeit

Auch Landrat Markus Ramers betonte, wie wichtig es sei, die Erinnerung wachzuhalten. Weil Zeitzeuginnen und Zeitzeugen immer weniger würden, seien die Schrecken des Krieges für viele Menschen nicht mehr unmittelbar erfahrbar. „Es geht nicht nur darum, dass Gräber gepflegt werden“, so Ramers. Der Volksbund leiste auch Bildungsarbeit und vermittle jungen Menschen, was Krieg bedeutet. Kriegsgräberstätten machten das Ausmaß des Verlusts eindrücklich sichtbar. Ramers dankte den Sammelnden im Kreis Euskirchen und hob dabei auch die gute Zusammenarbeit von Bundeswehr und Stadt in Mechernich hervor.

Infomaterial zeigte anschaulich, woraus die wichtige Erinnerungs- und Bildungsarbeit des Volksbundes besteht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Infomaterial zeigte anschaulich, woraus die wichtige Erinnerungs- und Bildungsarbeit des Volksbundes besteht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Oberstleutnant Thomas Gortzelitz vertrat bei der Auftaktveranstaltung die Standortälteste, Oberstleutnant Bianca Zodrow-Wenke. Für die Bundeswehr sei die Kriegsgräberfürsorge mehr als eine Sammlung: Sie unterstütze das Gedenken an die Toten und halte die Erinnerung an die Folgen von Krieg lebendig. „Wir müssen verteidigen können, damit wir nicht verteidigen müssen“, so Gortzelitz. Die Sammlung werde bis Mitte November in verschiedenen Bereichen fortgesetzt.

Engagement nicht selbstverständlich

Jasper Stephan-Beneker, Regionalgeschäftsführer Rheinland des Volksbundes mit Sitz in Köln, lobte den Kreis Euskirchen als besonders engagierten Kreisverband. Die Sammlung werde von zivilen Ehrenamtlichen und der Bundeswehr getragen. Entscheidend seien dabei auch die gewachsenen Strukturen vor Ort und die Unterstützung durch die kommunalen Verwaltungen. Gerade auch die gute Zusammenarbeit der Stadt Mechernich mit der örtlichen Bundeswehr sei in dieser Form nicht selbstverständlich: „Wir freuen uns über alle, die sich einsetzen und die Präsenz des Volksbundes unterstützen!“

Landrat Markus Ramers dankte den Sammelnden und hob die gute Zusammenarbeit von Bundeswehr und Stadt in Mechernich hervor. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Landrat Markus Ramers dankte den Sammelnden und hob die gute Zusammenarbeit von Bundeswehr und Stadt in Mechernich hervor. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Der Volksbund pflegt als eine der einzigen Organisationen Kriegsgräberstätten in zahlreichen Ländern. Seine Arbeit reicht aber auch über die Suche und Bergung von Kriegstoten bis zu Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Die jährliche Sammlung hilft, diese Aufgaben zu ermöglichen. Wer eine Spende gibt, unterstützt damit also zum einen die Erinnerung an die Menschen, die in schrecklichen Kriegen ihr Leben verloren haben, und zum anderen wichtige Arbeit für Frieden und Verständigung.

Die blauen Sammeldosen haben einen QR-Code drauf, der auch Online-Spenden mühelos möglich macht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Die blauen Sammeldosen haben einen QR-Code drauf, der auch Online-Spenden mühelos möglich macht. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

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