Besuch aus Uganda im Mutterhaus der Communio in Christo könnte der Beginn einer neuen geistlichen Brücke zwischen Mechernich und Afrika werden
Mechernich - Drei Wochen sind keine lange Zeit. Und doch können sie ausreichen, um Menschen zu verändern. Mit diesem Eindruck kehren der ugandische Priester John Baptist CSC und der Familienvater Martin Atwiine jetzt in ihre Heimat zurück.
Insgesamt vier Wochen lang lebten die beiden Gäste im Mutterhaus des Ordo Communionis in Christo in Mechernich mit den Schwestern, Priestern und Mitgliedern der Gemeinschaft zusammen, nahmen an Gottesdiensten, Gebetszeiten und Gesprächen teil und lernten das Charisma der Gründerin Mutter Marie Therese aus nächster Nähe kennen.

Vermittelt hatte den Aufenthalt der ugandische Priester John Paul Jjumba, der ebenso wie Generalsuperior Father Jaison Thazhathil in Sankt Augustin ein Lizenziats-Studium der Theologie aufgenommen hatte. Zum Abschluss des Besuchs trafen sich die Gäste im Konferenzraum des Mutterhauses mit Father Jaison, seinem Stellvertreter, Diakon Manfred Lang, Spiritual Pater Rudolf Ammann ISch, Schwester Lidwina und Schwester Shelly zu einem ausführlichen Erfahrungsaustausch.
Für Pfarrer John Baptist, der am 7. Januar 2027 sein zehnjähriges Priesterjubiläum feiert und in Uganda für die Kongregation vom Heiligen Kreuz tätig ist, stand das Fazit schnell fest: „Ich bin sehr glücklich, hier gewesen zu sein.“ Beeindruckt habe ihn vor allem das, was sich nicht in Gebäuden oder Programmpunkten beschreiben lasse: „Am meisten haben mich die Gemeinschaft, die Herzlichkeit der Menschen und das Gebet berührt.“
Geistliches Leben neu entdeckt
Während seines Aufenthaltes habe er nicht nur die Spiritualität der Communio kennengelernt, sondern auch das eigene geistliche Leben neu entdeckt. Besonders die tägliche Betrachtung der Ordensregel und die Möglichkeit, den Rosenkranz mit allen vier Geheimnissen – den freudenreichen, lichtreichen, schmerzhaften und glorreichen – bewusst zu beten, hätten ihm neue Kraft geschenkt.
Auch die Pilgerfahrt auf den Spuren von Mutter Marie Therese in ihrem niederländischen Heimatland bezeichnete er als einen besonderen Höhepunkt: „Das war für mich wie eine neue Energiezufuhr.“ Noch wichtiger aber sei die innere Erfahrung gewesen. Die Tage in Mechernich hätten ihm erneut vor Augen geführt, wie unverzichtbar das Gebet für einen Priester sei – und wie eng es mit dem konkreten Umgang der Menschen untereinander verbunden sei.

„Es geht nicht nur darum, zu glauben. Es geht darum, den Glauben in die Tat umzusetzen“, sagte Father John Baptist CSC im Abschlussgespräch, das kein Abschluss sein werde: „Diese Erkenntnis wird uns nach Uganda begleiten.“ Ganz ähnlich formulierte es Martin Atwiine: „Die vergangenen drei Wochen haben mein inneres Leben verändert.“
Eine Erfahrung hat Father John Baptist besonders herausgefordert. Christliche Liebe beginne nicht erst dort, wo Sympathie vorhanden sei: „Ich möchte künftig bewusster auf Menschen zugehen, die ich vielleicht nicht so sehr mag. Gerade darin zeigt sich, ob wir das Evangelium wirklich leben.“ Ebenso nachhaltig beeindruckte ihn die Bescheidenheit des Generalsuperiors: „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Generalsuperior so demütig ist.“
„Father Jaison hat mich tief bewegt“
Dass Father Jaison nach den Mahlzeiten selbstverständlich mit in der Küche stehe, Geschirr spüle und abtrockne, habe ihn tief bewegt. Für ihn sei dies kein nebensächliches Detail, sondern gelebte Spiritualität, „Gebet im Handeln“.
Zu den bleibenden Erinnerungen zählen für John Baptist auch der Besuch des hundertjährigen Jubiläums der Schönstätter Marienschwestern in Maria Rast, die Begegnung mit den Salvatorianern in Steinfeld sowie die Besuche jener Kirchen, die eng mit dem Leben der Gründerin Mutter Marie Therese verbunden sind.

Auch Martin Atwiine, verheiratet, Vater von drei Kindern und Leiter der Kinderarbeit in der Heilig-Kreuz-Kongregation, spricht von einer Reise, die seine Erwartungen weit übertroffen habe. Schon vor der Reise habe er gemeinsam mit John Paul Jjumba viel über die Communio in Christo gesprochen. Im Mittelpunkt habe dabei immer wieder ein Wort gestanden: Liebe.
„Ich glaube, damals wurde der erste Funke in mein Herz gelegt“, so Martin Atwiine im Gespräch mit der Führungsmannschaft der Communio. Dennoch habe er nicht allein Erklärungen hören wollen. Martin Atwiine erinnerte an die Einladung Jesu im Johannesevangelium: „Kommt und seht.“ Genau das hätten sie in Mechernich tun wollen.
Er habe erleben wollen, wie die Menschen in der Communio miteinander leben, wie sie ihren Glauben im Alltag gestalten und wie sich das Charisma von Mutter Marie Therese konkret verwirkliche, auch im Zusammenleben mit den Pflegebedürftigen in den Einrichtungen. Martin Atwiine: „Wir wollten sehen, lernen und verstehen.“ Besonders beeindruckt habe ihn die Liebe, die das Zusammenleben der Gemeinschaft präge.
„Das Wichtigste ist die Liebe“
„Ich bin überzeugt, dass Mutter Marie Therese die Liebe im Herzen getragen hat“, sagte er dem Generalsuperior und seinen Leuten. Für ihn sei die tätige Nächstenliebe die eigentliche „Feuerprobe“ christlichen Lebens. Während seines Aufenthaltes habe er viel über das Leben der Gründerin meditiert: „Am Ende bin ich immer wieder bei derselben Erkenntnis geblieben: Das Wichtigste ist und bleibt die Liebe.“
Die Erwartungen an die Reise seien mehr als erfüllt worden. „Wir wollten sehen, lernen und verstehen. Jetzt möchten wir noch mehr lernen, noch mehr verstehen und uns weiter formen lassen.“ In den Gesprächen ging es deshalb nicht nur um persönliche Erfahrungen, sondern auch um die Zukunft. Gemeinsam wurde überlegt, wie sich die Spiritualität der Communio in Christo auch in Uganda fruchtbar machen und in das Leben der dortigen Kirche hineintragen ließe.
Eine Mitgliedschaft im Ordo Communionis in Christo schließen weder John Baptist noch Martin Atwiine aus. Erste Gespräche darüber mit Generalsuperior Father Jaison Thazhathil haben sie bereits geführt.
Spiritual Pater Rudolf Ammann ISch ermutigte die beiden Gäste, nach ihrer Rückkehr zunächst kleine geistliche Gruppen entstehen zu lassen, in denen das Charisma der Communio kennengelernt und gelebt werden könne. Ebenso wichtig sei es, die Verbindung zum Mutterhaus in Mechernich lebendig zu halten.
Dabei sagten Schwester Lidwina, Schwester Shelly und Diakon Manfred Lang ihre Unterstützung zu – durch geistliche Begleitung, Literatur und Vorträge in digitaler Form, den regelmäßigen Newsletter sowie den geistlichen Rundbrief der Gemeinschaft. Sollte sich der gemeinsame Weg fortsetzen, könnte sich daraus eine etwa anderthalbjährige Begleitung bis hin zu einer Mitgliedschaft im Ordo Communionis in Christo entwickeln.
„Gemeinsam in die Zukunft“
Noch ist offen, wohin dieser Weg führen wird. Sicher ist jedoch schon heute: Aus einem vierwöchigen Besuch ist weit mehr geworden als ein freundschaftlicher Austausch. Zwischen Mechernich und Uganda ist eine geistliche Verbindung entstanden, deren Früchte vielleicht erst in den kommenden Jahren sichtbar werden.
Schwester Lidwina, die selbst bereits mehrfach Communio-Gruppen und Sympathisanten in Afrika besucht hat, bringt die Hoffnung der Gemeinschaft auf den Punkt: „Genau darin liegt die Hoffnung, die beide Seiten mit in die Zukunft nehmen.“
pp/Agentur ProfiPress
07/22/2026
