Generalsuperior Father Jaison Thazhathil nahm in Rom am europäischen Kongress der syro-malankarischen Kirche mit Papst Leo teil - Fünf Jahre zuvor hatte sein Vorgänger Karl-Heinz Haus Papst Franziskus die Gründungsinsignien Mutter Marie Thereses übergeben
Mechernich/Rom - Eine besondere Anerkennung erfuhr die in Mechernich beheimatete Communio in Christo bei einer Audienz mit Papst Leo XIV. im Vatikan. Der Generalsuperior der Gemeinschaft, Father Jaison Thazhathil, nahm vom 13. bis 15. Juni am ersten europäischen Treffen der syro-malankarischen katholischen Kirche in Rom teil, zu dem rund 300 Gläubige, Ordensleute und Priester aus Europa und dem Vereinigten Königreich nach Rom gekommen waren.

Die syro-malankarische Kirche ist eine mit Rom unierte katholische Ostkirche mit Ursprung im südindischen Bundesstaat Kerala. Sie zählt weltweit rund eine halbe Million Gläubige. Ihr Oberhaupt ist Baselios Kardinal Cleemis, der als Katholikos und Großerzbischof die Kirche leitet. Bei ihm war Father Jaison Thazhathil Privatsekretär, ehe er zur Communio nach Deutschland kam.
Aufgrund der wachsenden Zahl syro-malankarischer Katholiken in Europa gewinnt die Seelsorge auf dem Kontinent zunehmend an Bedeutung. Entsprechend war das Treffen in Rom auch Ausdruck einer stärkeren Vernetzung der in Europa tätigen Priester, Ordensleute und Gläubigen der syro-malankarisch katholischen Kirche.

Höhepunkt des Kongresses war die Audienz bei Papst Leo XIV. am 15. Juni, Father Jaisons und Kardinal Cleemis‘ Geburtstag, im Sala Clementina des Apostolischen Palastes. Die Delegation wurde von Baselios Kardinal Cleemis Katholikos angeführt. Fast alle Bischöfe der syro-malankarischen Kirche nahmen an der Begegnung teil.
Persönliche Vorstellung
Die Gäste, die für eine persönliche Vorstellung vorgesehen waren, wurden in der ersten Reihe platziert. Zu ihnen gehörte auch Pfarrer Jaison Thazhathil in seiner Funktion als Generalsuperior der Communio in Christo. Der Papst begrüßte ihn mit herzlichem Händedruck. Der Katholikos stellte die Teilnehmer der Audienz dem Papst einzeln vor.
Bereits am Vorabend hatte Baselios Kardinal Cleemis bei einem gemeinsamen Treffen der Priester die Communio in Christo mehrfach hervorgehoben. Als Father Jaison vorgestellt wurde, habe der Katholikos ausführlich über die Gemeinschaft gesprochen. Während der Audienz stellte er den Generalsuperior erneut persönlich dem Papst vor.

„Ich habe deutlich wahrgenommen, dass durch die mehrfache Erwähnung der Communio in Christo seitens des Katholikos die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf unsere Gemeinschaft gelenkt wurde“, berichtete der Generalsuperior vor Mitgliedern seines Ordenskapitels. Viele Teilnehmer hätten anschließend das Gespräch mit ihm gesucht, um mehr über die Communio in Christo zu erfahren. Mit einer derart großen Resonanz habe er vorher nicht gerechnet.
Für die Gemeinschaft mit Sitz in Mechernich stellt die Begegnung eine besondere Wertschätzung dar. Die Begegnung von Pfarrer Jaison Thazhathil mit Papst Leo XIV. knüpft zugleich an ein bedeutendes Ereignis der jüngeren Geschichte der Communio in Christo an. Im November 2021 war der damalige Generalsuperior Karl-Heinz Haus mit einer zwölfköpfigen Delegation aus Mechernich zu einer Spezialaudienz bei Papst Franziskus in den Vatikan gereist.
Kreuz und Regel übergeben
Dabei übergab er dem Heiligen Vater die Ordensregel des Ordo Communionis in Christo, ein Begleitschreiben sowie das goldene Gründungskreuz, das Mutter Marie Therese bei der Gründung der Gemeinschaft am 8. Dezember 1984 getragen hatte. Mit dieser symbolischen Geste legte Haus die Gründung der Communio in Christo ausdrücklich in die Hände des Papstes.

Die Audienz war auf Vermittlung des Aachener Bischofs Dr. Helmut Dieser zustande gekommen und wurde von den Verantwortlichen der Gemeinschaft als historischer Augenblick verstanden. Papst Franziskus dankte für die Übergabe und bat die Communio um ihr Gebet. Wenige Wochen später verschlechterte sich der Gesundheitszustand des damals 88-jährigen Generalsuperiors erheblich; am 17. Januar 2022 starb Karl-Heinz Haus in Mechernich.
Die Communio in Christo wurde am 8. Dezember 1984 von der charismatischen Mystikerin Mutter Marie Therese gegründet. Das Mutterhaus befindet sich bis heute in Mechernich. Von dort aus entwickelte sich die heute international tätige Gemeinschaft mit rund 250 Mitgliedern. Kirchenrechtlich ist sie als „Consociatio privata christifidelium“ anerkannt.
Die Spiritualität der Communio in Christo verbindet geistliches Leben mit einem konkreten Dienst an kranken, alten und sterbenden Menschen. Zum Werk gehören in Mechernich die Langzeitpflegeeinrichtung Communio in Christo sowie das Hospiz Stella Maris. Mit dem Seniorenpflegeheim Haus Effata in Blankenheim engagiert sich das Sozialwerk der Gemeinschaft darüber hinaus in der Altenhilfe in der Nordeifel.
Papst lobt spirituelle Tiefe
Die Audienz im Vatikan unterstreicht zugleich die engen Beziehungen zwischen der Communio in Christo und der syro-malankarischen Kirche. Mehrere Priester dieser indischen Ostkirche waren in den vergangenen Jahren in Mechernich tätig oder standen mit der Gemeinschaft in enger Verbindung. Entsprechend übermittelte Father Jaison nach seiner Rückkehr die Grüße des Katholikos, der anwesenden Bischöfe sowie mehrerer Priester, die bereits in Deutschland und in der Communio in Christo gewirkt haben.

Papst Leo XIV. würdigte bei der Begegnung die Tradition, die spirituelle Tiefe und die missionarische Kraft der syro-malankarischen Kirche. Zugleich ermutigte er die Gläubigen, ihre geistlichen Wurzeln auch in Europa lebendig zu halten. Für die Communio in Christo wurde die Audienz darüber hinaus zu einem sichtbaren Zeichen ihrer internationalen kirchlichen Vernetzung und ihrer wachsenden Wahrnehmung weit über die Grenzen der Eifel hinaus.
pp/Agentur ProfiPress
06/23/2026
