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Kerstin Rottland

02/19/2026

Bestseller-Autorin zu Gast in Kommern

 

6 min read

Sonntag, 15. März: Jennifer Teege folgt gemeinsamer Einladung des Arbeitskreises „Forschen – Gedenken – Handeln“ und der Pastoralen Einheit Veytal und Bad Münstereifel – Kostenlose Lesung in St. Severinus Kommern – Enkelin von KZ-Leiter Amon Göth erfuhr zufällig von ihrer Herkunft

Mechernich-Kommern – Wie fühlt es sich an, mit Ende 30 plötzlich herauszufinden, dass man einen skrupellosen Massenmörder zum Großvater hat? – Diese Frage können die Besucher der Autorin des Bestsellers „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen“ demnächst persönlich stellen.

Denn: Die Enkelin von KZ-Kommandant Amon Göth, der das Lager in Plaszòw bei Krakau geleitet hat, (bekannt aus dem Film Schindlers Liste) kommt nach Kommern. Wo sie im Anschluss an die Lesung erneut und auf gewohnt offene Art mit den Gästen in Dialog treten möchte.

Vorfreude beim Orga-Team: Petra Schwarz, Tina Thomas, Heinrich Schenk und Dorothea Dix vom Kommerner Pfarrbücherei-Team besprachen die Details mit Rainer Schulz und Elke Höver vom Arbeitskreis „Forschen – Gedenken – Handeln“. (v. l.) Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Vorfreude beim Orga-Team: Petra Schwarz, Tina Thomas, Heinrich Schenk und Dorothea Dix vom Kommerner Pfarrbücherei-Team besprachen die Details mit Rainer Schulz und Elke Höver vom Arbeitskreis „Forschen – Gedenken – Handeln“. (v. l.) Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Vor vier Jahren las die Deutsch-Nigerianerin schon einmal im hiesigen Stadtgebiet aus ihrer Autobiografie, damals in der Aula des Gymnasiums Am Turmhof. Wer diesen Termin verpasst hat, kann sich freuen: Am Sonntag, 15. März, kehrt Jennifer Teege zurück: Um 17 Uhr liest sie auf Einladung des Arbeitskreises „Forschen – Gedenken – Handeln“ in der Pfarrkirche St. Severinus Kommern aus ihrem äußerst berührenden Buch.

Mitorganisiert wird die kostenlose Lesung von der für Kommern zuständigen „Pastoralen Einheit Bad Münstereifel und Veytal“. Pfarrer Robert Rego und das Team der Katholischen Pfarrbücherei Kommern freuen sich schon jetzt auf zahlreiche Besucher. Rainer Schulz vom Arbeitskreis geht es ähnlich: „So eine bewegende Lesung in unserer Pfarrkirche – das wird etwas ganz Besonderes.“

Schon zwei Signaturen von Jennifer Teege hat Rainer Schulz in seinem Exemplar von „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen.“ 
Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress
Schon zwei Signaturen von Jennifer Teege hat Rainer Schulz in seinem Exemplar von „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen.“ Foto: Kerstin Rottland/pp/Agentur ProfiPress

Klar, dass in der Kommerner Pfarrbücherei längst ein Exemplar von Jennifer Teeges Buch zur Ausleihe im Regal steht, wie die Bücherei-Mitarbeiterinnen Dorothea Dix, Petra Schwarz und Tina Thomas bei dem Treffen mit Elke Höver und Rainer Schulz vom Arbeitskreis „Forschen – Gedenken – Handeln“ verrieten. Wer bereits eine eigene Ausgabe der Autobiografie besitzt und sich diese von der Autorin signieren lassen möchte, hat dazu im Anschluss an die Lesung im Katholischen Pfarrheim Gelegenheit. Auch einen Büchertisch werde es aller Voraussicht nach geben.

Damit die erste gemeinsame Veranstaltung von Kirche und Arbeitskreis ein Erfolg wird, trafen sich die Verantwortlichen jetzt in der Gaststätte „Stollen“. Mit am Tisch saß auch Gesamtschul-Lehrerin Eva Bruns. Denn, wie die Pädagogin verriet, sei geplant, dass Jennifer Teege im Rahmen der zeitgleich stattfindenden „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026“ am Tag nach der Lesung, also am Montag, 16. März, die Gesamtschule Mechernich besucht. „Ein Highlight für die Schüler, und eine einmalige Gelegenheit.“

Schon einmal war Jennifer Teege (2.v.l.) in Mechernich zu Gast, damals las sie in der Aula des GAT, wo auch dieses Foto mit Mitgliedern des Arbeitskreises entstand. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Schon einmal war Jennifer Teege (2.v.l.) in Mechernich zu Gast, damals las sie in der Aula des GAT, wo auch dieses Foto mit Mitgliedern des Arbeitskreises entstand. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

In der Bibliothek über die Namen der Vorfahren gestolpert

Jennifer Teege lebte nach ihrer Geburt zunächst im Kinderheim. Später wurde sie von einer Münchner Familie adoptiert, und studierte lange Zeit in Israel, weil sie sich mit dem Land extrem verbunden fühlte. Durch Zufall entdeckte sie eines Tages in der Bibliothek ein Buch, in dem es um ihre biologische Mutter ging – und um deren Vater. Wer der Mann war, das wusste Jennifer Teege bis dahin nicht: Amon Göth, der Kommandant der KZ Plaszów in Polen, der dort für den bestialischen Tod tausender Menschen verantwortlich war. Die Entdeckung warf die Tochter eines Nigerianers erstmal ordentlich aus der Bahn. Irgendwann machte die junge Frau sich aber doch an die Recherche, und fing an, sich genauer mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen. Insbesondere mit den Horrortaten ihrer Vorfahren. Am Ende ist daraus ein weltweit erfolgreicher Bestseller entstanden.

Rainer Schulz gab am Rande des Treffens noch preis, wie es zu der erneuten Verabredung mit der namhaften Autorin und weltweit begehrten Rednerin gekommen war: „Jennifer Teege hat letztes Jahr bei einer Veranstaltung in Blankenheim gelesen, von wo sie wegen des Schienenersatzverkehrs so spät am Abend nicht mehr wegkam. Ich habe sie dann zum Bahnhof Mechernich mitgenommen.“ Schulz lächelt. „Die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt, sie um eine Lesung in Kommern zu bitten.“

Es sei übrigens bereits das zweite Mal gewesen, dass er der Autorin als Taxifahrer aus der Patsche geholfen habe, erzählte Schulz. „Nach der Lesung in Mechernich fuhr ebenfalls kein Zug mehr, damals habe ich Jennifer Teege bis nach Köln gebracht. Davon zeugen bis heute auch beiden persönlichen Widmungen der Autorin in Schulz‘ Buchexemplar. Die dritte Signatur wird sich der Kommerner zweifelsohne am Abend des 15. März abholen.

pp/Agentur ProfiPress

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