„Hunting Tartans“ laden am Samstag, 5. September, ab 15 Uhr zum öffentlichen Highland-Games-Training auf den Bolzplatz nach Hostel ein – Deutscher Jugendmeister Louis Hochgürtel und sein Vater Ingo wollen Neugierige für Kraft, Technik, Kilt und schottische Lebensart begeistern
Mechernich-Hostel – Wenn demnächst in Hostel wieder Baumstämme durch die Luft fliegen, Feldsteine gestoßen und Gewichte rückwärts über eine Latte geschleudert werden, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Dann sind die „Hunting Tartans“ am Werk, ein junger Verein, der schottische „Highland Games“ in „Old Germany“ kultivieren will – und diesmal darf jeder, der Lust hat, nicht nur zuschauen, sondern selbst ausprobieren, wie viel Highlander in ihm steckt.

Am Samstag, 5. September, ab 15 Uhr laden die schottlandbegeisterten Kraftsportler zum Schnuppertag mit öffentlichem Highland-Games-Training nach Mechernich-Hostel ein. Angesprochen sind ausdrücklich „Interessierte, Neugierige und jede(r), der/die Lust auf Spaß hat“, wie es auf dem Einladungsplakat heißt.
Im Mittelpunkt steht ein Hosteler, der mit seinen gerade einmal 16 Jahren schon ziemlich genau weiß, wie man einen Baumstamm behandelt: Louis Hochgürtel ist amtierender Deutscher Jugendmeister der Highland Games. Der damals 15-Jährige trat im September 2025 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ludwigsburg-Oßweil für die „Highland Shadows“ aus Kreuzau an – und ließ in seiner Altersklasse M16 nichts anbrennen.

Der Hosteler gewann alle fünf Disziplinen: Steinstoßen („Light Stone“), Gewichtshochwurf („Weight for Height“), Gewichtsweitwurf („Weight for Distance“), Hammerwerfen („Light Hammer“) und Baumstammdrehen („Tossing the Caber“). Beim Gewichtshochwurf wuchtete er das 9,53 Kilogramm schwere Gewicht sogar auf 5,70 Meter.
Vom Bildschirm an die frische Luft
Dabei begann Louis' Karriere als Highlander keineswegs mit einem ausgeklügelten sportlichen Masterplan. Seine Eltern Diana und Ingo Hochgürtel wollten ihren Sohn schlicht zu mehr Bewegung animieren. „Der Junge musste an die frische Luft und nicht nur vor den Bildschirm“, berichten sie.

Bei einem Familienausflug zu einem schottischen Festival in Goch entdeckte Louis die „Highland Shadows“ aus Kreuzau. Aus einem neugierigen Trainingsbesuch wurde Begeisterung, aus Begeisterung Talent – und aus Talent ziemlich schnell sportlicher Erfolg. 2024 gewann er mit seinem damaligen Team die NRW-Mannschaftsmeisterschaft, 2025 folgten NRW-Einzeltitel und schließlich die Deutsche Jugendmeisterschaft.

Mittlerweile ist der schottische Kraftsport auch in Louis' Heimatdorf angekommen. Gemeinsam mit seinem Vater Ingo Hochgürtel und einigen Gleichgesinnten gründete er jetzt in Hostel die „Hunting Tartans“. Trainiert wird normalerweise donnerstags ab 18 Uhr auf dem Bolzplatz. Die schottische Flagge mit dem weißen Andreaskreuz weist dann schon von weitem darauf hin, dass dort gerade etwas ungewöhnlichere Sportgeräte zum Einsatz kommen.
Reporter selbst im Kilt
Davon konnte sich im Juni auch Thorsten Wirtz von „Kölnischer Rundschau“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ überzeugen. Der Reporter beließ es nicht beim Beobachten, sondern schlüpfte selbst in den Kilt und probierte einige Übungen aus. Damals war die Hosteler Gruppe gerade einmal wenige Wochen alt.

Vater Ingo Hochgürtel formulierte die Einladung dennoch bereits ausgesprochen großzügig: Jeder und jede „normal Sportliche“ zwischen 14 und 80 Jahren könne vorbeikommen und die Disziplinen ausprobieren. Mädchen und Frauen seien ausdrücklich eingeschlossen.
Und wer beim Wort „Highland Games“ nur an Muskelberge denkt, liegt ohnehin daneben. Kraft hilft – ohne Technik, Koordination, Beweglichkeit und das richtige Timing fliegt aber weder Stein noch Baumstamm dorthin, wo er hin soll.

Besonders spektakulär ist das Baumstammdrehen. Beim „Tossing the Caber“ gewinnt keineswegs automatisch derjenige, der den Stamm am weitesten schleudert. Der Highlander richtet ihn zunächst senkrecht auf, lässt ihn ausbalanciert in den Händen ruhen, nimmt Anlauf und wirft ihn so ab, dass er sich überschlägt. Ideal ist es, wenn der Stamm anschließend möglichst gerade vom Werfer weg in der gedachten Zwölf-Uhr-Richtung liegen bleibt.
Stein der Männlichkeit
Beim Hosteler Training kommen noch weitere rustikale Gerätschaften zum Einsatz. Dazu gehört der etwa 70 Kilogramm schwere „Stone of Manhood“, der Stein der Männlichkeit. Ein knapp zehn Kilogramm schwerer Strohsack wird mit einer Heugabel in die Höhe befördert. Und beim Gewichtshochwurf steht der Sportler mit dem Rücken zur Latte, schwingt das Gewicht zwischen den Beinen und schleudert es rückwärts über den Kopf nach oben.

Wer Kraft, Geschicklichkeit und Lust auf etwas Außergewöhnliches mitbringt, kann mitmachen – Anfänger ebenso wie sportlich Erfahrene. Für Einsteiger lassen sich die Geräte und Gewichte entsprechend anpassen. Und noch etwas unterscheidet die Highland Games vom gewöhnlichen Nachmittag auf dem Sportplatz: Der Kilt gehört dazu. Das karierte Tartan-Gewebe, schottische Fahnen und die Freude an der Kultur der Highlands sind für die Hosteler mindestens so wichtig wie die Ergebnisse.
„Mit wieviel Herz du dabei bist“
Dementsprechend verstehen sich die „Hunting Tartans“ nicht als Ansammlung grimmiger Kraftprotze. Sie wollen Sport, Spaß, Gemeinschaft und Schottlandbegeisterung miteinander verbinden. Ihr eigener Leitspruch bringt es auf den Punkt: „Es geht nicht nur darum, wie stark du bist, sondern mit wieviel Herz du dabei bist.“
Wer wissen möchte, ob er einen Feldstein weiter als bis zu den eigenen Schuhspitzen bekommt, wie sich ein Kilt beim Hammerwerfen macht oder wie um alles in der Welt man einen Baumstamm so wirft, dass er sich einmal überschlägt, kann das am Samstag, 5. September, ab 15 Uhr auf dem Bolzplatz in Mechernich-Hostel herausfinden.

Zuschauen ist ausdrücklich erlaubt. Ausprobieren ebenso. Und vielleicht findet sich dabei ja schon der nächste Eifeler Highlander. Anmeldung und Kontakt unter huntingtartans@gmail.com
pp/Agentur ProfiPress
09/02/2026

