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Manfred Lang

10/29/2026

Seele braucht Zeit zum Aufräumen…

Vor den stillen Novembertagen und dem Advent: Pfarrer Erik Pühringer lädt zum bewussten Innehalten ein – Zahlreiche Hilfestellungen im Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich

Vor den stillen Novembertagen und dem Advent: Pfarrer Erik Pühringer lädt zum bewussten Innehalten ein – Zahlreiche Hilfestellungen im Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich

Mechernich – „Auf den Bus warten, auf einen Arzttermin, auf das Wochenende. Auf eine Nachricht, einen Besuch oder darauf, dass es endlich besser wird. Warten gehört zum Leben. Aber selten mögen wir es. Dabei könnte gerade darin eine Gelegenheit liegen: einmal stehen bleiben, nachdenken, die eigenen Gedanken sortieren.“

Der Leitende Pfarrer Erik Pühringer nimmt im November-Pfarrboten des Pastoralen Raumes St. Barbara Mechernich eine Alltagserfahrung zum Ausgangspunkt für eine Einladung, die weit über den sonntäglichen Kirchgang hinausreicht.

Begegnung der Generationen beim „Hüttenzauber“ im Mechernicher Johanneshaus: Das Archivbild von 2024 macht Lust auf die Neuauflage am ersten Advent, Sonntag, 29. November 2026, im Anschluss an den Familiengottesdienst um 10.45 Uhr. Musik, Mitmachangebote und eine besondere Verlosung verbinden Geselligkeit mit Hilfe für Menschen in Not. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Begegnung der Generationen beim „Hüttenzauber“ im Mechernicher Johanneshaus: Das Archivbild von 2024 macht Lust auf die Neuauflage am ersten Advent, Sonntag, 29. November 2026, im Anschluss an den Familiengottesdienst um 10.45 Uhr. Musik, Mitmachangebote und eine besondere Verlosung verbinden Geselligkeit mit Hilfe für Menschen in Not. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Denn während vor einem Fest die Wohnung geputzt, eingekauft, geschmückt und organisiert wird, bleibt für das eigene Innenleben oft wenig Zeit. Pühringer regt deshalb einen „geistigen Hausputz“ an: die eigene Haltung prüfen, verändern, was nicht gut ist, und sich öffnen für Gottes Nähe. Gerade der Advent biete dafür Raum. Wobei der Pfarrer freimütig einräumt, dass auch ihm dieses Innehalten nur selten gelingt. Alltag und Vorbereitungen nehmen einen schnell wieder gefangen.

Treffen an den Gräbern

Die Wochen davor können bereits eine Schule der Aufmerksamkeit sein. Der November lenkt den Blick auf Menschen, die fehlen, auf Erinnerungen, die bleiben, und auf die Frage, was im eigenen Leben trägt. Wer an einem Grab steht, weiß, dass sich Nähe nicht allein in gemeinsam verbrachter Zeit bemisst.

An Allerheiligen, Sonntag, 1. November, kommen die Gemeinden zum Gottesdienst und zur Gräbersegnung zusammen. In Weyer und Eicks beginnen die Messen um 9 Uhr, in Bleibuir um 10.45 Uhr und in Mechernich um 11 Uhr; jeweils anschließend werden die Gräber gesegnet.

Weitere Gräbersegnungen finden um 14 Uhr in Eiserfey, Strempt und im Gotteswald Nöthen statt, um 14.30 Uhr in Kallmuth, um 15 Uhr in Kolvenbach und um 15.15 Uhr in Vussem. Um 16 Uhr folgen Holzheim und Harzheim sowie in Floisdorf ein Wortgottesdienst mit anschließender Gräbersegnung. In Breitenbenden ist die Segnung um 16.15 Uhr vorgesehen.

„Trauer-Räume“ öffnen sich

Auch über Allerheiligen hinaus bleibt Raum für Abschied und Trauer. Wer den Gotteswald kennenlernen möchte, kann am Sonntag, 8. November, an einem gemeinsamen Spaziergang teilnehmen. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Grillhütte Bouderath. Für Menschen, die einen Verlust verarbeiten, öffnen sich am Freitag, 27. November, von 15 bis 17 Uhr die „Trauer-Räume“ im Mechernicher Johanneshaus, An der Kirche.

Erinnern und zum Frieden mahnen: Pfarrer Erik Pühringer bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2023 in Mechernich. In diesem Jahr schließt sich der gemeinsame Gang zum Ehrenmal am Sonntag, 15. November, an die Messe um 10.45 Uhr in der Pfarrkirche an. Archivfoto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress
Erinnern und zum Frieden mahnen: Pfarrer Erik Pühringer bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2023 in Mechernich. In diesem Jahr schließt sich der gemeinsame Gang zum Ehrenmal am Sonntag, 15. November, an die Messe um 10.45 Uhr in der Pfarrkirche an. Archivfoto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Bei Kaffee und Kuchen darf erzählt, zugehört und Gemeinschaft erlebt werden. Eine Anmeldung ist ausdrücklich nicht erforderlich. Für Einzelgespräche steht darüber hinaus Pastoralreferentin Linda Schmitt-Thees unter Telefon 02443/1402 oder 01575/1632847 zur Verfügung.

Erinnern an Pogromnacht

Erinnerung hat im November ebenso eine öffentliche Seite. Am Dienstag, 10. November, beginnt um 18 Uhr am Mechernicher Rathaus der Gedenkgang zur Erinnerung an die Reichspogromnacht. Die weiterführenden Schulen und die christlichen Kirchen gestalten den Weg über die katholische Kirche und das Gymnasium am Turmhof bis zum neuen Gedenkstein für die jüdischen Mitbürger in der Rathergasse.

Am Volkstrauertag, Sonntag, 15. November, wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. In Strempt beginnt die Gedenkfeier um 9.30 Uhr am Ehrenmal. In Mechernich schließt sich der Gang zum Ehrenmal an die Messe um 10.45 Uhr an; danach sind die Teilnehmer zu Imbiss und Getränken ins Johanneshaus eingeladen. Auch in Bleibuir folgt auf die Messe um 10.45 Uhr eine Kranzniederlegung. In Weyer beginnt die Gedenkfeier um 11.30 Uhr am Kriegerdenkmal am Kirchenweg, vorher um 10.30 Uhr in Eiserfey.

Zwischen diesen Tagen des Erinnerns leuchten die Martinslaternen. Sie erzählen von einer Hilfe, die nicht auf bessere Gelegenheiten wartet. In Mechernich wird daraus am Samstag, 7. November, ganz praktische Solidarität: Zum Familiengottesdienst um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche werden haltbare Lebensmittel für die Mechernicher Tafel erbeten.

Sankt Martin für Familien

Nudeln, Reis, Mehl, Zucker oder Konserven können zum Gottesdienst mitgebracht oder bereits vorher im Pfarrbüro Mechernich, Weierstraße 80, abgegeben werden. Das Büro ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Die gespendeten Lebensmittel dürfen keinen Alkohol enthalten.

Kinder treffen sich mit ihren Laternen bereits um 17.15 Uhr vor dem Johanneshaus zum gemeinsamen Einzug in die Kirche. Anschließend gibt es Wecken und Getränke sowie einen Verkauf fair gehandelter Produkte durch die Eifler Brunnenhilfe Indien.

Wer zwischendurch einen stilleren Zugang sucht, findet ihn auch im Gespräch oder in der Musik. Die „Kleine Gemeinschaft“ trifft sich am Mittwoch, 11. November, um 19.30 Uhr im Johanneshaus, um gemeinsam einen Bibeltext zu lesen und über seine Bedeutung im Alltag nachzudenken. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen.

Stiftungsfest des Kirchenchores

Am Freitag, 20. November, lädt die Filialgemeinde Heilige Familie in Kalenberg, Ecke Sternenbergstraße/Westschachtstraße, um 19 Uhr zu einem Hagios-Mitsing-Liederabend mit Gesängen des Komponisten Helge Burggrabe ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; auch Zuhörer sind willkommen. Der Kirchenchor Cäcilia Mechernich gestaltet am Sonntag, 22. November, um 10.45 Uhr sein Stiftungsfest in der Pfarrkirche mit der „Messe brève Nr. 7 in C“ von Charles Gounod unter Leitung von Erik Arndt.

Mit dem ersten Advent am Sonntag, 29. November, bekommt das Warten schließlich einen neuen Klang. Um 10.45 Uhr beginnt in der Mechernicher Pfarrkirche ein Familiengottesdienst mit dem Kinderchor unter Leitung von Erik Arndt. Anschließend öffnet im Johanneshaus der „Hüttenzauber im Advent“.

Kinder schmücken den Weihnachtsbaum, die Bergkapelle spielt, Liedermacher Günter Hochgürtel unterhält die Gäste, und am späteren Nachmittag wird der Nikolaus erwartet. Gulaschsuppe, Reibekuchen, Hot Dogs sowie Kaffee und Kuchen laden zum Bleiben ein. Für Kinder ist das Basteln von Lebkuchenhäuschen geplant.

Besonders gut zu Pfarrer Erik Pühringers Gedanken passt die Spezialverlosung, die Diakon Manfred Lang mit dem „Hüttenzauber“-Team veranstaltet: Dabei lässt sich verschenkte Zeit gewinnen. Menschen haben sich überlegt, womit sie anderen eine Freude machen können. Lose kosten einen Euro und sind ab dem Martinsgottesdienst am 7. November nach den Mechernicher Gottesdiensten, außerdem im Pfarrbüro und am Hüttenzaubertag erhältlich. Der Erlös der Veranstaltung kommt zu gleichen Teilen der Indienhilfe Köln, der Mechernich-Stiftung und der Mechernicher Tafel zugute.

„Hüttenzauber“ und Frühschicht

Wer sich schon vorher ein Stück Advent nach Hause holen möchte, kann Advents- und Türkränze vorbestellen. Bestellzettel liegen ab Ende Oktober in der Mechernicher Pfarrkirche aus und stehen auf der Internetseite www.gdg-mechernich.de zum Herunterladen bereit. Bestellungen nimmt auch das Pfarrbüro unter Telefon 02443/8640 oder per E-Mail an pfarrbüro@st-johannes-mechernich.de entgegen. Das Organisationsteam freut sich außerdem über Kuchen- und Plätzchenspenden zum „Hüttenzauber“.

Auch in diesem Jahr öffnet der „Lebendige Adventskalender“ im Pastoralen Raum St. Barbara Mechernich wieder seine Türchen. Familien, Gruppen, Einrichtungen und ganze Ortschaften laden im Dezember zu kurzen adventlichen Impulsen, Begegnungen unter freiem Himmel und kleinen Feiern ein – jedes Mal an einem anderen Ort. Interessenten für Angebote können sich noch im Pfarrbüro, Weierstraße 80, Tel. (02443) 8640, melden.

Eine weitere Gelegenheit zum bewussten Tagesbeginn bieten die Adventsfrühschichten in St. Georg Kallmuth, an den Mittwochen, 2., 9. und 16. Dezember, jeweils um 6 Uhr. Nach etwa einer halben Stunde schließt sich ein gemeinsames Frühstück im Bürgerhaus an. Eva-Maria Reineke und das Vorbereitungsteam laden herzlich zur Teilnahme ein.

So führt der Weg durch diese Wochen vom Erinnern zum Teilen und vom Abschied zur Hoffnung. Pfarrer Pühringers Einladung lässt sich dabei ganz alltagsnah verstehen: Neben den vielen Dingen, die vor Weihnachten erledigt werden müssen, braucht auch die Seele ein wenig Zeit zum Aufräumen.

pp/Agentur ProfiPress