Wonach suchen Sie

Ronald Larmann

09/30/2026

Wie ein Klassentreffen für Mediziner

Freuen sich auf die zweite Auflage des Euskirchener Ärztedialogs: Initiator Alexan-der Schiffmann (l.), Leiter der DRK Rettungsdienst-Akademie Euskirchen, und Kreisverbandsarzt Frank Gummelt. Foto: DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Zweiter Euskirchener Ärztedialog bereits zwei Wochen vor der Veranstaltung ausgebucht – DRK-Kreisverband möchte diese Plattform langfristig etablieren, weiterentwickeln und vielleicht irgendwann noch größer denken

Euskirchen – Noch gut zwei Wochen sind es bis zum zweiten Euskirchener Ärztedialog. Freie Plätze gibt es allerdings schon jetzt keine mehr. Wenn sich am Mittwoch, 14. Oktober, um 18 Uhr die Türen der Ideenfabrik in der Alten Tuchfabrik öffnen, werden erneut mehr als 120 Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende und weitere Akteure aus der regionalen Gesundheitsversorgung zusammenkommen. Damit ist auch die zweite Auflage des vom Deutschen Roten Kreuz im Kreis Euskirchen veranstalteten Fortbildungs- und Netzwerkabends ausgebucht.

Dass es überhaupt eine zweite Auflage gibt, liegt an der überaus gelungenen Premiere im April. Schon damals war der Ärztedialog komplett ausgebucht. Vor allem aber kam aus dem Auditorium ein ziemlich eindeutiger Wunsch: Weitermachen.

Für Alexander Schiffmann, Leiter der DRK Rettungsdienst-Akademie Euskirchen, war das eine Bestätigung für eine Idee, in die zuvor viel Arbeit geflossen war. Er hatte den Euskirchener Ärztedialog initiiert und gemeinsam mit Frank Gummelt entwickelt, um einen Ort zu schaffen, an dem sich die medizinischen Akteure der Region nicht nur fortbilden, sondern vor allem begegnen können.

„Wir machen diese Veranstaltung nicht nur für unsere Ärztinnen und Ärzte“, sagt Schiffmann: „Am Ende machen wir sie vor allem für die Menschen in unserer Region. Wir glauben fest daran, dass Gesundheitsversorgung besser wird, wenn die Menschen, die sie tragen, sich kennen, miteinander sprechen und voneinander lernen. Davon profitiert am Ende jeder Einzelne.“

Mehrwert für die Gesundheitsversorgung

Genau deshalb versteht Schiffmann den Ärztedialog auch nicht als einmaliges Veranstaltungsprojekt. „Als DRK im Kreis Euskirchen tragen wir Verantwortung für die Menschen hier“, sagt der Akademie-Leiter: „Ich sehe es deshalb auch als unsere Aufgabe an, diese Plattform langfristig zu etablieren, weiterzuentwickeln und vielleicht irgendwann noch größer zu denken. Wenn wir damit einen echten Mehrwert für die Gesundheitsversorgung schaffen können, sollten wir diese Chance auch nutzen.“

Freuen sich auf die zweite Auflage des Euskirchener Ärztedialogs: Initiator Alexan-der Schiffmann (l.), Leiter der DRK Rettungsdienst-Akademie Euskirchen, und Kreisverbandsarzt Frank Gummelt. Foto: DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress
Freuen sich auf die zweite Auflage des Euskirchener Ärztedialogs: Initiator Alexan-der Schiffmann (l.), Leiter der DRK Rettungsdienst-Akademie Euskirchen, und Kreisverbandsarzt Frank Gummelt. Foto: DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Gastgeber Frank Gummelt sieht das ähnlich. Er ist nicht nur Kreisverbandsarzt des DRK Kreisverbandes Euskirchen, sondern zugleich Vorsitzender der Kreisstelle Euskirchen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. In dieser Funktion übernimmt er auch die Schirmherrschaft über die Veranstaltung. Für Gummelt war vor allem die Resonanz aus dem Auditorium nach der ersten Veranstaltung entscheidend.

„Die erste Veranstaltung hat uns gezeigt, dass die Region eine solche Plattform braucht“, sagt Gummelt. „Ärztinnen und Ärzte aus Praxis und Klinik wollen sich austauschen, Kontakte pflegen und miteinander ins Gespräch kommen. Genau dafür möchten wir dauerhaft einen Raum schaffen.“ Oder, etwas weniger förmlich formuliert: ein Klassentreffen.

„Unser Ziel ist es schon, langfristig so etwas wie das Klassentreffen der Ärztinnen und Ärzte unserer Region zu etablieren“, sagt Gummelt. Eines allerdings, bei dem es nicht allein ums Wiedersehen geht. Denn beim Euskirchener Ärztedialog treffen ganz bewusst unterschiedliche Generationen und Fachdisziplinen aufeinander. Der niedergelassene Hausarzt auf den Klinikkollegen. Der medizinische Nachwuchs auf erfahrene Ärztinnen und Ärzte. Die Studentin auf die Professorin.

„Genau darin liegt für mich einer der größten Mehrwerte“, so Gummelt. „Jung und Alt kommen zusammen, unterschiedliche Fachrichtungen begegnen sich und auch ein Medizinstudent bekommt hier die Möglichkeit, ganz unmittelbar mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen oder einem Professor ins Gespräch zu kommen.“

Herzerkrankungen im Versorgungsalltag

Wie groß der Wunsch nach dieser Form des Austauschs inzwischen ist, zeigt sich schon vor dem zweiten Termin. Wieder sind sämtliche Plätze vergeben. „Beim ersten Ärztedialog haben wir noch deutlich stärker geworben. Diesmal war das kaum nötig“, sagt Schiffmann. Für ihn zeige das vor allem, dass viele Menschen nach der ersten Veranstaltung positiv darüber gesprochen haben. „Genau so sollte es sein. Wenn eine Veranstaltung von den Gästen selbst weitergetragen wird, ist das wahrscheinlich das beste Feedback, das man bekommen kann“, freut sich der Initiator des Ärztedialogs.

Inhaltlich dreht sich bei der zweiten Auflage alles ums Herz. Unter dem Leitthema „Herzerkrankungen im Versorgungsalltag“ beleuchten drei Fachvorträge die Versorgung aus unterschiedlichen Perspektiven. Anschließend werden die verschiedenen Blickwinkel im gemeinsamen Paneltalk zusammengeführt. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um medizinisches Fachwissen. Das eigentliche Thema des Abends liegt gewissermaßen zwischen den Vorträgen, nämlich an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sowie zwischen den unterschiedlichen Generationen im Gesundheitswesen.

Bereits die Premiere des Euskirchener Ärztedialogs im April war komplett ausge-bucht. Mehr als 120 Gäste aus Praxis, Klinik und medizinischem Nachwuchs ka-men in der Ideenfabrik zusammen. Foto: DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress
Bereits die Premiere des Euskirchener Ärztedialogs im April war komplett ausge-bucht. Mehr als 120 Gäste aus Praxis, Klinik und medizinischem Nachwuchs ka-men in der Ideenfabrik zusammen. Foto: DRK Euskirchen/pp/Agentur ProfiPress

Dass genau diese Schnittstellen im Mittelpunkt stehen, zeigt sich auch an den Partnern der Veranstaltung. Mit dem Marien-Hospital Euskirchen und dem Kreiskrankenhaus Mechernich sind beide großen Krankenhäuser der Region eingebunden. Unterstützt wird der Ärztedialog außerdem von der Kreisstelle Euskirchen der Ärztekammer Nordrhein.

Für Gummelt ist dieses Zusammenspiel entscheidend. „Praxis und Klinik müssen miteinander im Austausch bleiben und das Miteinander immer weiter verbessern. Dafür braucht es genau solche Plattformen.“ Die Schirmherrschaft durch die KV Nordrhein Kreisstelle Euskirchen unterstreicht diesen Anspruch zusätzlich. Denn am Ende geht es nicht darum, einzelne Bereiche nebeneinander zu stellen, sondern darum, Versorgung gemeinsam zu denken.

Fachlicher und persönlicher Austausch

Veranstalter des Euskirchener Ärztedialogs ist der DRK Kreisverband Euskirchen. Für Frank Gummelt bleibt bei aller fachlichen Ausrichtung trotzdem auch die persönliche Seite wichtig. „Ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten, auf neue Begegnungen und auf gute Gespräche“, sagt er. Und natürlich darauf, dass aus der Premiere inzwischen eine Fortsetzung geworden ist.

Für Alexander Schiffmann ist genau diese Fortsetzung erst der Anfang. „Wenn wir langfristig erreichen, dass sich Menschen aus Praxis, Klinik und Nachwuchs hier selbstverständlich begegnen, Kontakte entstehen und Zusammenarbeit einfacher wird, dann haben wir etwas geschaffen, das weit über einen einzelnen Abend hinausgeht.“

Einen Eindruck davon, wie der erste Euskirchener Ärztedialog aussah und welche Atmosphäre dort entstand, können Interessierte auch auf der Veranstaltungswebsite gewinnen. Dort geben mehrere Videos Einblicke in den Abend, die Vorträge und vor allem in die Begegnungen zwischen den Gästen. Ein ziemlich gutes Zeichen für eine Veranstaltung, deren eigentliches Ziel genau darin liegt: miteinander ins Gespräch zu kommen: www.aerztedialog.eu

pp/Agentur ProfiPress