42 Kürbiskanuten lieferten sich auf dem See des Krewelshofs in der Eifel spannende und ausgesprochen nasse Duelle – Geschwister Kattia und Fabio Adrian Sanchez Burchardt gewannen die beiden Finals – Wandergesellin sprang spontan in Kluft ein
Mechernich-Obergartzem – Drei ausgehöhlte Riesenkürbisse, 42 mutige Kanutinnen und Kanuten und zahlreiche Zuschauer rund um den See: Bei der Kürbisregatta auf dem Krewelshof in der Eifel wurde das ungewöhnliche Naturgefährt einmal mehr zum Rennboot. Der gelegentliche Nieselregen tat der fantastischen Stimmung keinen Abbruch. Auf dem Wasser lieferten sich die Teilnehmer rasante, bisweilen turbulente, aber stets faire Duelle.

Zur Auswahl standen drei ausgehöhlte Riesenkürbisse mit Gewichten von 300, 330 und 360 Kilogramm. Krewelshof-Jungbauer Max Bieger erklärte vor dem Start die besondere Herausforderung: Je schwerer ein Kürbis sei, desto stabiler liege er zwar im Wasser. Gleichzeitig stelle sich aber die Frage, wie gut sich das schwergewichtige Naturgefährt noch lenken und steuern lasse.

Dann gab Max Bieger den Startschuss, und Moderator Magic Ingo (Ingo Dapprich) begleitete die Rennen mit humorvollen Kommentaren und launigen Interviews. Auf dem Wasser zeigte sich schnell: Mit normalem Kanufahren hat die Fortbewegung in einem ausgehöhlten Riesenkürbis nur sehr entfernt zu tun. Einige Boote drehten sich lieber um die eigene Achse, andere nahmen Wasser auf und wieder andere kippten samt Besatzung vollständig um.

Besonders in den beiden Finals ging es hoch her. Die Paddel schlugen beinahe gleichzeitig an, Kürbisse kenterten und Kanutinnen wie Kanuten landeten im kalten Wasser. Mehrfach wurde noch auf den letzten Metern überholt, begleitet vom Jubel der Zuschauer und der mitgereisten Fans. Viele Läufe wurden in weniger als 50 Sekunden absolviert.
Vorbeitung? Auf der Couch Olympia geschaut
Am Ende lag der Regattaerfolg sogar in der Familie: Kattia Sanchez Burchardt gewann die Frauenwertung, ihr Bruder Fabio Adrian Sanchez Burchardt setzte sich bei den Männern durch. Für Kattia Sanchez Burchardt war der Sieg auch deshalb besonders, weil ihr Partner René Henn im Vorjahr die Männerwertung gewonnen hatte.

Bei den Frauen paddelte Mali Stier auf den zweiten Platz, Maria Bachem wurde Dritte. In der Männerwertung belegte Jan Mahlke Rang zwei vor David Bouveret.

Jan Mahlke hatte bereits mit seinem Auftritt für Aufsehen gesorgt: Er stieg im Ritterkostüm in den Kürbis. Seine „taffe Vorbereitung“ auf das Rennen habe vor allem darin bestanden, „sehr hart die Olympiade auf der Couch zu gucken“, verriet er augenzwinkernd. So habe er sich mental auf den Wettkampf vorbereitet, um den nötigen „Fight-Gedanken“ mit aufs Wasser zu nehmen.

Eine weitere spontane Heldin der Regatta war Toni aus Freiburg. Weil eine angemeldete Ruderin nicht erschienen war, sprang sie kurzerhand ein und stieg in ihrer traditionellen Kluft in den Kürbis. Seit dreieinhalb Jahren ist sie auf der Walz und dürfte inzwischen eigentlich wieder nach Hause zurückkehren. Zum Krewelshof war sie gemeinsam mit weiteren Wandergesellen gekommen.

Für zusätzlichen Rückenwind am Ufer sorgten die „Paddle Pumpkins“ aus Bonn. Die muntere, neunköpfige Truppe war nicht nur mit eigens gestalteten T-Shirts und bestickten Jacken angereist. Auf dem Rücken prangten ein selbst entworfenes Vereinslogo und der Schriftzug „Established 2025“, denn Mitglieder der Gruppe waren bereits im vergangenen Jahr mitgepaddelt. Fünf von ihnen wagten sich diesmal selbst in die schwimmenden Schwergewichte.

Trotz aller Kampfbereitschaft blieben die Duelle fair, friedlich und freundschaftlich. Auch das Wetter spielte länger mit als zunächst erwartet: Während der Rennen fiel nur gelegentlich etwas Nieselregen. Erst nach der Siegerehrung öffnete der Himmel seine Schleusen richtig. Da hatten die Kürbiskanuten ihre unfreiwilligen Bäder längst genommen und die Sieger ihre Pokale bereits sicher an Land gebracht.

Wer den Krewelshof nach der Regatta noch einmal trockenen Fußes erleben möchte, hat dazu noch reichlich Gelegenheit: Die große Kürbisschau unter dem Motto „Dschungel“ ist auf dem Krewelshof Eifel noch bis Mitte November zu sehen. Mehr als 100.000 Kürbisse bilden dort fantasievolle Figuren, Tiere und Szenen. Weitere Informationen gibt es unter www.krewelshof.de
pp/Agentur ProfiPress
09/15/2026

