48-jährige indische Ordensschwester verstärkt Kommunität und soziale Arbeit im Mechernicher Mutterhaus des Ordo Communionis in Christo
Mechernich – Die Communio in Christo hat ein neues Mitglied im Mutterhaus begrüßt: Sr. Shelly Ruth (48) aus Neu-Delhi ist nun offiziell Teil der Gemeinschaft in Mechernich. Generalsuperior Jaison Thazhathil hieß sie im Kreis der Kommunität herzlich willkommen.
Die Verbindung zur Communio reicht bereits einige Jahre zurück. Seit 2019 steht die Ordensfrau aus Indien in Kontakt mit der geistlichen Gemeinschaft aus Mechernich. Ihren ersten Besuch im Mutterhaus absolvierte sie am 1. Februar 2023 – ein prägender Aufenthalt, bei dem sie auch ihre Profess ablegte.
Ursprünglich hatte Sr. Shelly den Wunsch, die Communio in ihrer Heimat Indien kennenzulernen und dort ihren Weg zu gehen. Die Spiritualität und Lebensweise der Communio überzeugten sie früh. Konkrete Pläne für einen Wechsel nach Deutschland gab es zunächst jedoch nicht.
Schwester Shelly Ruth war bereits seit über 15 Jahren Mitglied einer anderen Kongregation in Indien, die sie vor einigen Jahren verlassen hat, um ihre pflegebedürftigen Eltern zu versorgen. Ihr Vater sei inzwischen verstorben, sie kümmert sich weiter um ihre Mutter. Vor einigen Jahren kam sie über den ersten Generalsuperior Karl-Heinz Haus mit der Communio in Christo in Berührung. Sie bekam zunehmend das Gefühl, dass ihre Berufung zur Communio in Christo passt.
In Kontakt kam Sr. Shelly auch zu Bischof Barnabas, „einem großen Freund der Communio in Christo“, in Neu-Delhi. Er wollte vor der Corona-Pandemie ursprünglich gemeinsam mit Sr. Shelly zum Mutterhaus nach Deutschland kommen, damit sie die Communio in Christo besser kennenlernen könnte. Covid 19 durchkreuzte diese Pläne, Bischof Barnabas starb. Es sei seine Idee gewesen, in seiner Diözese eine Gemeinschaft des Ordo Communionis in Christo mit diözesaner Anerkennung aufzubauen.

Bischof Thomas Mar Anthonios, der Nachfolger des verstorbenen Hirten der Diözese , der die Communio und Generalsuperior Thazhathil im November 2022 in Mechernich besuchte, setzte den Communio-freundlichen Kurs seines Vorgängers fort. Der am 14. Februar 1955 in Adoor im indischen Bezirk Pathanamthitta, Kerala, geborene Geistliche besuchte den von seinem Landsmann Jaison Thazhathil geleiteten Ordo Communionis in Christo 2025 zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre.
Im vergangenen Jahr hatte sein Besuch einen ganz besonderen Grund, er diente der Freistellung der in seiner Diözese Gurgaon-Delhi sozial wirkenden Communio-Schwester Shelly, die in die Mechernicher Kommunität wechseln wollte. Das Okay des am 27. Dezember 1980 zum Priester und am 13. März 2010 zum Kurienbischof geweihten Bischofs Mar Anthonios wurde in Mechernich mit großer Dankbarkeit und Applaus aufgenommen. Auch der Aachener Diözesanbischof Dr. Helmut Dieser hatte den Wechsel von Sr. Shelly Ruth ins Mechernicher Mutterhaus der Communio in Christo durch ein Empfehlungsschreiben ausdrücklich begrüßt.
Großes Vertrauen in Schwester Shelly
Der Geistliche, der selbst dem „Order of the Imitation of Christ“ (Bethany Ashram), einer syro-malankarischen Ordensgemeinschaft in Indien, angehört, sagte seinerzeit im Gespräch mit Father Jaison Thazhathil, dem Generalsuperior des Ordo Communionis in Christo mit Mutterhaus in Mechernich, seinem Stellvertreter Diakon Manfred Lang, Schwester Lidwina, Spiritual Pater Rudolf Ammann ISch und Marie-Thérèse Dijkstra, er habe großes Verständnis und Vertrauen in die weitere geistliche Entwicklung von Schwester Shelly, die in Mechernich mit offenen Armen empfangen wird.
Er sagte Generalsuperior Father Jaison Thazhathil und seiner Führungsmannschaft, die Mechernicher Communio mit ihren weltweit 250 Mitgliedern und seine Diözese Gurgaon-Delhi, die flächengrößte in Indien, würden eng verbunden bleiben und sich gegenseitig unterstützen.
Bischof Mar Anthonios würde sich eine Ausbreitung der Spiritualität der Gottesliebe durch tatkräftige Nächstenliebe in den Gemeinden und Familien in Delhi und Mechernich wünschen: „Wir werden uns gegenseitig helfen und unterstützen.“

Mar Anthonios, der ausgezeichnet Deutsch spricht, absolvierte seinen Abschluss an der Universität von Kerala. Am Päpstlichen Orientalischen Institut, Rom, promovierte er im orientalischen Kirchenrecht. Nach der Ordination war er unter anderem Oberer verschiedener Klöster, Direktor einer Schule in Kottayam, Postulantenmeister, Schatzmeister, Kaplan und Pfarrer, Professor in Trivandrums St. Mary’s Malankara Major Seminary und anderen großen Seminaren.
Weg durch Herausforderungen
In ihrer Heimatdiözese Gurgaon-Delhi war Sr. Shelly Ruth in der Sozialarbeit tätig. Dort engagierte sie sich insbesondere für Arme, Kranke und gesellschaftlich Ausgegrenzte – unter anderem durch Essensprogramme, Bildungsinitiativen und Unterstützung für Bedürftige. Auch eine mögliche Gründung einer Communio-Gemeinschaft in Indien stand im Raum. Doch durch die Corona-Pandemie und den frühen Tod von Bischof Barnabas konnten diese Pläne nicht weiterverfolgt werden.
Parallel dazu suchte die Communio in Mechernich nach Verstärkung für das Mutterhaus. „Wie es scheint, hat Gott im Hintergrund alles gut gefügt“, sagte Generalsuperior Thazhathil jetzt bei der Begrüßung Schwester Shellys im Refektorium der 1984 in Mechernich von Mutter Marie Therese gegründeten Gemeinschaft.
Durch mehrere Besuche wuchs die Verbindung weiter. Schließlich wurde der Weg für einen dauerhaften Wechsel frei – auch mit Zustimmung der indischen Diözese, die Sr. Shelly für diesen Schritt freistellte. Nun beginnt für die Ordensfrau ein neuer Lebensabschnitt: Zunächst steht ein intensives Sprachstudium auf dem Programm. Ziel ist der Erwerb des B2-Zertifikats, um sich im Alltag und im Dienst der Communio sicher bewegen zu können.
Im Anschluss soll sie schrittweise in die Aufgaben des Mutterhauses eingebunden werden. Die Communio in Christo versteht sich als internationale geistliche Familie mit rund 250 Mitgliedern weltweit. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Lebensformen leben gemeinsam ihre Berufung zur Nächstenliebe. „Mit Sr. Shelly wird diese internationale Dimension erneut sichtbar“, sagte Generalsuperior Jaison Thazhathil: „Liebe braucht keine Übersetzung“, heißt es in der Communio – und genau diese Erfahrung beginnt für Sr. Shelly nun ganz konkret in Mechernich.“
pp/Agentur ProfiPress
04/20/2026
