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Steffi Tucholke

02/23/2026

Alte Stelle, neue Brücke

 

6 min read

Brückenneubau nahe Burg Veynau kurz vor der Fertigstellung – Alte Brücke wurde von der Flut 2021 mitgerissen – Kreis Euskirchen möchte Brücke für Radweg mit nutzen

Mechernich/Euskirchen – Nach mehr als vier Jahren führt vor den Toren der Burg Veynau bald endlich wieder eine Brücke über den Veybach. Sie erschließt eine Tongrube und soll künftig auch mit dem Radwegenetz des Kreises Euskirchen verbunden werden. „Es ist schon außergewöhnlich, dass eine solche Brücke bis auf einen kleinen Rest komplett von dem Hochwasser 2021 fortgerissen wurde“, erzählt Andreas König, Teamleiter Straßen und öffentliche Grünflächen der Stadt Mechernich. Mitte April soll die neue Brücke nun fertiggestellt werden.

Verantwortlich für den Neubau der Brücke über den Veybach (v.l.): Marvin Pärschke, Andreas König und Irma Schmidt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Verantwortlich für den Neubau der Brücke über den Veybach (v.l.): Marvin Pärschke, Andreas König und Irma Schmidt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Während wir viele beschädigte Brücken noch mit Einschränkungen nutzen konnten, gab es hier bis zum Neubau einfach keinen Weg über den Veybach“, so König. Er ist froh über die Geduld der Anwohner, die so lange andere Wege nutzen mussten. Die Bauarbeiten befinden sich jetzt in der Endphase. Die Widerlager, auf die später die Brückenplatte aufgelegt wird, wurden betoniert und müssen jetzt aushärten. Für die Form der Widerlager wurden Spundwände als Schalung aufgebaut, die nach der Aushärtung des Betons wieder entfernt werden.

Irma Schmidt und Marvin Pärschke auf der Behelfsbrücke über den Veybach. Links im Hintergrund die knorrige Linde, die wohl der älteste Baum im Kreis Euskirchen ist. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Irma Schmidt und Marvin Pärschke auf der Behelfsbrücke über den Veybach. Links im Hintergrund die knorrige Linde, die wohl der älteste Baum im Kreis Euskirchen ist. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Beseitigung von Kampfmitteln

Die Brückenplatte besteht aus vier Teilen, die in den Werkhallen der Firma Backes gefertigt wurden. Andreas König: „Solche Bauteile können in den Hallen unter stabilen Bedingungen hergestellt werden, so sind wir nicht von äußeren Einflüssen wie etwa der Witterung abhängig.“ Tatsächlich habe die Kälte Mitte Januar die Betonierarbeiten etwas verzögert, erklärt Irma Schmidt vom Ingenieurbüro Kocks Consult, die die Bauüberwachung übernommen hat.

Für Verzögerungen sorgte seit Baubeginn Anfang Oktober vergangenen Jahres auch die Beseitigung von Kampfmitteln aus dem Baustellenbereich. Im Normalfall wird auf einer solchen Fläche der Oberboden abgezogen und so die Sondierung durch den Kampfmittelräumdienst möglich gemacht. Dies war aber nicht möglich, da sich aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung viele Eisenteile in der Erde befanden.

Um die Widerlager der Brücke zu fertigen, wurde mit Spundwänden eine Schalung erstellt, in die der Beton gegossen wurde. Ist dieser ausgehärtet, können die Brückenplatten auf die Widerlager aufgelegt werden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Um die Widerlager der Brücke zu fertigen, wurde mit Spundwänden eine Schalung erstellt, in die der Beton gegossen wurde. Ist dieser ausgehärtet, können die Brückenplatten auf die Widerlager aufgelegt werden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Stattdessen beauftragte Marvin Pärschke, Tiefbausachbearbeiter der Stadt Mechernich, einen Feuerwerker, der die Sondierung begleitend zu den Tiefbauarbeiten übernahm. Tatsächlich wurde dabei auch der Boden einer Bombe gefunden – neben zahlreichen Metallteilen aus der landwirtschaftlichen Arbeit sowie einigen Hufeisen.

Breit genug für Fahrrad und LKW

Die Brückenplatten sollen nun zur Baustelle transportiert und dann mit einem Kran auf die Widerlager aufgesetzt werden. Wenn dann noch das angrenzende Erdreich und der anschließende Straßenbau fertiggestellt sind, kann die Brücke wieder genutzt werden. Der Brückenquerschnitt ist dann sogar breit genug, dass sich auch ein Lastkraftwagen (LKW) und ein Fahrradfahrer auf der Brücke begegnen können. Das ist vor allem insofern von Bedeutung, weil der Kreis Euskirchen einen Radweg bauen möchte, der diese Brücke mit nutzt.

Irma Schmidt und Marvin Pärschke vor den Spundwänden, die nach den Betonierarbeiten von Mitarbeitern der Firma Backes wieder abgebaut werden konnten. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Irma Schmidt und Marvin Pärschke vor den Spundwänden, die nach den Betonierarbeiten von Mitarbeitern der Firma Backes wieder abgebaut werden konnten. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Bei genauerer Betrachtung scheint es ungewöhnlich, dass die Stadt Mechernich eine Brücke auf dem Gebiet der Stadt Euskirchen baut. Immerhin kostet allein das Bauwerk 350.000 Euro, der gesamte Brückenbau sogar 590.000 Euro. Hintergrund ist, dass für den Veybach die Unterhaltungs- und Wiederherstellungspflicht bei den Anwohnern liegt. Die beiden angrenzenden Parzellen hatte die Stadt Mechernich allerdings in der Vergangenheit im Zuge der Verlegung einer Transportleitung von Privat gekauft, um dort eine Trinkwasserleitung verlegen zu können. Im Anschluss sollten die Grundstücke der Stadt Euskirchen übertragen werden. Genau zu diesem Zeitpunkt kam die Flut und riss die Brücke weg. Die Stadt Mechernich als Anlieger und Eigentümer war so verantwortlich für den Neubau der Brücke.

Diese steht übrigens an gleicher Stelle wie die alte Brücke: Neben dem wahrscheinlich ältesten Baum im Kreis Euskirchen, einer knorrigen, alten Linde, die ein Ensemble mit dem vorstehenden Feldkreuz bildet.

pp/Agentur ProfiPress

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