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Steffi Tucholke

02/09/2026

„De Freudenblömcher“ – inklusiv jeck

Neuer Kölner Karnevalsverein „De Freudenblömcher“ lebt inklusiven Karneval von der Satzung bis zur Sitzung – Einfacher Zugang für alle, um Brauchtum aktiv mitzugestalten

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Neuer Kölner Karnevalsverein „De Freudenblömcher“ lebt inklusiven Karneval von der Satzung bis zur Sitzung – Einfacher Zugang für alle, um Brauchtum aktiv mitzugestalten

Köln – „Jeder Jeck is anders“, heißt es in Köln. Dennoch ist es für den einen schwieriger als für den anderen, am Kölner Karnevalsleben teilzuhaben. Sicherlich kann man auch als Mensch mit Behinderung an einer Karnevalsveranstaltung teilnehmen und mitfeiern, aber um das Brauchtum aktiv mitzugestalten und ein Teil des Vereinslebens zu werden, müssen erst einige Hürden überwunden werden. Einen Karneval für alle mit inklusivem Vereinsleben, das haben sich „De Freudenblömcher“ zum Ziel gesetzt. Sie sind der erste Karnevalsverein, der die Inklusion schon in seiner Struktur mit aufnimmt – von der Satzung bis zur Sitzung.

Jan Grünig und Natalie Dedreux sind Gründungsmitglieder von „De Freudenblömcher“, die in Köln inklusiven Karneval möglich machen wollen. Foto: De Freudenblömcher/pp/Agentur ProfiPress
Jan Grünig und Natalie Dedreux sind Gründungsmitglieder von „De Freudenblömcher“, die in Köln inklusiven Karneval möglich machen wollen. Foto: De Freudenblömcher/pp/Agentur ProfiPress

Kim Grünig ist Erste Präsidentin von „De Freudenblömcher“, die seit Dezember als gemeinnütziger Karnevalsverein anerkannt sind. Mit ihrem Bruder Jan Grünig (Inklusionspräsident von „De Freudenblömcher“), Familie und Freunden bildet sie schon lange eine Gruppe, die ganz selbstverständlich inklusiven Karneval lebt. „Mein Bruder hat eine Behinderung, ebenso wie viele unserer Freunde. Wir alle lieben die Karnevalszeit und gehen gemeinsam zum Rosenmontagszug und zu Karnevalsveranstaltungen oder schmeißen selbst Kamelle im Zoch“, erzählt Kim Grünig.

Für einen inklusiven Karneval

Doch sie wollten nicht nur mitfeiern, sondern auch selbst aktiv werden. Um Mitglied in einer der Karnevalsgesellschaften zu werden, sahen sie sich allerdings einigen Herausforderungen gegenüber. Zum einen, weil einige von ihnen aufgrund ihrer geistigen Behinderung nicht selbst geschäftsfähig sind. Zum anderen, weil Menschen mit Behinderung an vielen Bereichen des Vereinslebens nur mit Sonderregelungen teilnehmen können. „Wir wollen mithelfen, dass der Karneval inklusiver und der Zugang einfacher wird“, erklärt Kim Grünig.

Die erste Hürde haben „De Freudenblömcher“ genommen: Nach mehreren Terminen mit Notar und Amtsgericht haben sie eine Satzung mit inklusiver Ausrichtung erstellt. So können auch Menschen mit geistiger Behinderung als vollwertiges Mitglied teilnehmen und mitwirken, aber nicht rechtlich verbindlich für den Verein eintreten. Darüber hinaus treten sie gemeinsam mit ihrem Betreuer dem Verein bei – und bekommen damit auch immer automatisch zwei Tickets für Veranstaltungen.

Zugang für alle vereinfachen

Um den Zugang für alle zu vereinfachen, arbeitet Natalie Dedreux daran, die Texte auf der Homepage in leichter Sprache zu verfassen. Leichte Sprache soll künftig auch bei den Veranstaltungen von „De Freudenblömcher“ gesprochen werden, die natürlich in barrierefreien Räumlichkeiten stattfinden sollen. Mitglieder des Vereins, ob mit oder ohne Behinderung, sollen an den Veranstaltungen mitwirken – sowohl auf als auch hinter der Bühne. Kim Grünig: „Und unser Ziel ist es, beispielsweise für Büttenreden Künstler zu finden, die jeder versteht.“

Nicht nur gemeinsam feiern, sondern auch aktiv das Brauchtum des Kölner Karnevals mitgestalten möchten „De Freudenblömcher“ um die beiden Gründungsmitglieder Jan Grünig und Natalie Dedreux. Foto: De Freudenblömcher/pp/Agentur ProfiPress
Nicht nur gemeinsam feiern, sondern auch aktiv das Brauchtum des Kölner Karnevals mitgestalten möchten „De Freudenblömcher“ um die beiden Gründungsmitglieder Jan Grünig und Natalie Dedreux. Foto: De Freudenblömcher/pp/Agentur ProfiPress

Ein Aspekt des inklusiven Karnevalsvereins ist es nicht zuletzt, auch bewusst als solcher aufzutreten. „Wir wollen kein Behindertenverein sein, sondern alle zusammen feiern und das Brauchtum ausleben“, betont Kim Grünig. Gleichzeitig sei es aber auch gut, dass jecke Besucher wissen, dass sie auf Veranstaltungen von „De Freudenblömcher“ eben auch Menschen mit Behinderung antreffen. Denn nicht selten sei es befreundeten Menschen mit Behinderung passiert, dass sie auf öffentlichen Events von Fremden angefasst oder bevormundet wurden.

Echtes Gemeinschaftsgefühl

Letztendlich geht es bei „De Freudenblömcher“ darum, Gemeinschaft und Zusammenhalt unter den Jecken mit und ohne Behinderung zu schaffen. Kim Grünig: „Wir wollen eben nicht nur von außen zugucken, sondern ein echter Teil des Karnevals sein.“ Dazu gehört der Vereins-Stammtisch, der ab März jeden Monat stattfinden soll (und bei dem auch gerne neue Mitglieder willkommen geheißen werden), ebenso wie gemeinsame Sommerfeste und Weihnachtsfeiern – und in Zukunft natürlich auch eine vereinseigene Uniform fürs echte Gemeinschaftsgefühl.

All das hat Theressa Stump symbolisch in die Gestaltung des Logos von „De Freudenblömcher“ eingebracht: Eine Narrenkappe inmitten einer blau-violetten Amaryllisblüte. Denn die Amaryllis steht für Stolz und Entschlossenheit, aber auch für Freundschaft und Lebensfreude. Eben „De Freudenblömcher“.

www.defreudenbloemcher.de

pp/Agentur ProfiPress

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