Kommunität der Communio in Christo, zahlreiche Freunde und Familien Rolfes und Stuckenberg nahmen Abschied von Schwester Dorothea, einer unauffälligen, aber tragenden Säule von Pflegeeinrichtungen für Tausende Hilfsbedürftige
Mechernich/Schophoven – Mit großer Anteilnahme nahm die Mechernicher Gemeinschaft Communio in Christo am Donnerstag in ihrer Hauskapelle und anschließend auf dem Friedhof in Schophoven bei Düren Abschied von Schwester Dorothea Rolfes (96), die in den siebziger Jahren den finanziellen Grundstein zur Gründung der Pflegeeinrichtungen für Alte, Schwerstpflegebedürftige und Sterbende in Mechernich und Blankenheim gelegt hatte.

„Sie war zeitlebens glücklich darüber, dass sie sehen und erleben konnte, wie durch ihre großherzige und völlig selbstlose Tat Tausenden von Menschen professionell und liebevoll geholfen wurde“, sagte Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo am offenen Grab in Schophoven, wo Schwester Dorothea an der Seite ihres Mannes Joseph Rolfes beigesetzt wurde.

Den katholischen Beerdigungsritus wie zuvor die Auferstehungsmesse in der Mechernicher Hauskapelle der Communio leitete Pfarrer Jaison Thazhathil, der Generalsuperior des Ordo Communionis in Christo, zu dessen ersten Mitgliedern Schwester Dorothea ebenso gehört hatte wie zur „Unio der Sühnenden Liebe“, die am 1. September 1977 in der Pfarrkirche St. Lambertus in Holzheim von Mutter Marie Therese gegründet worden war.

„Reich gesegnete Existenz“
Die Predigt hielt Diakon Manfred Lang, der stellvertretende Obere der Communio, und Pater Rudolf Ammann Isch, der Spiritual der Gemeinschaft, sprach sehr persönliche und menschlich bewegende Worte am Grab.

In seiner Einführung in die Auferstehungsmesse sagte Generalsuperior Jaison Thazhathil: „Wir nehmen Abschied in tiefer Dankbarkeit und liebevollem Gedenken an ein langes Leben, das reich gesegnet und großzügig hingegeben war.“

Weiter sagte der aus Indien stammende Obere: „Als Gott Mutter Marie Therese dazu inspirierte, die Communio in Christo zu gründen, wusste er, dass diese Vision nicht allein verwirklicht werden konnte. Deshalb stellte er ihr treue und mutige Weggefährten und Weggefährtinnen zur Seite. Schwester Dorothea war eine von denen, die Gott berufen hat. Sie erkannte ihre Berufung klar und nahm ihren Auftrag mit Großherzigkeit und Vertrauen an. Vieles von dem, was Communio in Christo heute ist, verdanken wir ihrer großherzigen Unterstützung, ihrer stillen Hingabe und ihrem treuen Dienst.“

Diakon Manfred Lang sagte in seiner Predigt: „Schwester Dorothea war keine Frau der großen Gesten. Sie war pflichtbewusst, treu, ordnend, wachsam. Eine »deutsche Eiche«, wie sie selbst sagte – sturmfest, erdverwachsen, manchmal knorrig. Und zugleich großzügig: im Geist, im Dienst, auch im ganz Konkreten. Vieles von dem, was die Communio heute ist, trägt ihre Handschrift – leise, aber wirksam.“

Treue in letzter Konsequenz
Wobei Lang mit Nachdruck auch ihr „erstes Leben“ beleuchtete, das sie an der Seite ihres Mannes Joseph Rolfes vor allem auf Gut Müllenark in Schophoven auf einem großen landwirtschaftlichen Betrieb verbracht hatte: „Sein Tod war eine biographische Bruchstelle, aus der ihr Gnade erwuchs, die durch Schmerz kommt. Das war kein frommes Happy End, sondern in letzter Konsequenz Treue in der Liebe.“

„Keine zwei Leben“, schloss Lang; sondern eines: „Über 25 Jahre als Ehefrau und Witwe, fast 50 Jahre als Ordensfrau und Weggefährtin der Gründerin, als Säule der Communio.“ Es sei für die Gemeinschaft Communio in Christo „ein wertvolles Zeichen der Verbundenheit, liebe Familie Stuckenberg, liebe Familie Rolfes, dass Sie heute gekommen sind, um diese Auferstehungsmesse gemeinsam mit uns zu feiern“, so Generalsuperior Jaison Thazhathil.

Die Tageslesung, die Communio-Schwester Lidwina vortrug, hatte der Hauptzelebrant dem Hohelied der Liebe aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus entnommen. Das Evangelium rezitierte die Seligpreisungen aus der Bergpredigt. Die Fürbitten formulierte Angela Rolfes, eine Nichte von Dorotheas Mann. Der Mechernicher Pfarrer Erik Pühringer, Leiter des Pastoralen Raumes St. Barbara, war mit Pfarrer Patrick Mwanguhya Konzelebrant von Generalsuperior Jaison Thazhathil. Insgesamt umstand ein Dutzend Geistliche den Altar.

Pfarrer und Alt-Bürgermeister
Wenn er an Schwester Dorothea denke, komme ihm Paulus in den Sinn, sagte Fahther Jaison: „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.“ Schwester Dorothea behalte „einen besonderen Platz in den Herzen der vielen Menschen, die sie durch ihren Glauben, ihre Güte und ihre beständige Liebe berührt hat.“

Zu den Beerdigungsgästen zählten neben Kommunität und Familie der Verstorbenen unter anderem auch Mitglieder des Ordenskapitels, von weither angereiste Priester und Schwestern, Alt-Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der Vorsitzende des Fördervereins Hospiz „Stella Maris“, sowie viele, viele Freundinnen und Freunde, die Schwester Dorothea nahestanden. Auch die Ortsbevölkerung von Schophoven zeigte ihre Wertschätzung durch rege Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten.
pp/Agentur ProfiPress
01/23/2026

