Schwester Rose Mapranathhukaran Kunjuvareed (73) verlässt Mechernicher Mutterhaus und Sozialwerk der Communio in Christo nach mehr als zwölf Jahren Dienst in Mechernich
Mechernich – „Abschied nehmen fällt schwer – besonders dann, wenn man über Jahre hinweg gemeinsam gebetet, gearbeitet und gelebt hat“, erklärte Schwester Lidwina im Auftrag des erkrankten Pfarrers Patrick Mwanguhya zum Abschied von Mitschwester Rose.
Nach mehr als zwölf Jahren in den Pflegeeinrichtungen und im Mutterhaus der Communio in Christo verlässt die indische Samaritan-Schwester Rose Mapranathhukaran Kunjuvareed (73), so ihr vollständiger Name, Mutterhaus und Sozialwerk des Ordo Communionis in Christo, wo sie vor allem im Hospiz „Stella Maris“ Sterbende begleitet hatte.

Generalsuperior Father Jaison Thazhathil und sein Stellvertreter Diakon Manfred Lang feierten mit der Kommunität und Hospizmitarbeiterinnen Heilige Messe. Es gab zuvor Kaffee und Kuchen und ein anschließendes gemeinsames Abendessen im Refektorium des Mechernicher Klosters mit Raum für Dank, Erinnerung und Segen.
„Radikale Nachfolge“
Generalsuperior Jaison Thazhathil würdigte die 73jährige Ordens- und Krankenschwester als „kostbares Geschenk“ mit „radikaler Bereitschaft zur Nachfolge“. Mit Blick auf den Propheten Kohelet ordnete Schwester Rose ihren Weg geistlich ein: Es gebe eine Zeit zu kommen und eine Zeit zu gehen. Eine Oberin habe ihr einst gesagt: „Jetzt ist es Zeit, nach Deutschland zu gehen.“ Eine andere habe nun gesagt: „Jetzt ist es Zeit, nach Indien zurückzukehren.“ Leicht sei dieser Abschied nicht – für sie selbst ebenso wenig wie für die Gemeinschaft.
Besonders würdigte sie Mutter Marie Therese, die Gründerin der Communio in Christo, die für sie eine „heilige Frau“ gewesen sei – eine Frau, die der Nächstenliebe nicht nur Platz im Herzen, sondern im konkreten Leben gegeben habe, durch Hinwendung und Annahme, nicht nur, aber vor allem in den Pflegeeinrichtungen des Sozialwerks für Schwerstpflegebedürftige, Alte und Sterbende in Mechernich und Blankenheim.

In ihren Dank schloss Schwester Rose zahlreiche Weggefährten ausdrücklich ein: die Communio-Schwestern Dorothea, Helene, Maria, Lidwina und Theresia, ebenso die Eheleute Edo und Marie-Thérèse Dijkstra, die ihr „wie zu leiblichen Geschwistern geworden“ seien. Auch Generalsuperior Jaison Thazhathil und seinen Stellvertreter Manfred Lang und dessen Ehefrau Sabine Roggendorf habe sie ins Herz geschlossen.
Pfarrer Mwanguhya hob besonders Schwester Roses Dienst im Hospiz „Stella Maris“ hervor: „Ihre Nähe zu den sterbenden Gästen, ihre Fähigkeit, Trost, Würde und Zuversicht zu schenken, waren ein großer Segen“. Viele Menschen hätten durch sie erfahren, dass sie in ihrer letzten Lebensphase nicht allein seien.
Goldene Ordensprofess
Rose Mapranathhukaran Kunjuvareed, so ihr Mädchenname, war 1970 in die Gemeinschaft der neun Jahre zuvor gegründeten Samaritan-Schwestern in Indien eingetreten und lebte und wirkte seit 2013 in den Pflegeeinrichtungen des Ordo Communionis in Christo in Mechernich. Dort feierte sie vor zwei Jahren auch ihre Goldene Ordensprofess.
Schwester Rose hat mehrfach in Indien und mehrfach in Deutschland gewirkt, sie habe die Bundesrepublik schätzen und die Deutschen lieben gelernt, sagte sie bei ihrem Profess-Jubiläum 2023. Als sie vor 35 Jahren ihre erste deutsche Wirkungsstätte im Franziskus-Krankenhaus in Münster verlies, habe sie im Stillen gebetet, dass sie irgendwann in ihrem Leben zurück in dieses Land kommen dürfe.
Dieser Wunsch ging 2013 in Erfüllung. Schon als 15-Jährige Postulantin hatte sie ein Gespräch mit dem Gründer der Samaritan-Schwestern: „Bist du bereit, dorthin zu gehen, wohin du gesandt wirst?“ Sr. Rose antwortete: „Ja.“ Damit war das Gespräch beendet und sie kam als Missionarin und Helferin zu den Leprakranken in Nordindien. Dort kam sie mit der Deutschen Tuberkulosegesellschaft in Verbindung.

Im Jahr 2001 wechselte sie von der Ausbildung junger Ordensfrauen zum Sozialwerk der Ordensgemeinschaft. Hauptsächlich war sie für die Ausbildung junger Frauen der Stammesbevölkerung in Nordindien zuständig. Die zweite wichtige Aufgabe in dieser Zeit bestand darin, Medikamente gegen Tuberkulose und Lepra in die Dörfer zu bringen. 2007 wechselte sie innerhalb ihrer Kongregation wieder zur Ausbildung junger Ordensfrauen, 2013 ging sie mit zum Ordo Communionis in Christo in Mechernich und seinen Pflegeeinrichtungen.
In der Heiligen Messe am Donnerstag stellte Generalsuperior Jaison Thazhathil den Abschied in einen größeren geistlichen Zusammenhang. Ordensleben sei – wie die Bibel zeige – immer auch ein Leben der Sendung und des Gesandtseins. Christus nachzufolgen bedeute, zum Aufbruch bereit zu sein, zu vertrauen und dorthin zu gehen, wohin Gott einen rufe.
Viele Ordensfrauen und Ordensmänner aus Indien und Afrika seien mit diesem missionarischen Geist zur Communio in Christo gekommen – und mit demselben Geist seien sie auch bereit gewesen, weiterzugehen, wenn sich eine neue Aufgabe stelle. Das Gebet der Kommunität in Mechernich werde auch Schwester Roses Weg in Zukunft weiter begleiten.
„Wir werden uns wiedersehen“
Diese radikale Bereitschaft sei das Herz der Nachfolge. Auch wenn das Herz mit Mechernich und der Communio tief verbunden bleibe, lebe Schwester Rose diesen Geist weiter, indem sie den Ruf zu ihrer neuen Aufgabe in Nordindien mit Glauben und Mut annehme.
Zum Ende ihrer Abschiedsworte sagte Schwester Rose einen Satz, der vielen in Erinnerung bleiben wird: „Ich weiß, dass ich euch alle im Himmel wiedersehen werde.“ Mit dem Vertrauen auf Gottes liebevolle Fürsorge wurde sie schließlich gesegnet und verabschiedet.
Für alles, was hinter ihr liegt, wurde gedankt – für alles, was vor ihr liegt, Gottes Segen erbeten. Als Ordensfrau und Krankenschwester war Schwester Rose ein Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes in Mechernich, besonders für Kranke und Bedürftige. Dieses Zeugnis bleibt.
pp/Agentur ProfiPress
01/14/2026

