„Zwangseinweisung“ in den Ruhestand
Stadtverwaltung Mechernich verabschiedete sich von Marlene Dallner, Johannes Schnichels und Gertrudis Thur – Empathische Worte, Blumen, Wein und viel Humor
Mechernich – In einer ungewöhnlich großen und lockereren Feierstunde verabschiedete sich die Stadtverwaltung Mechernich von drei langjährigen Mitarbeitern, der Personalsachbearbeiterin Gertrudis Thur, der technischen Angestellten Marlene Dallner und dem Fachbereichsleiter Johannes Schnichels (Ordnungsamt, Bürgerservice).
Dallner war seit 1975, Schnichels seit 1976 und Thur seit 1978 im Mechernicher Rathaus tätig. Humor und Sympathie prägten den Abschied, bei dem auch reichlich in Erinnerungen geschwelgt und noch mehr gelacht wurde.

Für einen finalen Abschiedsstreich hatten Schnichels‘ Ordnungsamtsmitarbeiter gesorgt, als sie den Chef zu einer vermeintlichen Zwangseinweisung in den Kommerner „Stollen“ bestellten.
Dort randalierte ein offenbar verwirrter Mann lautstark hinter einer Absperrung, die ihn vor den neugierigen Blicken anderer Gaststättenbesucher und Passanten verbergen sollte, als Johannes Schnichels an seinem letzten Rufbereitschaftswochenende mit sorgenvollem Gesicht und einer Aktenmappe mit Zwangseinweisungspapieren das Lokal betrat.
Gelungener Abschiedsstreich
Der vorgeblich Zwangseinzuweisende entpuppte sich aber dann als Mechernichs Hausmeister Rainer Schulz, und derjenige, der eine Einweisungsurkunde – und zwar in den einstweiligen Ruhestand – erhielt, war Johannes Schnichels selber. Die Freude über den gelungenen Streich sorgte noch bei der Abschiedsfeier im Ratssaal einige Tage später für ausgeprägte Heiterkeit.
Schnichels bedankte sich dabei unter Gelächter „für die Ehre, gleich von zwei Bürgermeistern verabschiedet zu werden“, womit er auf den Mechernicher Kämmerer Ralf Claßen anspielte, der Tage zuvor von vier Schleidener Ratsfraktionen als möglicher Bürgermeisterkandidat ausgeguckt worden war.

Der „echte“ Verwaltungschef, Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, fand nicht nur sehr treffende, sondern auch berührende Worte für den scheidenden Fachbereichsleiter aus Schönau, mit dem er sich auch zuweilen in privaten Dingen ausgetauscht habe.
Marlene Dallner, die Tochter des Bergbau-Veteranen Clemens Esser, der sich sehr um die Schaffung des Mechernicher Bergbaumuseums verdient gemacht hatte, schilderte der Bürgermeister als sehr kompetente und couragierte Mitarbeiterin, die sich auch nicht gescheut habe, ihn, den Bürgermeister, mit den Worten „So geht das nicht“ zur Ordnung zu rufen, „wenn ich mal wieder auf 180 war“.

„Ohne den Ingenieuren zu nahe treten zu wollen“, lobte Schick die scheidende technische Angestellte, „aber Marlene Dallner kennt sich im Mechernicher Rohrleitungs- und Kanalnetz ihrer Heimatstadt Mechernich besser aus, als jeder andere!“
Mit dem Ehemann in die USA
Bei Gertrudis Thur, die in der Personalabteilung arbeitete, erkundigte sich Dr. Schick nach Kindern und mittlerweile fünf Enkeln und bedankte sich für die stets zuverlässige Mitarbeit im Hintergrund: „Wir sind uns im Rathaus eher selten begegnet“, sagte der Bürgermeister, der große Stücke auf Gertrudis Thur hält.

Die gebürtige Mechernicherin war nach Volks- und Handelsschule zum Luftwaffenversorgungregiment 8 gewechselt, wo sie auch ihren Mann kennenlernte, mit dem sie 1977 für eine längere Auslandskommandierung in die Vereinigten Staaten zog. Nach ihrer Rückkehr begann sie bei der Stadtverwaltung Mechernich, zunächst im Zentralen Schreibdienst, seit 1989 in der Personalabteilung.

Marlene Dallner hatte nach Grundschule und Gymnasium zunächst eine Ausbildung im Ingenieurbüro Gotthardt & Knipper in Gemünd als Tiefbauzeichnerin gemacht, ehe sie 1975 zu den Stadtwerken Mechernich wechselte.
Blumen und Wein
Johannes Schnichels hatte nach Volks- und Handelsschule eine kaufmännische Ausbildung im Autohaus Jonas in Bad Münstereifel absolviert, wo er auch vor und nach seinem Grundwehrdienst 1974 noch eine Zeit als Angestellter wirkte. Am 15. Januar 1976 kam er zur Stadtverwaltung Mechernich, wo er im Ordnungsamt, im Amt für Stadtentwicklung und Denkmalschutz und zuletzt als Fachbereichsleiter Ordnungswesen und Bürgerservice verantwortete.

Für die scheidenden Mitarbeiter gab es nicht nur eine humorvolle Abschiedsfeier und dankbare Worte, sondern auch Blumen und Wein aus den Händen von Verwaltungschef Dr. Hans-Peter Schick und seines Stellvertreters Thomas Hambach.
pp/Agentur ProfiPress