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Rotes Kreuz im Kreis EuskirchenStadt Mechernich

Weiterhin „Willkommen“

DRK-Hilfsprojekt für Geflüchtete aus der Ukraine geht zu Ende, doch die Unterstützung bleibt bestehen – Von Telefon-Hotline über Info-Veranstaltungen bis hin zu Workshops und Beratungen gab es seit Anfang 2022 zahlreiche Angebote

Kreis Euskirchen – Sie hatten ihre Heimat verloren und waren plötzlich in einem fremden Land. So ging es vielen Geflüchteten aus der Ukraine, die infolge des russischen Angriffskrieges Anfang 2022 nicht nur ihre Häuser verlassen, sondern den Großteil ihres Besitzes und teilweise auch ihre Familie zurücklassen mussten. Um den Geflüchteten nach diesen traumatisierenden Erlebnissen zu helfen, hat das Team Migration/Integration des DRK Kreisverbands Euskirchen unmittelbar nach Kriegsbeginn ein Hilfsprojekt auf die Beine gestellt. Mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten wollte das Team den Geflüchteten nach ihrer Ankunft in Deutschland zur Seite stehen.

Bei der Arbeit: Handarbeitslehrerin Hannegret Stoff (M.) häkelt mit den Teilnehmerinnen Yuliia Dimitrova (l.) und Olena Biliavska Weihnachtssterne. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress
Bei der Arbeit: Handarbeitslehrerin Hannegret Stoff (M.) häkelt mit den Teilnehmerinnen Yuliia Dimitrova (l.) und Olena Biliavska Weihnachtssterne. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress

So entstanden eine Telefon-Hotline, Info-Veranstaltungen, Workshops, spezielle Beratungsangebote und vieles mehr, um den Geflüchteten zu helfen. Mit dem Projekt „Willkommen: Starke Netzwerke für Geflüchtete aus der Ukraine“ wollte das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen die Begegnungs-, Beratungs- und Informationsarbeit fortführen und weiterentwickeln. „Durch eine enge Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt sollten starke Netzwerke für Geflüchtete aus der Ukraine entstehen“, berichtet Boris Brandhoff, der Leiter des Teams Migration/Integration von den Zielen des Projekts. Möglich wurde das Vorhaben dank einer Förderung aus Spendenmitteln des DRK e.V..

Viel erreicht

Nun endet das Projekt am Sonntag, 31. Dezember, und das Team Migration/Integration, das als Organisationseinheit des Trägers aufgetreten ist, hat viel erreicht. Durch finanzielle Unterstützung des DRK-Generalsekretariats im Rahmen der Ukraine-Hilfe konnte das Projekt auf die Beine gestellt werden und Begegnungs-, Sprach- sowie Unterstützungsangebote für die Geflüchteten geschaffen werden.

Angebote wie der Zumba-Kurs im Tanzstudio Sisters in Kall konnten durch das „Willkommen“-Projekt realisiert werden. So fiel es den Geflüchteten leicht, Kontakte zu knüpfen. Im Bild Zumba-Trainerin Fatima Collins (kniend) mit ihren Kursteilnehmerinnen. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress
Angebote wie der Zumba-Kurs im Tanzstudio Sisters in Kall konnten durch das „Willkommen“-Projekt realisiert werden. So fiel es den Geflüchteten leicht, Kontakte zu knüpfen. Im Bild Zumba-Trainerin Fatima Collins (kniend) mit ihren Kursteilnehmerinnen. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress

Die Angebote wurden vor allem in den ländlichen Kommunen des Kreises Euskirchen durchgeführt, um den Geflüchteten zu helfen, Anschluss zu finden und nach den schrecklichen Erlebnissen auch wieder in Sicherheit zu leben.

Mit dem Projekt des DRK wurden zahlreiche kleinere Maßnahmen realisiert, um die Geflüchteten zu unterstützen. Ohne „Willkommen: Starke Netzwerke für Geflüchtete aus der Ukraine“ hätten die Angebote in diesem Rahmen nicht realisiert werden können.

Im Begegnungscafé Hellenthal bietet sich einmal im Monat die Möglichkeit, zusammenzukommen, sich auszutauschen und kennenzulernen. Die Treffen finden im Hellenthaler Hof statt. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress
Im Begegnungscafé Hellenthal bietet sich einmal im Monat die Möglichkeit, zusammenzukommen, sich auszutauschen und kennenzulernen. Die Treffen finden im Hellenthaler Hof statt. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress

Zunächst lag der Fokus darauf, den Geflüchteten Erstorientierungskursen in den Kommunen zu bieten. Sowohl in Weilerswist als auch in Blankenheim starteten Kurse dieser Art.

Auch erste eigene Projekte gingen an den Start, die eine Betätigungsmöglichkeit für die Freizeit boten und noch immer bieten. Dazu zählt zum Beispiel der Zumba-Kurs für geflüchtete Frauen. Seit  November 2022 wurde jeden Montagabend im Tanzstudio Sisters in Kall gemeinsam mit einer zertifizierten Zumba-Trainerin getanzt.

Bereits bestehende Begegnungscafés in Weilerswist und Kall wurden durch das Projekt seit Herbst 2022 unterstützt und begleitet. In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung und den Geflüchteteninitiativen konnten die Angebote des „Willkommen“-Projekts und die Beratungsarbeit des DRK vorgestellt werden. Auch der Weilerswister Nikolaus habe tatkräftige Hilfe von den Mitarbeiterinnen des Teams Migration/Integration erhalten, wie Boris Brandhoff berichtet.

Beliebte Café-Formate

Als großer Erfolg wurden auch die neuen Café-Formate wahrgenommen. Das Begegnungscafé in Hellenthal begrüßte seine Gäste seit April 2023 immer am Monatsende im Hellenthaler Hof. In Blankenheim wurden seit August immer Mitte des Monats die Türen der Freien Christengemeinde Blankenheim e.V. geöffnet. Es kamen zahlreiche Gäste gemeinsam an einem Tisch zusammen, um sich bei Kaffee und Kuchen kennenzulernen, auszutauschen und miteinander zu vernetzen, heißt es von Seiten des DRK. „So sollen die Geflüchteten auch über die Begegnungsarbeit hinaus gut in ihren Gemeinden an die Unterstützungsnetzwerke angeschlossen sein“, teilt Boris Brandhoff mit.

Der Nikolaus im Begegnungscafé in Weilerswist erhielt tatkräftige Hilfe von Karoline July (l.) und Simone Schür aus dem Team Migration/Integration. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress
Der Nikolaus im Begegnungscafé in Weilerswist erhielt tatkräftige Hilfe von Karoline July (l.) und Simone Schür aus dem Team Migration/Integration. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress

In Hellenthal wurden im Sommer ein Betreuungs- und Spieleangebot für Kinder sowie ein Gitarren-Schnupperkurs angeboten. Und in Blankenheim konnte im Frühherbst eine Kooperation mit dem KreisSportBund Euskirchen e.V. realisiert werden, dank der sich die teilnehmenden Kinder an der frischen Luft an diversen Pedalo-Geräten austobten.

Handarbeitslehrerin Hannegret Stoff (v.l.), Karoline July vom DRK Euskirchen, Teilnehmerin Olena Biliavska, Handarbeitslehrerin Wilma Hanf, Sabine Mießeler von der Fluthilfe Schleidener Tal und die Teilnehmerin Yuliia Dimitrova sind sehr zufrieden mit dem Handarbeitsangebot, das jeden ersten Dienstag im Monat im Hellenthaler Hof stattfindet. Interessierte sind von 14 bis 16 Uhr herzlich willkommen. Nächster Termin ist der Dienstag, 2. Januar. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress
Handarbeitslehrerin Hannegret Stoff (v.l.), Karoline July vom DRK Euskirchen, Teilnehmerin Olena Biliavska, Handarbeitslehrerin Wilma Hanf, Sabine Mießeler von der Fluthilfe Schleidener Tal und die Teilnehmerin Yuliia Dimitrova sind sehr zufrieden mit dem Handarbeitsangebot, das jeden ersten Dienstag im Monat im Hellenthaler Hof stattfindet. Interessierte sind von 14 bis 16 Uhr herzlich willkommen. Nächster Termin ist der Dienstag, 2. Januar. Foto: privat/pp/Agentur ProfiPress

Aus dem Begegnungscafé in Hellenthal entstand ein komplett neues Begegnungsangebot. Seit November treffen sich zahlreiche Handarbeitsbegeisterte aus der Region jeden ersten Dienstag im Monat von 14 bis 16 Uhr im Hellenthaler Hof zum gemeinsamen Nähen, Stricken oder Häkeln. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, vorbeizukommen und mitzumachen. Das nächste Treffen findet bereits am Dienstag, 2. Januar, statt.

Der Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgte dafür, dass viele Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Durch die Unterstützung tatkräftiger Helfer und DRK-Mitarbeiter wie Angelika Heinrich konnte im „Willkommen“-Projekt vielen dieser Geflüchteten geholfen werden. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress
Der Angriffskrieg gegen die Ukraine sorgte dafür, dass viele Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Durch die Unterstützung tatkräftiger Helfer und DRK-Mitarbeiter wie Angelika Heinrich konnte im „Willkommen“-Projekt vielen dieser Geflüchteten geholfen werden. Foto: Karoline July/pp/Agentur ProfiPress
 

„Auch wenn das ‚Willkommen‘-Projekt nun also ein Ende findet, ist das noch lange nicht das Ende der Begegnungs- und Unterstützungsangebote für die Geflüchteten aus der Ukraine“, schreibt Boris Brandhoff. Durch das Rotkreuz-Projekt konnten Angebote realisiert und Netzwerke aufgebaut werden, so dass die Geflüchteten im Kreis Euskirchen bestens aufgenommen werden konnten.

Jeremias Slenczka/pp/Agentur ProfiPress