Wanderstöcke stets griffbereit

Drei Jahrzehnte lang hat die 84jährige Hubertine Molitor bei den traditionellen Mittwochswanderungen des Mechernicher Eifelvereins entlang von Krönungsweg, Römerweg oder Pilgerweg geführt – Ehrungen und Neuwahlen bei der Eifelvereins-Ortsgruppe Mechernich

Auf ihren Entdeckungstouren hat Wanderführerin Hubertine Molitor ihrer Familie auch schon mal das eine oder andere Abenteuer beschert, erinnerte sie sich lachend. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Wer auf den Wanderwegen in der Eifelregion gerne unterwegs ist, der ist dieser Frau vielleicht schon einmal begegnet: Hubertine Molitor. Die Wahrscheinlichkeit ist immerhin groß, denn die rüstige Dame ist seit 1979 Mitglied im Eifelverein, Ortsgruppe Mechernich,  und hat zwischen Januar 1983 und Dezember 2013 die Mittwochswanderungen des Eifelvereins ohne Unterbrechung geführt.

Mit ansteckender Begeisterung und sprühender Herzlichkeit hat Hubertine Molitor in 30 Jahren auf endlosen Kilometern entlang von Krönungsweg, Römerweg oder Pilgerweg Wanderfreunden die Heimat nahe gebracht. Wie groß Verdienst und Anerkennung waren, das zeigte sich am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Eifelvereins. Die Schar der Gratulanten im Mechernicher St. Johannes-Haus war groß. Auch zahlreiche Mitglieder der befreundeten Ortsgruppe Kommern hatten den Weg über den verschneiten Greesberg, respektive Altusknipp nicht gescheut, freute sich der Erste Vorsitzende Horst Müller.

Auf ihren Entdeckungstouren habe sie ihrer Familie auch schon mal das eine oder andere Abenteuer beschert, erinnerte sich Hubertine Molitor lachend. Wie damals in den Anfangsjahren, als sie sich auf den Holzfällerwegen im Hombusch verlaufen hatte und sich alle für den Rückweg aufmerksam an den Autobahngeräuschen orientieren mussten.

Auch heute hält die 84jährige Naturfreundin ihre Wanderstöcke bei Wind und Wetter griffbereit, trifft sich jeden Tag pünktlich um 14 Uhr mit ihrer Freundin Maria Peyreuther, spaziert bei Wind und Wetter zwei, drei Stunden lang rund um Kommern-Süd und gönnt sich im Sommer zur Belohnung danach mit Vergnügen noch ein leckeres Eis.

Ihre Lieblingswanderung mit den Eifelverein-Mitgliedern führt die 84jährige Naturfreundin jedoch ins Ahrtal und wird von einer fröhlichen Weinverkostung in Mayschoss gekrönt. „Dort geht es dann richtig rund“, zwinkert Hubertine Molitor verschmitzt.

Nach den ehrenden Worten und der Übergabe eines großen Blumenstraußes skizzierte der Mechernicher Ex-Kämmerer und amtierende Eifelvereinsvorsitzende Horst Müller in einem Rückblick noch einmal die Aktivitäten des vergangenen Jahres: 23 halbtägige Fußtouren mit insgesamt 441 Teilnehmern wurden durchgeführt, was im Vergleich zu 2012 einen leichten Anstieg der Beteiligten von durchschnittlich 17,9 auf 19,1 Teilnehmer bedeutete.

Eines regen Zuspruchs und bemerkenswerter Klickzahlen erfreute sich die von Kassenwart Friedrich Hunsicker betreute Webseite. Die Zahl der Telefonanrufe von Homepage-Besuchern zeige überdies, dass man nicht nur ein gefragter Ansprechpartner für den Mechernicher Raum, sondern für die gesamte Nordeifelregion ist. Das sei ausgezeichnet, lese sich statistisch auch recht gut, ändere aber nur wenig daran, dass der zunehmende Altersdurchschnitt den Verantwortlichen doch ein wenig Sorgen bereite, so Müller.

Die Mitgliederzahl sank trotz einiger Neuzugänge im Berichtsjahr von 99 auf 94. Davon sind 31 Prozent zwischen 61 und 70 Jahre alt, 39 Prozent zwischen 71 und 80 Jahre und 16 Prozent über 81. Schweren Herzens hatte sich der Vorstand dazu durchgerungen, erstmals ab Januar 2014 nur noch Mittwochswanderungen ins Programm aufzunehmen, da es wegen des „schleichenden Schwunds“ an Wanderführern unmöglich geworden sei, die traditionellen Sonntagstermine weiter anzubieten. Matthias Dreßen und Josef Virnich blieben jedoch auf diesem Sektor „eine Bank“, auf die der Eifelverein setzen könne, so Horst Müller.

Viel zu tun gab es für den Vorsitzenden ebenfalls wieder in seiner Funktion als Wegewart. Auch 2013 betreute er das Rundwanderwegenetz der Stadt Mechernich mit insgesamt 20 Wanderwegen (146 Streckenkilometer) sowie verschiedene Routen des Hauptvereins in Düren (105 Streckenkilometer). Ausgehend von einem durchschnittlichen Zeitaufwand für Kontrolle und Ergänzungsmarkierungen von 1,5 Stunden /Kilometer sind für ihn damit rund 375 ehrenamtliche Arbeitsstunden angefallen.

Die personellen Abschwächungen und der bewusste Verzicht auf Beitragserhöhungen wirkten sich auch auf die Finanzen aus. Kassierer Hunsicker musste ein kleines Jahresminus verbuchen, das dank Rücklagen aber kompensiert werden konnte.

Nach der einstimmigen Entlastung wurde anschließend der amtierende, Vorstand um Horst Müller (Vorsitzender, Schriftführer und Wegewart), seinem Stellvertreter Klaus Rebbert, Schatzmeister Hunsicker (Stellvertreter: Sebastian Theissen) und Wanderwart Wolfgang Liepertz mit breiter Zustimmung per Akklamation und en bloc wiedergewählt. www.eifelverein-Mechernich.de

Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress