Ungewohnte Erfahrungen in Afrika

Junge Kolpingschwester aus Kall arbeitet in einem kenianischen Kindergarten

Kall – Kisumu, am Viktoriasee gelegene und drittgrößte Stadt Kenias ist Sitz eines katholischen Erzbistums und für insgesamt elf Monate Aufenthaltsort der jungen Kolpingschwester Sarah Reithmeier aus Kall.

In eine völlig fremde Welt eintauchen und dort helfen: Das war der Wunsch der 19-Jährigen nach dem Abitur am Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium Schleiden. Sie hat sich dem Kolping-Jugend Gemeinschaftsdienst angeschlossen, der im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in zahlreichen Ländern der Welt tätig ist. Seit August arbeitet sie in einem kenianischen Kindergarten der Kibuye-Kiche.

Für den Kolpingjugend-Gemeinschaftsdienst arbeitet Sarah Reithmeier aus Kall in einem Kindergarten in Kenia. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress
Für den Kolpingjugend-Gemeinschaftsdienst arbeitet Sarah Reithmeier aus Kall in einem Kindergarten in Kenia. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Von Düsseldorf aus flog sie über Dubai nach Nairobi und erreichte nach einer beschwerlichen, achtstündigen Busfahrt über holprige Straßen mitten in der Nacht ihr Ziel. Die Kibuye-Kirche mit über 10.000 Gemeindemitgliedern ist Teil der Diözese Kisumu.

Der Wechsel von deutscher Pünktlichkeit zur „african time“ war für Sarah Reithmeier anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig. Viel schwerer falle es ihr dagegen, sich mit dem kenianischen Bildungssystem und der Selbstverständlichkeit, mit der kleine Kinder geschlagen werden, zu arrangieren, schreibt Sarah nach Hause.

So würden schon kleine Kinder in der so genannten „Baby class“ des St. Marys-Kindergarten in Buchstaben und Zahlen unterrichtet, ungeachtet des alterstypischen Entwicklungsstandes, wie Sarah in ihrem Bericht schildert. „Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich das Bildungssystem nicht ändern kann, aber ich versuche, den Kindern mehr Möglichkeiten zum Spielen zu bieten“, berichtet sie.

Für den Kolpingjugend-Gemeinschaftsdienst arbeitet Sarah Reithmeier aus Kall in einem Kindergarten in Kenia. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress
Für den Kolpingjugend-Gemeinschaftsdienst arbeitet Sarah Reithmeier aus Kall in einem Kindergarten in Kenia. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

„Wirklich schockiert“, so Sarah, habe sie aber das fortwährende Schlagen der Kinder, teils mit Stöcken, trotz eines Verbots seitens der kenianischen Regierung. Vorsichtig versuche sie im Gespräch mit der als Lehrerin und Erzieherin tätigen Schwester ein Umdenken zu erwirken. „Dieses Problem konnte ich bisher leider noch nicht lösen“, bedauert sie.

Seit dem 5. Januar streiken die Lehrer in Kenia, weil die Regierung sie nicht bezahlt hat. „Das kann wahrscheinlich einen Monat und länger dauern“, berichtet sie, wöchentlich gebe es Proteste in den Städten. Anfang Februar ist die junge Frau aus der Eifel mit anderen Freiwilligen zu einem fünftägigen Zwischenseminar von Kolping nach Moshi/Tansania aufgebrochen.

pp/Agentur ProfiPress