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Späte Ehre für Hans Kaiser

Ehemaliger Bürgermeister wurde von der Feuerwehr Kall zum Ehrenbrandmeister ernannt – Harald Heinen: „Auszeichnung war längst fällig“ – In Gesellschaft mit den Ehemaligen Helmut Weiler und Herbert Radermacher – Amtszeit der Wehrleitung läuft aus

Kall – Die Feuerwehr der Gemeinde Kall hat einen neuen Ehrenbrandmeister. Hans Kaiser, der von 1999 bis 2007 der erste hauptamtliche Bürgermeister in Kall war, wurde jetzt vom Leiter der Feuerwehr Kall, Harald Heinen, dazu ernannt. „Eine Ernennung, die längst fällig war“, erklärte Heinen, als er den ehemaligen Bürgermeister einen Tag nach dessen 79. Geburtstag in die Ehrenabteilung der Kaller Floriansjünger berief.

Wehrleiter Heinen hatte Kaiser zum Jahresabschluss des Löschzugs Kall ins Gerätehaus eingeladen, um ihn mit der Ernennung zum Ehrenbrandmeister und der Übergabe einer Feuerwehruniform zu überraschen. Denn mit Helmut Weiler und Herbert Radermacher tragen bereits zwei ehemalige Kaller Bürgermeister den Titel des Ehrenbrandmeisters.

Die Uniformmütze passte dem neuen Ehrenbrandmeister Hans Kaiser auf Anhieb. Rechts Wehrleiter Harald Heinen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Helmut Weiler, der nach dem plötzlichen Tod von Werner Schumacher von 1990 bis 1999 letzter ehrenamtlicher Bürgermeister war, wurde von der Feuerwehr bei seiner Verabschiedung zum Ehrenbrandmeister ernannt.

Auf Weiler folgte Hans Kaiser nach der Abschaffung der kommunalen Doppelspitze 1999 als erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kall. Nachdem Kaiser am 15. Dezember 2007 die Altersgrenze von 68 Jahren erreicht hatte, musste er aus dem Amt ausscheiden. Sein Nachfolger wurde Herbert Radermacher.

Bei der Verabschiedung in der Bürgerhalle wurde Hans Kaiser zwar mit einer Verdienstmedaille des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet, eine Ernennung zum Ehrenbrandmeister wurde damals allerdings versäumt. Als Herbert Radermacher im Jahr 2017 nach zehnjähriger Tätigkeit als Bürgermeister aus dem Amt schied, wurde er von der Wehrleitung mit Uniform und dem Titel Ehrenbrandmeister ausgestattet.

Als Hans Kaiser (Mitte) mit den ehemaligen Bürgermeistern Helmut Weiler (rechts) und Herbert Radermacher bei der Feuerwehr zusammensaß, wusste er noch nichts von seiner bevorstehenden Ehrung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Ehrlich gesagt, ich hatte lange darauf gewartet“, gestand Hans Kaiser, dem die Feuerwehr während seiner Amtszeit immer am Herzen gelegen hatte, nach seiner verspäteten Aufnahme in die Ehrenabteilung der Wehr. Er freue sich sehr über diese Auszeichnung und versprach seine weitere Unterstützung der Wehr. Erste Gratulanten zu Kaisers Beförderung waren seine beiden Ex-Bürgermeister-Kollegen Helmut Weiler und Herbert Radermacher.

Vor Kaisers Aufnahme in die Ehrenabteilung hatte Wehrleiter Harald Heinen den Aktiven der Einsatzabteilung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit und Einsatzbereitschaft gedankt. Der Löschzug Kall habe im verflossenen Jahr annähernd 100 Einsätze gefahren. Besonders lobte Heinen die große Bereitschaft der jungen Wehrmitglieder zur Aus- und Weiterbildung.

Ehrenbrandmeister Hans Kaiser Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Heinen wies den Löschzug darauf hin, dass seine Amtszeit als Wehrleiter sowie die Amtszeit seines Stellvertreters Andreas Lang im Mai auslaufe und deshalb Neu- bzw. Wiederwahlen stattfinden. Dazu finde am Freitag, 18. Januar, eine Anhörung aller Feuerwehrmitglieder der Gemeinde Kall statt. Bisher sei es laut dem Gesetz über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) Aufgabe des Kreisbrandmeisters gewesen, die Anhörung der Wehrangehörigen zu veranstalten. Zukünftig sei das laut dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) Aufgabe des Bürgermeisters.

Der Kreisbrandmeister (KBM) begleite die Anhörung lediglich noch, um die Eignung und Fähigkeit der Bewerber zu bewerten und trage letztendlich dem Rat der Gemeinde, der für die Bestellung der Wehrleitung zuständig ist, das Ergebnis der Anhörung vor. Der KBM schlage dem Rat die entsprechenden von der Mannschaft gewünschten Personen zur Neu- oder Wiederwahl vor. Wie Heinen berichtete, seien weder der KBM noch der Gemeinderat an das Votum der Mannschaft gebunden. Es sei aber bisher noch nicht vorgekommen, dass die Wehrleitung entgegen der Meinung der Mannschaft bestellt worden sei.

pp/Agentur ProfiPress