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“Segel setzen” in luftiger Höhe

“Segel setzen” in luftiger Höhe
KOMMERN. Rund zwei Wochen haben die Zimmerleute vom Rheinischen Freilichtmuseum in Kommern, Werner Engel, Helmut Schmitz und Rainer Hilger, Segeltuch genäht und die Flügel der Bockwindmühle von 1782 vorbereitet. Jetzt war es dann soweit: Gesichert durch ein Klettergeschirr machten sich die Zimmerleute daran, die hoch aufragende Mühle neu zu bespannen. Alles wird vorbereitet für Pfingstmontag, 12. Mai, dem Deutschen Mühlentag.
“Die Bockwindmühle ist eines unserer beiden Flagschiffe”, erklärt Dr. Michael Faber, stellvertretender Leiter des Freilichtmuseums des Landschaftsverbandes Rheinland. Am Pfingstmontag soll sie sich dann drehen. “Wir hoffen also auf Wind”, so Faber. Auch die Wassermühle aus Niederweis soll am Pfingstmontag in Betrieb sein und damit auch das von ihr angetriebene Sägegatter. Faber: “Von 11 bis 16 Uhr stehen unsere Zimmerleute bereit, den Betrieb unserer Mühlen zu erklären.”
Auch die museumseigene Kappenwindmühle soll erläutert werden, allerdings kann diese Mühle vorerst noch nicht in Betrieb genommen werden, da aufwändige Reparaturen anstehen. “Das Bespannen der Bockwindmühle steht auch für den Beginn umfangreicher Renovierungsarbeiten an den Gebäuden”, sagt Michael Faber. Nicht nur der Zahn der Zeit hat an den historischen Gebäuden genagt, auch die Besucherströme haben Spuren hinterlassen. “Außerdem haben wir bemerkt, dass mehr Leben in der Bude ist, als uns lieb ist”, berichtet der stellvertretende Museumsleiter. Gemeint sind damit Schädlinge, die sich mancherorts in den Holzgebäuden eingenistet haben.
Faber: “Wir haben einen ungeheuren Nachholbedarf, die Gebäude wurden und werden derzeit von unseren Restauratoren vom Keller bis zum Dach auf Schädlingsbefall und physikalische Schäden überprüft.” Und so rechnet Michael Faber damit, dass in Kürze das ein oder andere Haus eingehüllt werden muss – “Christo-mäßig”, wie Faber scherzt. In den mit einer Spezialfolie umhüllten Gebäuden wird dann die Temperatur auf ein Maß erhöht, das die Schädlinge und ihre Larven nicht überleben können – ein ebenso umweltbewusstes wie für die Bausubstanz zuträgliches Verfahren.

www.kommern.lvr.de

Manfred Lang

23.05.2008