Aktuelles

“Schön zu wissen, dass die Menschen in der Heimat da sind”

“Schön zu wissen, dass die Menschen in der Heimat da sind”
Firmenicher Ordenschwester kommt aus Namibia zu Besuch in die Eifel – Schwester Jutta möchte gerade den Sternsingern für die Unterstützung der Missionsschule danken
Mechernich-Obergartzem – “Seit 40 Jahren bin ich nun in Afrika – Namibia ist meine Heimat geworden”, sagt Schwester Jutta. Die 73-jährige Missionsordenschwester ist aber in Firmenich geboren und besucht gerade den Doppelort Firmenich-Obergartzem. Dort will sie sich bei den Sternsingern und weiteren Freunden und Förderern aus ihrem Geburtsort für die dauerhafte Unterstützung bedanken. Denn seit 1990 sammeln die Obergartzemer und Firmenicher Kinder für ihre Missionsschule im namibischen Aminius.
Dadurch sind bereits über 36000 Euro an Spenden zusammengekommen, die die Pfarrgemeinde St. Hubertus in voller Höhe Schwester Jutta für über 500 Kinder in ihrer Missionsstation übergeben konnte. “Damit ermöglichen wir den Kinder eine Ausbildung, Unterkunft und Essen”, berichtet die Ordensschwester. In dem oft von Dürrekatastrophen heimgesuchten Landstrich gebe es viel Armut, Arbeitslosigkeit und Alkoholsucht. Nur durch eine fundierte Ausbildung haben die Kinder dort eine Chance auf ein besseres Leben.
“Die 40 Euro im Jahr für die Unterbringung in unserem Internat können viele nicht bezahlen”, sagt Schwester Jutta. Nur durch die Spenden aus der Eifel könne der Schulbetrieb finanziert werden. Da die Kinder aus einem Umkreis von etwa 150 Kilometern kommen, müssen sie zu Schulbeginn mit einem Laster abgeholt – und in den Ferien wieder nach Hause gebracht werden. Schwester Jutta: “Viele Kinder fragen dann, was sie in den Ferien essen sollen.” Auch seelsorgerisch wird das gesamte Einzugsgebiet betreut, dazu fahren die drei Schwestern der Missionsstation regelmäßig zu 20 Außenstationen.
Die Ordensschwester ist vielen älteren Obergartzemern allerdings noch unter dem Namen Maria Nöthen bekannt, wie Konrad Hamacher, Mechernicher Fraktionsvorsitzender und Küster von St. Hubertus, berichtet.
Bereits mit zehn Jahren hat Maria Nöthen den Wunsch verspürt, Gott in einem jungfräulichen Leben zu dienen. Sofort hatte sie ihren Vater von dem Beschluss unterrichtet, der gerade damit beschäftigt war, auf dem Acker nach Kartoffeln zu graben. “Mein Vater stütze sich auf die Hacke und hörte mich schmunzelnd an”, erinnert sich Schwester Jutta. Durch eine Missionszeitschrift inspiriert, ist bereits damals der Wunsch entstanden, nach Afrika zu gehen.
1958 trat Maria Nöthen den “Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes” bei. 1962 erfüllte sich ein weiterer Wunsch: Schwester Jutta kam nach Afrika, wo sie sich gleich nach ihrer Ankunft zu Hause fühlte. 1968 kam die Firmenicher Schwester mit der großen Sehnsucht nach Afrika in die Missionsstation in Aminius. “Damals waren es noch 120 Kinder, die auf dem Sandfußboden schliefen”, berichtet Schwester Jutta. Enorm viel Arbeit bedeute die Aufgabe dort. “Aber der Herrgott und die Kirche haben mir die Kraft dazu gegeben, außergewöhnlich schwer ist mir das nicht gefallen”, sagt Schwester Jutta lächelnd.
Wie es einmal weitergehen solle, wenn sie nicht mehr da wäre, wisse nur einer. “Und der muss dann sehen, wie er damit fertig wird”, sagt Schwester Jutta mit einem Schmunzeln und einem Blick gen Himmel. Viel Gutes hätten sie und ihre Mitschwestern tun können, viele Eifeler hätten dabei mit ihren Spenden geholfen. Schwester Jutta: “Es ist sehr schön zu wissen, dass man nicht allein dasteht, dass die Menschen in der Heimat da sind.”
Am liebsten würde die Gottesfrau allen Spendern persönlich danken. “Leider ist es mir nicht mehr möglich, alle Freunde und Helfer zu besuchen”, sagt die 73-Jährige. Deshalb lädt die Pfarrgemeinde St. Hubertus am Samstag, 20. September, um 15 Uhr zu einem ebenso gemütlichen wie informativen Beisammensein mit Schwester Jutta im Dorfgemeinschaftshaus ein. “Dabei wird auch ein kleiner Film vorgeführt, der die Kinder und die Arbeit von Schwester Jutta in der Missionsschule zeigt”, berichtet Konrad Hamacher. Seine Frau Gertrud Hamacher, die alljährlich das Sternsingen organisiert und die hilfreichen Kinder dafür einkleidet betont: “Besonders herzlich sind natürlich alle Sternsinger eingeladen!”
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

22.09.2008