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Prüm drei Tage der “Nabel der Eifel”

Prüm drei Tage der “Nabel der Eifel”
100.000 Gäste werden Ende Mai zum “Rheinland-Pfalz-Tag” erwartet – 100 Gruppen im Festumzug – “Schub” für die ganze Eifelregion – Ganz groß vertreten ist auch die Regionalmarke Eifel
Prüm – Eigentlich liegt das 5.000 Einwohner zählende Städtchen Prüm am Rande von Rheinland-Pfalz. Vom 25. bis 27. Mai jedoch ist es der “Nabel” des Bundeslandes und der Eifelregion ohnehin, denn erstmals ist man Ausrichter des “Rheinland-Pfalz-Tag”. Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy ist stolz und glücklich: “Das ist eine große Chance für die gesamte Region, das wird der Eifel einen Schub geben.”
Es ist das 28. Mal, dass dieses Landesfest, das von der Staatskanzlei organisiert wird, ausgerichtet wird. “Wir werden so etwas wohl nie mehr erleben”, verdeutlicht die Bürgermeisterin, dass es wohl eine Rarität ist, wenn eine Stadt den Zuschlag für das riesige Event erhält, für das man in Prüm mit 100.000 Gästen rechnet.
Persönlich eingeladen hat die Bürgermeisterin auch zahlreiche Kommunalvertreter von außerhalb der Region. Grund: Im “Prümer Urbar” (aus dem Jahr 893) waren von den Benediktiner-Mönchen des Klosters die Rechte und Einkünfte aus ihren Besitzungen dokumentiert worden, so auch aus Belgien, Mannheim, Arnheim, dem Vorgebirge, Rheinbach, Bedburg und Mechernich. Mit Bezug auf das “Urbar” seien 300 Einladungen verschickt worden, so Weinandy.
Deutscher Wandertag war die Generalprobe
“Wir stellen das Haus für das Fest zur Verfügung, und ganz Rheinland-Pfalz sowie die Freunde aus Luxemburg, Belgien und NRW feiern mit uns”, freut sich die Bürgermeisterin. Damit auch alles bestens klappt, hat man ein spezielles Organisationsteam zusammengestellt. Erfahrung mit Großereignissen hat man ja bereits, denn 2006 fand in Prüm der “Deutsche Wandertag” statt, “das war quasi die Generalprobe”, so Weinandy.
Drei Tage lang wird Prüm verkehrsfreie Zone sein, denn die gesamte Innenstadt ist in das Fest eingebunden. Unzählige Vereine und Organisationen werden sich präsentieren. Es wird eine “Straße der Landkreise” geben ebenso wie eine “Straße der Selbsthilfegruppen”. Eine Besonderheit soll auf dem Prümer Sommer-Platz das “Eifeldorf” werden. Dass ein “Bauernmarkt” nicht fehlen darf, versteht sich von selbst. Hungern und dürsten braucht auch niemand, denn 24 Profi-Gastronomen aus dem gesamten Bundesland übernehmen – neben der gewohnten örtlichen Gastronomie – die Beköstigung der Gäste an den drei Tagen.
Ihren Beitrag zum Wohl der Gäste leistet auch die Regionalmarke Eifel, die bei den Rheinland-Pfalz-Tagen ganz groß vertreten ist: Wein, Käse, Schinken, Edelbrände, Säfte, Fleisch und Honig aus regionaler Produktion – und das auch in Bio-Qualität – lassen keine kulinarischen Wünsche offen. Darüber hinaus präsentieren sich die Gastgeber der Regionalmarke Eifel mit einem Gemeinschaftsstand auf dem SWR-Platz.
Am Freitag, 27. Mai, werden die Festtage offiziell eröffnet. Je nach Ausgang der Landtagswahl entweder vom bislang amtierenden Landesvater Kurt Beck (SPD) oder aber von der neuen Landesmutter Julia Klöckner (CDU). Rundfunk und Fernsehen sind live dabei, übertragen von einer eigenen Bühne an allen drei Tagen. “Die Medienpräsenz ist enorm. Ich gehe davon aus, dass sich bezahlt macht, was wir investieren müssen”, hofft Weinandy.
“Wir müssen die Ärmel hochkrempeln”
Das sind immerhin 300.000 Euro, für die Kreis, Verbandsgemeinde und Stadt grade stehen müssen, wobei man allerdings allein auf 100.000 Euro durch Sponsoren hofft. Weinandy: “Wir haben viele Sponsoren, damit hätte ich im Vorfeld niemals gerechnet.” Im Vorfeld – im Juni 2010 – hatte Prüm den Zuschlag bekommen. Was war die Motivation, sich als Ausrichter zu bewerben? “Dass das mit wahnsinnig viel Arbeit verbunden ist, wussten wir. Aber ich habe gesagt: Wir müssen was für die Stadt und die Region tun, wir müssen einfach die Ärmel hochkrempeln.”
In nur drei Tagen ein ganzes Bundesland präsentieren, dazu gehört schon etwas. Überall im Stadtgebiet gibt es große und kleine Bühnen, auf denen vielfältige Programme präsentiert werden. Beim “Treffpunkt Rheinland-Pfalz” stellen sich Einrichtungen des Landes vor, im “Eifeldorf” heißt es ganz einfach “wohlfühlen, genießen, abschalten, sich mit Freunden treffen.”
Sicherheits- und Rettungskräfte zeigen, welche Aufgaben und welches Equipment sie haben. Im Kurpark organisiert der Sportbund Rheinland mit der Stadt ein großes Angebot an Sport und Spiel. Die Landkreise präsentieren sich ebenso wie Selbsthilfegruppen und Friedensinitiativen in eigenen Straßen. Auf dem Bauern- und Öko-Markt werden der Produkte aus ganz Rheinland-Pfalz angeboten, daneben Informationen zu Ökologie und Umwelt.
Rettungsdienste und Streitkräfte informieren über Aufgaben und Leistungen auf dem Messegelände der Stadt und an Ausstellungen zu den Bereichen Kunst, Geschichte, Gesundheit, Statistik fehlt es auch nicht. Wer es etwas ruhiger und besinnlicher wünscht, wird auch nicht enttäuscht, denn im Bereich des Pfarrgartens an der St. Salvator Basilika gibt es einen Zufluchtsort der Ruhe – die Kirchen des Landes präsentieren sich gemeinsam.
100.000 Gäste – die meisten werden Tagestouristen sein und wohl mit Pkw oder Bus anreisen. “Wir haben Park & Ride-Parkplätze eingerichtet”, versichert Elke Dahm vom Organisationsteam. Vom Bahnhof Gerolstein (Bahnstrecke Köln-Trier) werde ein Shuttle-Bus-Service nach Prüm (15 Minuten Fahrzeit) eingerichtet, “die Fahrkarten gelten auch für den Bus.”
Und was ist mit Übernachtungsgästen? “Die können wir natürlich nicht alle in Prüm unterbringen”, weiß Elke Dahm. Die Prüm Tourismus arbeite aber sehr eng mit der Eifel-Tourismus zusammen und könne so im gesamten Umland Betten anbieten, “wir haben da ja schon große Erfahrungen vom Deutschen Wandertag.”
Festumzug wird eine farbenprächtige Show
Mit dem größten Andrang rechnet Elke Dahm am Sonntag, 29. Mai, wenn um 13 Uhr der große Festumzug mit 100 Gruppen starten wird. “Teilnehmer aus dem ganzen Land und den belgischen Ostkantonen werden mitgehen. Städte und Landkreise, Trachtengruppen und Jäger, Feuerwehren mit historischen Geräten und Uniformen, Musikgruppen, Weinköniginnen – die Bandbreite ist enorm. Das wird eine farbenprächtige Show werden”, ist sich Elke Dahm sicher.
Dass alle Gäste mit positiven Eindrücken Prüm und Eifel verlassen werden nach diesem Fest, darauf hofft und baut Bürgermeisterin Mathilde Weinandy: “Wir werden alles dafür tun, uns als Region gemeinsam positiv darzustellen und gute Gastgeber zu sein, denn die Vermarktung ist eine gemeinsame Sache. Für die Zukunft erhoffen wir uns eine Nachhaltigkeit, wie wir sie auch nach dem Deutschen Wandertag gespürt haben.”
Grade vor kurzem erst bei der ITB in Berlin sei sie wiederholt auf den Deutschen Wandertag und die Schönheit der Eifel angesprochen worden. “Der Deutsche Wandertag hat uns was gebracht und der Rheinland-Pfalz-Tag wird uns hoffentlich auch was bringen”, ist sie optimistisch.
Von 2006 her weiß sie: “Solche Ereignisse verändern auch das Gesicht einer Stadt im positiven Sinne.” Veränderungen der Infrastruktur, optische Um- und Neugestaltung öffentlicher Anlagen. Privatinvestitionen in Hotelbranche und Gastronomie – besser, schöner, freundlicher, so könne die Eifel ihr Image noch verbessern.
Ihr “Haus” Prüm soll jedenfalls an den drei Tagen blitzsauber herausgeputzt sein, damit sich 100.000 Gäste in allen “Räumen” wohlfühlen und als Multiplikatoren dann daheim verkünden: “Es lohnt sich, in die Eifel zu fahren.”
www.rlp-tag.de

pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

25.03.2011