Prächtige Bilder, grandiose Stimmungen

Der Forst- und Landwirtschaftsexperte Philippe Moës (40) bildete sich autodidaktisch zum begnadeten Wildfotografen – Im Eupener Grenzecho-Verlag legt der Belgier jetzt in deutscher Sprache den fachkundig geschriebenen und hervorragend bebilderten Band „Die Ardennen“ heraus

Nähe schafft Wärme: Frischlinge im Ardennenwinter. Repro: ml/pp/Agentur ProfiPress

Eifel/Ardennen – Dass Philippe Moës (40) ein begnadeter Wildfotograf ist, hat der im Kongo geborene Belgier jetzt im Eupener Grenz-Echo-Verlag einmal mehr unter Beweis gestellt. Mit seinem Text-Bild-Band „Die Ardennen“ (ISBN 13: 978-3-86712-003-6, ISBN 10: 3-86712-003-X, 39,95 Euro, GEV Eupen) hat der Forstministeriumsangestellte der Wallonischen Region eine bebilderte Schatztruhe aus dem Randgebirge der Eifel, aus der Nachbarregion der Zukunftsinitiative Eifel vorgelegt.

Philippe Moës` röhrende Hirsche haben nichts, aber auch gar nichts mit dem klischeebesetzten Wandbehang Eifeler Wohnstuben zu tun. Seine Wildschweine im dichten Schneetreiben, sein Rehbock im Fingerhutfeld, Meister Reinecke auf Mäusejagd, drei Jungkäuze beim kollektiven Ausblick aus der Bruthöhle oder die winzige Mama Wiesenpieper auf dem Rücken ihres ihr untergeschobenen Kuckuckskindes lassen viel Geduld und Fingerspitzengefühl vor und während des Auslösens der Kamera vermuten.

Auch die Landschaftsaufnahmen von Philippe Moës sind große Klasse und führen auch den Eifelern aus dem Gebiet der Zukunftsinitiative Eifel noch einmal die Verwandtschaft zwischen Eifel und Ardennen anschaulich vor Augen. Eifel und Ardennen sind ein bereits geologisch und ökologisch verwachsenes Stück Zentraleuropa, ihre Landschaften sind wildromantisch, aber trotz National- und Naturparks keineswegs unerschlossener Urwald.

Auch „in der Wallonie wird fast jeder Quadratmeter Wald oder Feld auf irgendeine Art vom Menschen genutzt“ schreibt Philippe Moës unter ein stimmungsvolles Sonnenaufgangsbild mit wallenden Nebelfeldern zwischen losen Baumreihen und dazwischenliegenden Weiden. Jagd und Waldbewirtschaftung, ja sogar die Problematik der Waldwanderer im Ökosystem, werden in den hinteren Kapiteln erörtert.

Es gibt als Service auch ein umfangreiches Glossar zur oft verwendeten forstamtlichen Fachsprache und ein paar Seiten Fototechnik, die dem Autor und Fotografen auch zur Bewerbung der von ihm verwendeten Kameras dienen.

Ein Augenschmaus ist der fotografische Streifzug durch die Region, den   Philippe Moës in Kapitel gegliedert hat, die den Inhalt gleich erahnen lassen: Grandiose Winterbilder, vor allem von Wild im Schnee, bietet das Eingangskapitel „Frau Holle“. Weiter geht es „Am rauschenden Bach“.  Dass der Fotograf „Dem Hirsch verfallen“ ist, kann man an den Aufnahmen im gleichnamigen Folgeabschnitt deutlich erkennen.

Es folgen Sonnen- auf- und –untergänge, Vögel, Amphibien, Wildschweine mit und ohne Suhle, herrliche Natur- und Tieraufnahmen. Inhaltlich setzt sich der studierte Forst- und Landwirt, Pädagoge und Gartenbauer auch mit kritischen Fragen auseinander, dem Waldsterben, den Fichtenmonokulturen, dem Raubbau an der Natur. Natürlich kommt der Fachmann für Wald und Wild zu einer sehr ausgewogenen und fachlichen Bewertung der Lage in den Wäldern Belgiens, die insgesamt gar nicht so schlecht ist. Im Gegenteil.

pp/Agentur ProfiPress