Neues zwischen den Buchdeckeln

Eifeler Schulbuchmesse in der Kommerner Grundschule – Technik hält Einzug in vernetzte Klassenzimmer

Nimmt man ein modernes Schulbuch in die Hand, fallen dem Betrachter bereits beim flüchtigen Durchblättern Neuheiten auf wie begleitende DVDs, Animationen, interaktive Experimente, Simulationen oder ergänzende Online-Plattformen. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kommern – Über Neuheiten auf dem Markt der Lehr- und Lernmaterialien informierte die „Eifeler Schulbuchmesse“ in der katholischen Grundschule Kommern. Dort machten zahlreiche Interessierte die Feststellung, dass der klassisch zwischen zwei Buchdeckeln verpackte Lernstoff zwar nach wie vor den größten Raum einnimmt. Dennoch muss er sich seinen Platz zunehmend mit Karteikarten-Systemen teilen.

Unter den Exponaten war auch der neue „Haack Weltatlas“, der durch eine so genannte „Lernpyramide“ in die drei Stufen „Einstiegswissen“, „Vertiefungswissen“ und „Abschlusswissen“ differenziert. Das Kartenmaterial wurde dabei vereinfacht, gleichsam plastischer und hilft damit, das räumliche Vorstellungsvermögen zu schulen. 

Beim Klett-Geschichtsbuch „Zeitreise“ berücksichtigen die Verfassertexte etwa die neuesten Erkenntnisse der Leseforschung, erläuterte Verlagsvertreter Dirk Jansen und ergänzt: „Vor der Drucklegung wurden sie von den Schülern auf ihre Verständlichkeit getestet.“

Wie selbstverständlich haben sich in den vergangenen Jahren ganz offensichtlich auch die digitalen Inhalte eingeschlichen: Nimmt man ein Schulbuch in die Hand, fallen einem bereits beim kursorischen Durchblättern allerlei Hinweise auf begleitende DVDs, Animationen, interaktive Experimente, Simulationen oder ergänzende Online-Plattformen ins Auge. Die Seitenränder eines Schulbuchs sind nicht mehr klassisch weiß, sondern werden vielmehr für Notizen, zusammenfassende Stichwörter, Testfragen oder Aufgaben zur Überprüfung der Lerninhalte genutzt. Das Zusammenspiel von Überschrift, Grafik und hervorgehobenen Merksätzen sollen effektives Lernen ermöglichen. Die Kombination aus multimedialen Inhalten und der Vermittlung von kontextbezogenem Wissen ist dabei nicht nur Angelegenheit der gymnasialen Oberstufe, sondern bezieht alle Schulformen von der Grundschule über Förderschulen bis hin zu den berufsbildenden Schulen ein.

Im Programm des traditionsreichen Essener Spectra-Verlags spielen die Themen „differenzierter Unterricht“ und „Förderung von individuellem Lerntempo und Lernvermögen mit Selbstkontrolle“ schon seit vielen Jahren eine führende Rolle. „Wir sind froh, dass der Trend jetzt auf uns zuläuft“, berichtete Spectra-Mitarbeiterin Doris Gerlach. Der „Renner“ sind im Moment die „Forscherkisten für den projektorientierten Sachunterricht“, die letztlich nach dem Montessori-Prinzip „Lass es mich machen und ich werde es begriffen haben“ funktionieren, erklärte sie. So enthält etwa die Klassenkiste „Schwimmen und Sinken“ unter anderem Wachsblöcke zum Kneten von Schiffen, eine Waage, Materialien zum Erspüren der Auftriebskraft sowie acht transparente Wasser-Bassins, an denen bis zu 32 Grundschulkinder in Einzel-, Partner- oder Stationenarbeit gleichzeitig experimentieren können und dabei praxisnahe Antworten auf komplexe physikalische Sachverhalte wie Auftrieb, Dichte und Verdrängung finden. Umfangreiche Ordner geben den Lehrern Kopiervorlagen, Kontrollbögen und Overheadfolien an die Hand.

Ein echter „Hingucker“ im wahrsten Sinne des Wortes war dann das große „Whiteboard“ der Firma Conen aus Morbach im hinteren Teil der Kommerner Sporthalle. Innerhalb von zwei Stunden lassen sich hier die klassischen Kreidetafeln in interaktive Tafeln verwandeln. Rund 1.850 Euro kostet eine einfache Umrüstung, die sich je nach Portemonnaie dann bis zum höhenverstellbaren „High-End-System“ steigern lässt, bei dem ganze Klassenzimmer vernetzt und die Schüler von ihrem Pult aus kabellos via Tastatur oder ePad auf den Tafel-Bildschirm zugreifen können. Gewissermaßen im Handumdrehen zaubert ein Beamer Lernmodule, Internetseiten, Fotografien, Filme und Videoclips an die Wand, die nach dem Touchscreen-Prinzip anschließend vergrößert, verkleinert, gedreht, beschriftet und bemalt werden können. Die Firma „sport-creativ“ von Peter Pastuch aus Kühsen widmete sich unterdessen dem Bereich der Pausenpädagogik. Damit Bewegung und Koordination nicht zu kurz kommen, hatte er unter anderem sensomotorische Pausenboxen, Jonglierbälle und das partnerschaftliche, altersübergreifende Allwetterspiel „Trampolino“ im Gepäck – ein kleiner Minitrampolin für die Hände mit griffigem „Pom-Pom-Ball“, das gleichzeitig eine ideale Vorbereitung für alle Ball- und Rücksportarten ist. 

Claudia Hoffmann/Ksta/pp/Agentur ProfiPress